Der amerikanische Abenteurer Joe (John Wayne) sitzt gerade wegen einer "Lapalie" im Knast in Nordafrika, als ihm der ihm inzwischen recht gut bekannte Polizeichef die Freilassung anbietet. Der Grund: aus Frankreich ist der junge Archäologe Bonnard (Rossano Brazzi) angereist, der einen erfahrenen Führer für eine Reise in die Sahara braucht. Nach erfolgreicher Vermittlung durch den Polizeichef gehen die Reisevorbereitungen los. Bonnard verguckt sich in die ebenfalls aus Europa stammende junge Dita (Sophia Loren), die sich auch schon mal kurzzeitig mit Männern einlässt. In der Vergangenheit hatte auch Joe schon seine Erfahrungen mit ihr gemacht, die ihm durchaus nicht nur positiv in Erinnerung sind. Als Bonnard und Joe schliesslich unterwegs in die Wüste sind, hängt sich Dita ihnen an, besonders aus Interesse am Ersteren. Unterwegs konkretisiert Bonnard seine Pläne: er sucht eine versunkene Stadt in der Wüste, in der sein Vater vor Jahren einen Schatz gesucht und gefunden haben soll, aber schliesslich verschwand. Die Stimmung im Trio ist äusserst wechselhaft, doch das gemeinsame Ziel hält sie schliesslich zusammen auf dem beschwerlichen Weg. In der Ruinenstadt selbst merken sie, dass es damals einen Kampf um den Schatz gab, und die Geschichte droht sich zu wiederholen. Das würde bedeuten, dass nicht alle lebend das Abenteuer überstehen.
Wenn Hauptdarsteller John Wayne und Regisseur Henry Hathaway zusammen einen Film realisierten, war das Ergebnis oft ein Western, aber hier nicht. Obwohl in der Neuzeit angesiedelt, ist die Geschichte doch ziemlich archaisch, die Hauptfiguren sind auf sich selbst gestellt und treffen auf widrige Umstände. "Legend of the Lost" (United Artists, 1957) ist ein spannende und atmosphärische Mischung aus Abenteuer, Überlebenskampf und Ensemblestück, bei der man sich lange nicht sicher sein kann, wie die Geschichte endet. Auf DVD dauert der Film 104 Minuten.
Die DVD-Firma Koch hat erfreulich gutes Ausgangsmaterial aus den MGM-Archiven erhalten: die Farben sind frisch und bringen das breite Bild im Format 2,35:1 (16:9) gut zur Geltung. Der Ton ist ebenfalls gut. Die Auswahl an Sprachen und Untertiteln ist, wie so oft, karg. Es gibt jeweils die Ton- und Untertitelspuren auf Deutsch und Englisch. Allerdings waren die DVD-Macher etwas unvorsichtig: obwohl auch die deutsche "Inserts"-Untertitelspur vorhanden ist, bleibt diese bei den wenigen nicht synchronisierten Sequenzen leer. Schade! Um zum Anfang des Films erscheint der MGM-Löwe anstelle des UA-Logos. Das Bonusmaterial hält wenig Überraschendes bereit: englischer und deutscher Trailer, Bildergalerie. Der Erstausgabe liegt noch ein kleiner Prospekt bei, der die Produktion des Films und die Begleitumstände auf interessante Weise beleuchtet.
Insgesamt hat diese Veröffentlichung einiges an Licht und Schatten. Deshalb reicht es in der Gesamtbewertung für drei von fünf Zisternen und ein Nachtlager.