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Stadt aus Glas. SZ-Bibliothek Band 6
 
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Stadt aus Glas. SZ-Bibliothek Band 6 [Gebundene Ausgabe]

Paul Auster , Joachim A. Frank
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (31 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (24. April 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937793054
  • ISBN-13: 978-3937793054
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 12,8 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (31 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 286.718 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Krimiautor Daniel Quinn kann kaum noch tiefer sinken. Nach dem Tod seiner Frau und seines Sohnes sieht er keinen Sinn mehr im Leben und zieht sich immer weiter in die Einsamkeit zurück. Doch da klingelt eines Nachts plötzlich das Telefon. Mit einem Mal hat Quinn völlig unerwartet einen geheimen Auftrag: Er schlüpft in die Rolle eines mysteriösen Privatdetektivs namens Paul Auster. Seine Mission besteht darin, den verrückten Forscher und Philosophen Peter Stillman zu observieren, der nach vielen Jahren aus einer psychiatrischen Klinik entlassen worden ist. Dessen Sohn fürchtet, dass ihm sein verwirrter Vater nach dem Leben trachten könnte. Quinn folgt Stillman kreuz und quer durch New York, doch kann er sich einfach keinen Reim auf dessen Handlungen machen. Da verschwindet Stillman plötzlich.

"Stadt aus Glas" (1985) ist der erste Teil der "New York-Trilogie", mit der Auster sich international einen Namen als faszinierender Romanautor machte. Ihm folgten "Schlagschatten" und "Hinter verschlossenen Türen" (beide 1986). Dank dieser Trilogie und der folgenden Romane sowie der Filmdrehbücher "Smoke" und "Blue in the Face" von 1995 wurde er zu einem der bekanntesten Schriftsteller der amerikanischen Gegenwartsliteratur.

Über den Autor

Der Erzähler, Essayist, Übersetzer und Dichter Paul Auster wurde 1947 in Newark in den USA geboren. Nach einem Studium an der Columbia University in New York zog er nach Frankreich, wo er die Werke französischer Schriftsteller übersetzte. Gleichzeitig begann er, erste eigene Texte in amerikanischen Zeitschriften zu veröffentlichen. Sein internationaler Durchbruch als Autor gelang ihm 1987 mit der "New York-Trilogie". In den drei Romanen dieser Sammlung stehen Protagonisten im Mittelpunkt, die geradezu besessen davon sind, das Leben anderer zu observieren, worüber sie selbst in schwere Identitätskrisen geraten. Auch als Verfasser von Gedichten, Essays und Drehbüchern machte sich Auster einen Namen. Heute ist er auch in Deutschland einer der meistgelesenen amerikanischen Autoren.

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30 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Identitätskrise, 24. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Stadt aus Glas. SZ-Bibliothek Band 6 (Gebundene Ausgabe)
„Mit einer falschen Nummer fing es an, mitten in der Nacht läutete das Telefon dreimal, und die Stimme am anderen Ende fragte nach jemandem, der er nicht war."
Paul Auster ist ein Meister des ersten Satzes. Und der Auslöser für den Beginn einer Geschichte oder deren Wendungen ist (bei den Romanen, die ich bisher von ihm kenne) immer ein Zufall, etwas nicht näher Erklärtes, Erklärbares oder Begründbares. So beginnt auch "Stadt aus Glas" mit einem Zufall, eben jenem falschen Anruf. Was dann zunächst nach Detektivstory aussieht, wird im Laufe der Geschichte zu einer massiven Identitätskrise für deren (Anti-)Helden Daniel Quinn. Wenn er nicht schon zu Beginn in dieser steckt: Nach dem Tod seiner Frau und seines Sohnes, schreibt er unter dem Pseudonym William Wilson, Detektivromane mit derem Helden, dem Detektiv Max Work, er sich während des Schreibens identifiziert. Nach dem seltsamen Telefonanruf nimmt er, ohne eigentlich recht zu wissen warum, die Identität desjenigen an, der eigentlich verlangt wurde, nämlich die des Privatdetektivs Paul Auster. Das Spiel mit Namen, Initialen, Identitäten, Anspielungen und Zitaten geht munter weiter, bis Quinn seine eigene Identität zum Schluss vollkommen verliert, sich quasi auflöst. Beispiele gefällig? Bitteschön: Der Lieblingsroman von Quinn ist "Don Quijote" - D.Q. wie Daniel Quinn. Die Haushälterin seiner Auftraggeber heißt Saavedra - der Name des Autors von "Don Quijote" ist Miguel de Cervantes Saavedra. Sowohl das Opfer als auch der potentielle Täter heißen Peter Stillman. Der Detektiv nach dem zu Beginn verlangt wird, und der sich dann als Schriftsteller entpuppt, heißt Paul Auster, seine Frau Siri (der Name von Paul Austers - ich meine diesmal den Autor dieses Romans - Frau ist Siri Hustvedt), sein Sohn Daniel...

Die Frage nach dem tieferen Sinn des Ganzen entkräftet Auster scheinbar schon zu Beginn des Buches, gleich im ersten Absatz. Was dann bleibt ist ein geistreiches, mit Rätseln und abstrusen Einfällen garniertes, spannendes Spiel mit der Sprache, das ich mit Genuss gelesen habe.

Eine kleine Anmerkung noch zum Schluss, auch wenn's pingelig wirkt: Man hat sich ja in DTP-Zeiten daran gewöhnt, daß alte Schriftsetzertugenden ziemlich in Vergessenheit geraten sind, aber es fällt schon ein wenig auf, wenn Fehler wie fehlende Wortzwischenräume, fehlende Buchstaben oder "unschöner" Blocksatz (mit "Schusterjungen") gehäuft auftreten. Dies ist aber nicht nur ein Problem dieser ansonsten wirklich sehr schön gestalteten (und wirklich mehr als Preis-werten!), lobenswerten, (für meinen Geschmack) gut zusammengestellten Reihe, sondern tritt auch bei wesentlich teureren Publikationen auf.

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Spannender Selbstfindungstrip, 14. August 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Stadt aus Glas. SZ-Bibliothek Band 6 (Gebundene Ausgabe)
Paul Auster gehört zu den produktivsten und erfolgreichsten Schriftstellern der jüngeren Autorengeneration der USA. Nach einem Studium der Anglistik und der vergleichenden Literaturwissenschaft lebte er einige Zeit in Frankreich, wo er mit den Werken u. a. Sartres und Mallarmés in Berührung kam. Seit seiner Rückkehr in die USA hat Auster in beinahe jedem Spektrum der Literatur von sich reden gemacht. Den Durchbruch zum Weltruhm verschaffte ihn seine "New York" - Trilogie, deren erster Band das hier besprochene "Stadt aus Glas" ist. Alle drei Teile sind im Stil des klassischen Kriminalromans geschrieben, die im Mittelpunkt stehenden Ermittler werden durch ihre Recherchen nach den Hintergründen der Kriminalfälle zunehmend zu Bessenen auf der Suche nach der eigenen Identität.
"Stadt aus Glas" erzählt die Geschichte des heruntergekommenen Kriminalautors Daniel Quinn. Nach dem Unfalltod seiner Frau und seines Sohnes isoliert er sich völlig von seiner Umwelt und schreibt für seinen Lebensunterhalt jährlich einen Kriminalroman unter Pseudonym. In seiner Zurückgezogenheit wird Quinn durch Anrufe einer unbekannten Person gestört, die sich nicht davon abbringen läßt, daß er in Wirklichkeit der Privatdetektiv Paul Auster ist. Der unbekannte gibt sich schließlich als Peter Stillman ("das ist nicht mein richtiger Name") aus und beauftragt Quinn damit, seinen Vater, ebenfalls Peter Stillman, nach dessen Entlassung aus der Psychiatrie zu beschatten. Quinn nimmt schließlich den Namen Auster an und übernimmt den Fall. Er folgt dem scheinbar noch immer geistig verwirrten Stillman kreuz und quer durch New York, kann sich auf dessen Handlungen jedoch keinen Reim machen, bis der Religionsforscher, der seinen Sohn neun Jahre lang in Dunkelheit und ohne Zuwendung gefangen gehalten hatte, spurlos verschwindet. Stillmans Suche wird zu einem rätselhaften, bizarren Selbstfindungstrip durch die Stadt und durch diverse Querverweise auf mit seiner Suche zusammenhängenden Werken der Weltliteratur.
Virtuos spielt der Autor hier mit dem Genre des Kriminalromans, legt immer wieder flasche Spuren aus, um den Leser wiederholt ins Leere laufen zu lassen. Die Rolle von Tätern und Opfern, Verfolgern und Verfolgten, kehren sich um, das Sammeln von Informationen, rationale Analyse und logische Schlußfolgerungen ermöglichen keinen Zugang zur rätselhaften Wirklichkeit. Auster bietet keine Lösungen an, sondern überläßt es dem Leser, sich aus der chaotischen, von Zufällen bestimmten Welt dieses Romans seinen eigenen Reim zu machen.
Ein sehr spannendes, sprachlich hochklassiges und hintergründiges Buch, dessen ganzer Ideenreichtum sich nach einmaligem Lesen bei weitem nicht offenbart.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen ein verstörendes Buch, 1. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: Stadt aus Glas. SZ-Bibliothek Band 6 (Gebundene Ausgabe)
"Mit einer falschen Nummer fing es an, mitten in der Nacht läutete das Telefon dreimal, und die Stimme am anderen Ende fragte nach jemandem, der er nicht war."

In diesem ersten Satz besiegelt sich das Schicksal der Hauptfigur des Romans, einem Schriftsteller namens Quinn. Durch einen kleinen Zufall, einer falsch gewählten Telefonnummer, verwandelt sich seine schon länger andauernde Lebenskrise in einen völligen Absturz.

Nach dem Unfalltod seiner Frau und seines Sohnes schreibt Quinn unter dem Pseudonym William Wilson Kriminalromane und gibt sich als Paul Auster aus, einem Privatdetektiv. Beraten wird er von Max Work, der Hauptfigur seiner eigenen Romane, ebenfalls einem Privatdetektiven. Der reale Paul Auster betreibt nicht nur ein Spiel mit Identitäten, sondern tritt später sogar selbst auf - aber nicht als Privatdetektiv, sondern als der Schriftsteller, der er nun mal ist.

Quinn nimmt unter dem Namen Paul Auster einen Auftrag als Privatdetektiv an. Ein als Kind misshandelter Mann engagiert ihn, seinen Vater zu observieren, der aus dem Gefängnis entlassen wird, wo er eben wegen der Misshandlungen die letzten Jahre verbracht hat. Stillman - so heißt der Vater - verhält sich auf den ersten Blick normal, auf längere Sicht jedoch sehr auffällig. Hierbei wird nicht klar, ob diese Auffälligkeit wirklich seinen Handlungen innewohnt, oder nur Quinns Interpretationen entstammt. Quinn wird auf jeden Fall so sehr von dem Fall vereinnahmt, dass er jeglichen Bezug zu seinem realen Leben aufgibt.

Quinn verfolgt "sein Opfer", wobei ihr Weg sie kreuz und quer durch New York führt - eine Stadt voller Menschen, an denen Quinn jedoch vorbeieilt, ohne sie wirklich wahrzunehmen. Man hat als Leser fast den Eindruck, als wäre diese Riesenmetropole eine Geisterstadt. Plötzlich verschwindet Stillman und ebenso Quinns Auftraggeber. Quinn verliert damit seinen letzten Bezug zur Realität und - verschwindet letztendlich ebenfalls.

"Mit Quinn brauchen wir uns kaum aufzuhalten." schreibt der reale Paul Auster über seine Hauptfigur. Tatsächlich erfahren wir in dem Roman auch weit weniger über diesen Mann, als über die Rollen, in die er schlüpft.

Auster bedient sich hierbei eines kühlen, sachlichen Tons, der an Albert Camus erinnert, ähnlich wie dessen Roman "die Pest" wird auch "Stadt aus Glas" von einem Kommentator erzählt, der erst am Ende des Romans identifiziert wird. Auch an Max Frisch fühlt man sich erinnert, wenn man das Motiv der männlichen Identitätskrise sieht - anders als bei Frisch bleibt der Roman jedoch trostlos, ohne echte Auflösung. Quinns Krise führt nicht zu einer Läuterung der Person, sondern zu deren Auslöschung. Auch die Detektivgeschichte - so spannend sie auch ist - wird nicht aufgelöst, sondern verliert sich - mit dem Verschwinden des observierten Stillmans - einfach ins Leere.

Insgesamt wirkt der Roman auf mich trotz seines amerikanischen Autors und trotz dessen, dass vieles der Handlung nur dadurch möglich wird, dass das Buch in New York spielt, sehr europäisch. Vielleicht liegt das daran, das Paul Auster (der reale) einige Zeit in Europa gelebt hat und französische Autoren ins Englische übersetzt hat. Man findet auch immer wieder Zitate bekannter Romane in "Stadt aus Glas".

Auster ist übrigens 1947 in Newark geboren und hat an der Columbia Universität in New York studiert, kennt also durchaus das Terrain, das er beschreibt.

Sein letzter Satz mag tröstlich sein für jene, die um den verschwundenen Quinn trauern: "Was mich betrifft, so bleiben meine Gedanken bei Quinn. Er wird immer bei mir sein. Und wohin immer er verschwunden sein mag, ich wünsche ihm Glück."

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