Zum Inhalt:
Anfang 1946 reist der frisch aus der Armee entlassene Soldat Adam Miller aus dem völlig zerstörten Frankfurt zu seiner Mutter nach Venedig, eine Stadt, die der Krieg scheinbar nie erreicht hat. Hier lernt Adam die hübsche Jüdin Claudia Grassini kennen und beginnt mit ihr eine leidenschaftliche Affäre. Claudia fällt es aber schwer, daraus eine ernsthafte Beziehung wachsen zu lassen und je mehr Adam über ihre Vergangenheit erfährt, desto mehr versteht er auch warum. Und plötzlich tritt mit Dr. Gianni Maglione, dem neuen Freund seiner Mutter, auch noch der Arzt als Dämon dieser schrecklichen Vergangenheit in Erscheinung, der Claudias todkranken Vater mit einem beiläufigen Kopfnicken an ein SS-Kommando verraten haben soll. Für Beide beginnt nunmehr ein tödliches Versteckspiel, denn sie wissen bereits viel mehr, als die Stadt ohne Gedächtnis zulassen kann.
Mein Fazit:
Dies ist nach Die Tage vor Los Alamos" (dieses Buch fand ich nicht so ganz überzeugend und habe es daher auch nur mit drei Sternen bewertet) und In den Ruinen von Berlin" (dieser Roman wiederum hat mir sehr gut gefallen und deshalb hat er von mir auch die volle Bewertung erhalten) bereits mein drittes Werk von Joseph Kanon, aber ich musste leider feststellen, dass ich mir beim Lesen der Inhaltsbeschreibung (ehemalige KZ-Insassin trifft nach dem Krieg auf genau den Mann, der ihren Vater auf dem Gewissen hat) bedeutend mehr versprochen habe. Das Buch ist teilweise so langatmig (statt knappe 500 Seiten wäre Kanon aus meiner Sicht auch locker mit 200 Seiten ausgekommen um diese Geschichte niederzuschreiben und hätte das Ganze nun wirklich nicht unendlich in die Länge ziehen müssen), insbesondere durch ständige Widerholungen, dass es mir schon schwer fiel, es überhaupt bis zum Ende durchzulesen. Ehrlich gesagt frage ich mich noch immer, was genau für ein Art von Buch Joseph Kanon hier schreiben wollte. Einen Liebesroman? Ja, sicherlich. Eine Kriminalgeschichte? Vielleicht, aber dafür fehlte es aus meiner Sicht an der nötigen Spannung. Eine Nachkriegsgeschichte? Zumindest im Ansatz. Ein Thriller? Ganz sicher nicht, denn da habe ich ganz andere Ansprüche und daher gebe ich diesem Buch auch nur zwei von möglichen fünf Sternen.