Live Scheiben von Great White gibt es mehr als genug. Entweder als offizielle Veröffentlichungen, als Bonus CDs zu den Studioalben, als rare Japan-Only Exemplare oder als hochwertige Bootlegs. Warum also ausgerechnet zu Stage" greifen, die als Einzel-Disc niemals alle Klassiker abdecken kann? Warum nicht, muss man fragen. Der Grund ist ganz einfach: Great White ist eine Band die sich über ihre Liveauftritte definiert und besonders dort auf der Bühne zu ihrer Höchstform aufläuft. Insbesonders wenn es sich um das einzig wahre und legitime Line-Up handelt. Nicht das es sich bei den einzelnen Musikern um Ausnahmekönner handelt (gut, auf Gitarrist Mark Kendall trifft diese Aussage wohl doch zu), es ist vielmehr die unwahrscheinliche Magie welche die Gruppe gemeinsam erzeugt. Das Tolle an Stage" ist a) die unkonventionelle Länge der einzelnen Nummern, welche allesamt auf evtl. Radioformate (Bitte nichts über 4 Minuten Spielzeit. Danke.") scheißt, b) die power-bluesigen Versionen der Songs, welche mehr durch Emotion als durch Technik begeistern und c) die mitreißende Stimmung bei den in Stage One und Stage Two (92 in L.A. und 93 in Anaheim aufgezeichnet) getrennten Heimspielen innewohnte.
Übrig bleibt eine Live CD welches verdeutlicht das Great White zu ihrer erfolgreichsten Phase in etwa mit Whitesnake zu Slide It In" Zeiten, zuzüglich der Eingängigkeit von Bon Jovi bei New Jersey" zu vergleichen ist. Wer heute immer noch meint den Haifisch in die Hair-Metal Ecke stellen zu müssen (Ein Schicksal das sie mit Könnern wie Cinderella oder Tesla gemeinsam haben und denen schon das Genick gebrochen hat), der hat Stage" nicht gehört. Ein Livealbum für Feinschmecker unter den Hardrockern ( wie viele Knie wurden wohl beim Huldigen der grenzgenialen Coverversion von Led Zeppelins Babe (I´m Gonna Leave You)" schon blutig gewetzt?) und ein Must-Have für G.W. Fans. Bis auf den Fakt das ein Doppelalbum Pflicht gewesen wäre und das die Aufmachung wirklich unverhältnismässig lax wirkt, macht man hier als Musikfreund gar nichts falsch.