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Stadt ohne Gedächtnis
 
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Stadt ohne Gedächtnis [Gebundene Ausgabe]

Joseph Kanon , Rudolf Hermstein
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 510 Seiten
  • Verlag: Blessing; Auflage: 1. Aufl. (9. Januar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3896672819
  • ISBN-13: 978-3896672810
  • Größe und/oder Gewicht: 23,4 x 15,8 x 4,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 963.310 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Joseph Kanon
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Venedig, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Fast scheint es, als sei nichts geschehen in dieser Stadt ohne Gedächtnis. Das zumindest versichern sich die Bewohner gegenseitig wie auch den Touristen und Besuchern. Unter ihnen befindet sich die reiche Amerikanerin Grace Miller, die Venedig ob seines morbiden Charmes zu ihrem neuen Wohnsitz auserkoren hat. Als ihr Sohn Adam, ein zuvor in Frankfurt stationierter GI, sie besucht, wird die endlose Aneinanderreihung von Cocktailparties und Dinnereinladungen gestört. Denn Adam ist es gewohnt, unbequeme Fragen zu stellen. Als einziger Sohn verdächtigt er Gianni, den Verlobten seiner Mutter, zunächst recht unschuldig der Heiratsschwindelei. Doch schon bald steht ein Verdacht im Raum, der ungleich bestürzender ist. Um den Skandal perfekt zu machen wird die ungeheuerliche Anschuldigung, Gianni sei ein Helfershelfer der Nazis gewesen, von Adams Freundin vorgebracht. Es kommt zum Eklat, und in der Folge überstürzen sich die Ereignisse.

Obwohl Adams Freundin Claudia einmal bemerkt, das alte Venedig mit seinem Karneval, den Masken und Fächern gebe es nicht mehr, so ist es doch genau dieser Eindruck, den Kanon dem Leser von der Stadt vermittelt. Hinter der Maske der Frivolität und der ausgelassenen Feste scheint ein jeder die eigene Vergangenheit verbergen zu wollen. Diese kollektive Amnesie funktioniert jedoch nur so lange wie kein Außenstehender das geschlossene System stört. Kanons Roman liest sich beinahe wie ein Drehbuch. Mit einer außergewöhnlich plastischen Sprache beschwört er ein nebliges, marodes und geheimnisvolles Venedig herauf, dessen dichte Atmosphäre den Leser sofort gefangen nimmt. Die tragischen zwischenmenschlichen Verwicklungen erreichen ein atemberaubendes Tempo, so dass der Leser kaum noch Zeit hat, sich über seine eigene Meinung zu Kanons Fragen nach Schuld und Vergebung im Klaren zu werden. Stadt ohne Gedächtnis ist sowohl ein fesselnden Thriller als auch eine dramatische Liebesgeschichte; ein Roman auf höchstem Niveau. --Nathalie Schwering

Kurzbeschreibung

Anfang 1946 reist der junge GI Adam Miller aus dem zerstörten Frankfurt zu seiner Mutter nach Venedig eine heile Welt, die der Krieg scheinbar nie erreicht hat. Hier lernt Adam Claudia Grassini kennen und findet in ihr seine große Liebe. Doch er erfährt auch von einem grausamen Verbrechen, das Claudia beinahe das Leben gekostet hätte.
Auf der Suche nach den Schuldigen gerät Adam in ein Netz aus Verleugnung und Verrat, das Besatzer und Kollaborateure ebenso umspinnt wie die vermeintlich ehrenwerte Gesellschaft Venedigs. Für das Liebespaar beginnt ein tödliches Versteckspiel, denn es weiß bereits viel mehr, als die Stadt ohne Gedächtnis zulassen kann.

Als Adam endlich die Entlassungspapiere der US Army in Händen hält, ergeht es ihm nicht anders als den meisten Überlebenden des Zweiten Weltkrieges, die als sich der Rauch über den Trümmern verzogen hat ungläubig aus einem Albtraum erwachen.
Kaum in Venedig angekommen, stellt er fest, dass der strahlende Marmor und die goldenen Kuppeln nicht nur verzaubern, sondern auch blenden können. In der Stadt an der Lagune stürzt er sich mit Claudia Grassini, einer bei der Accademia angestellten Jüdin, in eine leidenschaftliche Affäre. Doch Claudiafällt es schwer, daraus eine ernsthafte Beziehung wachsen zu lassen. Je mehr Adam über ihre Vergangenheit erfährt, desto mehr versteht er, warum. Und plötzlich tritt ein Dämon dieser Vergangenheit wieder in Erscheinung: Dr. Gianni Maglione, der Arzt, der Claudias todkranken Vater mit einem beiläufigen Kopfnicken an ein SS-Kommando verraten haben soll. Ein ungeheurer Verdacht, an dem zunächst auch Adam zweifelt. Doch warum verliert Claudia kurz nach dem Eklat erst ihre Stelle und dann ihre Wohnung? Wozu ist der angesehene Venezianer mit dem durchdringenden Blick wirklich fähig?
Zu einer Zeit, da man wieder einmal dabei ist, den Globus in Gut und Böse einzuteilen, kommt kaum ein Roman so passend wie Joseph Kanons viertes Werk über einen historischen Wendepunkt. Subtil, aber auch aufrüttelnd nüchtern stellt er Fragen nach persönlicher Schuld und gesellschaftlicher Verantwortung in Zeiten, in denen das Grauen die Konturen zwischen Schwarz und Weiß verwischt. Mal romantisch doch frei von Gondoliere-Kitsch mal bedrohlich in bester Hitchcock-Manier skizziert Kanon Venedig als Kulisse für diese mitreißende Mischung aus Thriller, Liebesdrama und Zeitgeschichte.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Wolfgang Gonsch TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
In diesem, seinem vierten Roman erzählt Joseph Kanon die Geschichte des jungen US-Nachrichtenoffiziers Adam Miller, der Anfang 1946 - nach dem Ende seines Militärdienstes aus dem völlig zerbombten Frankfurt am Main und von der bedrückenden Mitarbeit an vielen Entnazifizierungsverfahren zu einem Besuch seiner verwitweten Mutter nach Venedig reist. Sie sucht in der zauberhaften und völlig unzerstört gebliebenen Lagunenstadt wieder das mondäne Gesellschaftsleben unter den reichen Müßiggängern, das durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges jäh unterbrochen wurde. Und so ist auch der junge GI von diesem Glanz des alten Europa hin- und weggerissen.

Er kehrt aber auch wegen der jungen und wunderschönen italienische Jüdin Claudia zurück, deren Verhalten ihm jedoch zunehmend Rätsel aufgibt - bis zur Begegnung mit jenem soignierten Venezianer, der seine Mutter ehelichen möchte. Dieser Dr. Gianni Maglione von Adams Geliebter als jener Arzt entlarvt, der während der deutschen Besetzung Italiens (1943 bis 1944) ihren Vater - Studienfreund und Patient von Dr. Maglione - mit einem leichten Kopfnicken an die SS verriet, die ihn daraufhin postwendend nach Auschwitz deportierte. Ein ungeheurer Verdacht, der nicht nur von der venezianischen High Society verworfen wird, selbst Adam zweifelt. Und Maglione schlägt zurück: Er bezichtigt Claudia eine „Lagernutte" gewesen zu sein.

Von da an überschlagen sich die Ereignisse, Intrigen und Verwicklungen. Venedig erweist sich als ein Sumpf, der die vorher klaren Begriffe des bis dahin naiven Amerikaners von Anstand, Gerechtigkeit und Moral bei weitem übersteigen. Schließlich muss er selbst Tribut zollen, um seine geliebte Claudia vor dem Tod zu bewahren - was überlebt ist einzig die historische Fassade.

Dieser absolut betörende Venedig-Roman ist nicht nur ein packender Krimi und monumentales Werk in dem der Autor meisterhaft einen historischen Wendepunkt in seiner Vielschichtigkeit und Problematik lebendig werden lässt, sondern auch ein äußerst spannender Gesellschaftsroman. Dieser tragische Plot reicht locker an den großen Graham Green heran und reiht sich problemlos in die Reihe seiner drei vorangegangenen Bestseller Die Tage von Los Alamos, Der verlorene Spion und In den Ruinen von Berlin ein.

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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Joseph Kanon, US-Autor, spezialisiert sich in seinen Mordromanen auf die Zeit direkt nach dem zweiten Weltkrieg, und jedes Mal wird daraus ein Thriller mit einem besonders dichten Geflecht an Intrigen, Mordermittlungen, Spionage, Verrat, Mut und Feigheit. Das zeigen besonders "Die Tage von Los Alamos" und "In den Ruinen von Berlin". Letzteres gehört zum Besten, was über die Monate nach Kriegsende geschrieben wurde.

Mit "Stadt ohne Gedächtnis" führt Kanon die Leser nach Venedig, wo die Einheimischen verdrängt haben, wie korrupt, verräterisch und bösartig sie während der deutschen Besetzung handelten, und wo die Ausländer, die hier Erholung von den Kriegs- und Nachkriegsschrecken suchen, ebenfalls nur leichte Unterhaltung wollen.

Joseph Kanon ist ein Detailfanatiker. Jede Straße, die der Ich-Erzähler, ein US-Soldat, der in Deutschland Nazigrößen verfolgte, entlang wandert, wird so genau geschildert wie der Mord in einem alten venezianischen Palazzo. Das macht den Anfang des Thrillers etwas langatmig, aber die Mühe lohnt sich, denn Kanon taucht tief hinunter in den Gedächtnisschlamm aus Partisanengrausamkeit, geheimer Zusammenarbeit mit der deutschen SS, Judenmord und Nachkriegsrache für echte und nur vermutete Verbrechen.

"Stadt ohne Gedächtnis" erzählt von der Nebel- und Nachtseite Venedigs, von den vielen Lügenkulissen, hinter denen Einheimische und Besucher sich verbergen. Das Ergebnis ist ein erstklassiger Thriller, der erste im Frühjahr 2006, aber sicher einer der besten des ganzen Jahres.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Oehler VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Zum Inhalt:

Anfang 1946 reist der frisch aus der Armee entlassene Soldat Adam Miller aus dem völlig zerstörten Frankfurt zu seiner Mutter nach Venedig, eine Stadt, die der Krieg scheinbar nie erreicht hat. Hier lernt Adam die hübsche Jüdin Claudia Grassini kennen und beginnt mit ihr eine leidenschaftliche Affäre. Claudia fällt es aber schwer, daraus eine ernsthafte Beziehung wachsen zu lassen und je mehr Adam über ihre Vergangenheit erfährt, desto mehr versteht er auch warum. Und plötzlich tritt mit Dr. Gianni Maglione, dem neuen Freund seiner Mutter, auch noch der Arzt als Dämon dieser schrecklichen Vergangenheit in Erscheinung, der Claudias todkranken Vater mit einem beiläufigen Kopfnicken an ein SS-Kommando verraten haben soll. Für Beide beginnt nunmehr ein tödliches Versteckspiel, denn sie wissen bereits viel mehr, als die Stadt ohne Gedächtnis zulassen kann.

Mein Fazit:

Dies ist nach Die Tage vor Los Alamos" (dieses Buch fand ich nicht so ganz überzeugend und habe es daher auch nur mit drei Sternen bewertet) und In den Ruinen von Berlin" (dieser Roman wiederum hat mir sehr gut gefallen und deshalb hat er von mir auch die volle Bewertung erhalten) bereits mein drittes Werk von Joseph Kanon, aber ich musste leider feststellen, dass ich mir beim Lesen der Inhaltsbeschreibung (ehemalige KZ-Insassin trifft nach dem Krieg auf genau den Mann, der ihren Vater auf dem Gewissen hat) bedeutend mehr versprochen habe. Das Buch ist teilweise so langatmig (statt knappe 500 Seiten wäre Kanon aus meiner Sicht auch locker mit 200 Seiten ausgekommen um diese Geschichte niederzuschreiben und hätte das Ganze nun wirklich nicht unendlich in die Länge ziehen müssen), insbesondere durch ständige Widerholungen, dass es mir schon schwer fiel, es überhaupt bis zum Ende durchzulesen. Ehrlich gesagt frage ich mich noch immer, was genau für ein Art von Buch Joseph Kanon hier schreiben wollte. Einen Liebesroman? Ja, sicherlich. Eine Kriminalgeschichte? Vielleicht, aber dafür fehlte es aus meiner Sicht an der nötigen Spannung. Eine Nachkriegsgeschichte? Zumindest im Ansatz. Ein Thriller? Ganz sicher nicht, denn da habe ich ganz andere Ansprüche und daher gebe ich diesem Buch auch nur zwei von möglichen fünf Sternen.
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