Jim Thurmond ist es gelungen gemeinsam mit der Prostituierten Frankie und dem Prediger Martin nach New Jersey zu fahren, um dort Danny, Jims Sohn zu retten. Doch es dauert nicht lange, da wimmelt es vor dem Haus von Jims Ex-Frau und Dannys Mutter von Zombies. In wirklich allerletzter Sekunde gelingt es den Gefährten mit Hilfe von Dannys Nachbarn Don De Santos der blutgierigen Horde zu entkommen. Zusammen schlagen sie sich bis New York durch, wo sie von einer Patrouille Überlebender, die mit einem Hubschrauber unterwegs ist, aufgelesen werden. Die Patrouille gehört zu einem befestigten Wolkenkratzer, dem Ramsey Tower, der angeblich unzerstörbar und uneinnehmbar ist. Sein Besitzer und Erbauer, der Milliardär Darren Ramsey, will dort so viele Überlebende wie möglich unterbringen, damit die menschliche Rasse nicht ausstirbt. Doch angesichts des allgegenwärtigen Grauens verliert er die Kontrolle, und gefährdet durch seinen Messias-Komplex das Leben der Anwesenden. Und diese Schwäche nutzt Ob, der dämonische Anführer der Zombies, gnadenlos aus. Er weiß, dass sich im Ramsey-Tower die letzten Menschen von New York verschanzt haben. Fällt diese letzte Bastion der Menschheit, können die Zombies über Gottes Schöpfung triumphieren. Und die Zahl der Untoten ist schier unendlich, und darüber hinaus gut bewaffnet ...
Bereits an der kurzen Inhaltsbeschreibung kann man unschwer erkennen, dass es sich bei 'Stadt der Toten' um keinen herkömmlichen Zombie-Roman handelt. Die Zombies können nämlich nicht nur Waffen benutzen und sogar Fahrzeuge führen, sondern auch sprechen (sofern Stimmbänder vorhanden und intakt). Das liegt vor allem daran, dass die Toten nicht durch irgendwelche Viren oder Strahlungen belebt werden, sondern durch uralte sumerische Dämonen, die sogenannten Siqqusim (man frage mich bitte nicht wie das genau ausgesprochen wird). Und, wie bereits in Keenes eher klassisch angehauchtem Zombie-Thriller 'Totes Meer', so frönt der Autor auch in diesem Werk seiner Vorliebe für untote Tiere. Vor allen Dingen Vögel und Ratten kommen geradezu in Massen vor. Dies nur vorweg, damit der geneigte Leser gleich weiß, was ihn erwartet. Immerhin reagieren viele Fans und Zombie-Puristen doch sehr allergisch auf sprechende Untote. Der Roman ist übrigens die direkte Fortsetzung des Buches 'Auferstehung', das man vorher gelesen haben sollte, aber nicht zwingend muss. Wer den ersten Band kennt und auf den ersten Seiten des vorliegenden Romans ein kleines Deja vu-Erlebnis hat, kann beruhigt sein. Der Verlag hat sich entschlossen das letzte Kapitel von 'Auferstehung' als erstes Kapitel für 'Stadt der Toten' zu verwenden. So wird der Leser gleich über die aktuelle Situation informiert, ohne erst umständlich sich die Geschehnisse von Band eins ins Gedächtnis rufen zu müssen. Auch in diesem Roman wird Action groß geschrieben. Die Geschichte lebt von seiner außergewöhnlichen Brutalität und Zeit zum Verschnaufen haben Leser und Protagonisten eher weniger. Das führt dazu, dass viele neu hinzugekommene Figuren oberflächlich und blass wirken. Frankie, Jim und Martin indes, sowie Danny und Don De Santos, wachsen dem Leser schnell ans Herz, so dass man mit den Überlebenden bis zur letzten Seite mitfiebern kann. Gelungen ist Keene auch die Figur des Obdachlosen Lauspelz, der mit seinem Kater Gott den Überlebenden einen Ausweg zeigt, als schon alles verloren scheint. Sehr skurril, teilweise schon satirisch angehaucht sind die Szenen in denen der Siqqusim Ob den Angriff auf den Ramsey-Tower organisiert, vor allem als der Anführer der Zombies genüsslich menschliche Augäpfel aus einem Popcorn-Eimer mampft. Keenes Schreibstil ist einfach, schnörkellos und sehr minimalistisch. Dem Autor geht es um plakative Ekel- und Schockeffekte, als um literarischen Anspruch. Auch dem Lektorat sind die einen oder anderen Patzer leider entgangen. Das Ende des Romans wird die Leser sicherlich spalten und ist wirklich nicht leicht zu verdauen. Dennoch ist auch 'Stadt der Toten' absolut lesenswert und verleiht der Zombie-Thematik neue Facetten.