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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
101 von 102 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kriminalistisches Schlaraffenland - Jürgen Roland wird 80!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Stahlnetz (8 DVDs) (DVD)
Anläßlich der ersten bundesdeutschen Wiederholung der gesamten "Stahlnetz"-Serie (auf dem damals gerade etablierten Sender "Tele 5", den es nur einige Jahre gab) sagte Jürgen Roland im März 1992:"Unsern Zuschauern wünsche ich, daß sie diese Filme heute aus der Distanz beobachten. Und sie werden natürlich heute auch - ich sag's bewußt - Vergnügen haben an Dingen, die damals gar nicht vergnüglich gemeint waren. Ich denke bespielsweise an die alten Uniformen, ich denke an die alten Autos, an das Straßenbild deutscher Groß- und Kleinstädte von vor fast 40 Jahren, ich denke an die Wiederbegegnung mit vielen faszinierenden Schauspielern, die heute nicht mehr unter uns sind. All dies, glaube ich, ist sehr verdienstvoll, heute noch einmal im Fernsehen gesendet zu werden … " Zwischen Anfang der 70er und Beginn der 90er Jahre tat man sich im Fernsehen mit Wiederholungen alten Materials sehr schwer. Eine komplette Rückschau gar aller 22 Episoden war geradezu ausgeschlossen! Mittlerweile konnte man auch auf allen Dritten Programmen sämtliche Stahlnetze in guter Qualität wiedersehen. Eine chronologische Rückschau gab es aber bis heute auch dort nicht. Dafür hat es sich längst herumgesprochen, welch unschätzbaren Wert diese Perlen gehobener Krimiunterhaltung haben. Auch jüngere Zuschauer entdecken ihren Reiz zunehmend - obwohl sie nur in Schwarzweiß gedreht wurden. Dabei geht die Faszination weit über das hinaus, was Jürgen Roland 1992 von seiner Serie hervorhob. Denn die besten Geschichten schreibt das Leben. Und genau davon profitieren diese 22 Kriminalfilme, zu denen Wolfgang "Ekel Alfred" Menge das Drehbuch nach authentischem Aktenmaterial der Polizei schrieb. Mittlerweile gibt es zwei Episoden ("Das Haus an der Stör" und "Das zwölfte Messer") sogar als Hörbuch. Das sagt viel aus über die Qualität der Filme und über das gesunde Verhältnis von Dialogen und Bildern. Und das gilt für fast alle Episoden: Man kann sie auch ohne Bild genießen. Dadurch bekommt man sogar einen ganz anderen, fast noch intensiveren Eindruck von den Geschichten. Einige der Stahlnetz-Episoden wurden übrigens viele Jahre lang in deutschen Polizeischulen zu Ausbildungszwecken verwendet. Alle 22 Stahlnetz-Folgen sind in dieser Box auf acht DVDs enthalten. Dazu gesellt sich eine neunte, die ich als "unvollendete" bezeichnen möchte. Denn sie enthält nur eine 45-minütige Dokumentation zur Person von Jürgen Roland. Das ist an sich sehr schön - aber wäre da nicht noch Platz gewesen, um aus dem riesigen ARD-Archiv das ein oder andere Schätzchen auszubuddeln? Die DVDs sind in vier Doppel- (bzw. Dreifach-)Hüllen untergebracht und in einem stabilen Pappschuber zusammengefaßt. Dazu gibt es ein 16-seitiges Beiheft mit einer aktuellen Einleitung von Jürgen Roland. Jede Folge wird in Kurzform vorgestellt (offenbar anhand der originalen NDR-Pressetexte von damals). Dort vermisse ich dann aber doch die Namen der beteiligten Schauspieler. Die Bild- und Tonqualität ist akzeptabel bis hervorragend. Nur die ältesten Episoden besitzen einen sichtbaren "Grauschleier". Insgesamt ist das alles aber sehr erfreulich, ein fast durchweg brillantes Schwarzweiß. Die einzige Doppelfolge ("Spur 211") wurde seinerzeit von einem rührenden Kommentar des Regisseurs eingeleitet, der sich für die ungewöhnliche Zweiteilung glaubte rechtfertigen zu müssen. Hier wurde er weggelassen. Das hätte aber doch bitteschön Platz gehabt auf der Bonus-DVD! Fazit: Eine insgesamt sehr gelungene DVD-Veröffentlichung mit hohem Repertoirewert! Meine persönlichen Favoriten: alle. Insbesondere aber wohl: "Das Haus an der Stör" von 1963. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
37 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Film- und Zeitgeschichte pur,
Von
Rezension bezieht sich auf: Stahlnetz (8 DVDs) (DVD)
>> Dieser Fall ist wahr!
Er hat sich so zugetragen wie wir es zeigen. Nur Namen von Personen und Strassen wurden geändert, um Unschuldige und Zeugen zu schützen.<< Dieser markante, ab der 4. Episode textlich leicht veränderte Vorspann revolutionierte im Jahre 1958 das junge deutsche Fernsehen. Erstmalig wurden Kriminalfälle aufgegriffen, die auf authentischen Polizeiberichten basierten. Autor Wolfgang Menge und Regisseur Jürgen Roland orientierten sich dabei an der Arbeit von Jack Webb, der mit dem amerikanischen Format DRAGNET bereits Anfang der 1950er Jahre einen gigantischen Zuschauermagneten erschaffen hatte. Von DRAGNET wurde übrigens auch die berühmte Titelmelodie entliehen.......>>Taa-Ta-Tamm-Tamm<< So entwickelte sich STAHLNETZ schnell zu beispiellosen Straßenfegern, welche die Menschen begeistert vor der Mattscheibe fesselten. Zwischen den Jahren 1958 1968 entstanden unter der Federführung des NDR insgesamt 22 Folgen nach dem erfolgreichen Muster. Dabei variierte die Länge der einzelnen Episoden enorm. Der kürzeste Fall läuft nur 35 Minuten, der längste Teil satte 115 Minuten. Fantastisch, daß damals noch kein Zeitkorsett bestand, in das der Autor die Handlung entweder hineinzwängen oder künstlich in die Länge ziehen mußte. Die Produktionen glänzen außerdem durch ein hochkarätiges Ensemble bis in die kleinste Nebenrolle. So etwa Henry Vahl in einem kurzen Gastauftritt als Professor Bildt in der Episode DAS HAUS AN DER STÖR (1963), wo auch Helga Feddersen in einer kleinen Rolle als Fräulein Fette zu sehen ist. Die Schauspielergarde bei STAHLNETZ liest sich wie ein Bestseller: Heinz Engelmann, Hellmut Lange, Rudolf Platte, Wolfgang Völz, Hans Hessling, Horst Beck, Eddi Arent, Christa Siems, Horst Michael Neutze, und viele viele andere. Die originell gestaltete Box beinhaltet alle 22 Folgen dieser Ära. Sie sind aufgeteilt auf 4 Amaray mit der Bezeichnung Vol 1, Vol 2, Vol 3, Vol 4, mit jeweils 2 DVD`s. Die Spieldauer beträgt insgesamt ca 27 Stunden. Als Bonusmaterial ist eine TV-Dokumentation aus dem Jahre 1986 über Jürgen Roland auf DVD 8 zu finden. Wie bei ARD Video üblich, wurde auch dieses Produkt ohne umfassende digitale Restauration auf den Markt gebracht. Der Schwarzweiß-Kontrast ist dennoch bei allen Folgen sehr gut, die Bildqualität schwächelt jedoch bei einigen der ganz alten Episoden erheblich. Ärgerlich, aber gerade noch vertretbar. Am Monoton gibt es hingegen keine Beanstandungen. Bei der wohl bekanntesten und spektakulärsten Episode REHE (1964), wo es um die Entführung eines Kindes geht, läuft die Abspannmusik sogar noch über 2 Minuten auf dem Schwarzbild weiter. Im TV noch nie erlebt! Fazit: Trotz einiger Bildschwächen ist die Box unbedingt zu empfehlen. STAHLNETZ der Inbegriff für Krimis auf höchstem Niveau. Damit setzte sich Altmeister Jürgen Roland rückblickend selber ein Denkmal. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Juwel,
Rezension bezieht sich auf: Stahlnetz (8 DVDs) (DVD)
Die ersten Folgen von Stahlnetz beginnen recht betuhlich und haben noch einen sehr stark dokumentarischen Charakter. Dann jedoch folgen einige wirkliche Juwelen des deutschen Fernsehens, die auch den internationalen Vergleich nicht scheuen müssen. Die Episoden bekommen Filmcharakter und Roland / Menge überraschen immer wieder durch neue Perspektiven, Erzählweisen und innovative Bildsprache. Die Stories sind oft originell und immer sehr spannend erzählt. Vieles kommt einem auch heute noch sehr frisch und modern vor. Verschiedene Episoden wie "Die Zeugin im grünen Rock", "Rehe" oder "Das Haus an der Stör" sind Meisterwerke des Kriminalfilms. Die einzelnen Folgen sind hochkarätig besetzt mit allem, was damals Rang und Namen hatte. Allen voran ist hier natürlich der große Heinz Engelmann zu nennen, aber auch Helmut Lange gibt in "Strandkorb 651" eine wirklich tolle Performance. Es lohnt sich, Stahlnetz zu schauen, da die späteren Folgen von viel mehr als nur historischem Interesse sind.
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