Xiaolu Guo Stadt der Steine Albrecht Knaus Verlag
ISBN3813502538
Die junge Autorin Xiaolu Guo, die in China geboren und aufgewachsen ist und heute in London lebt, hat uns mit diesem Buch eine Ahnung von der uns so fernen Welt in China gegeben.
Eine junge Frau, „ kleiner Hund“ gerufen, was für die Namensgebung in China nicht ungewöhnlich zu sein scheint,
beschreibt abwechselnd ihr Leben heute in der großen Stadt Beijing und das Leben in ihrer Kindheit und Jugend in der kleinen Stadt am Meer, hier „Stadt der Steine“ genannt, in der sie geboren ist.
Ihre Eltern hat sie nie gekannt. Sie wächst bei ihren Großeltern auf, die fremde und ferne Gestalten für sie sind. Sie wird ernährt und hat ein Bett in einem kleinen einfachen Haus, in dem die Großeltern wohnen. Mehr gibt es nicht.
Sie springt durch die Strassen, kennt diese oder jene kleinen Mädchen, sitzt am Meer und schaut den Fischern zu, hängt ihren Gedanken nach.
In einem früh erinnerten und schrecklichen Erlebnis wird sie im Alter von sieben Jahren missbraucht.
Jetzt lebt sie in Beijing mit ihrem Freund Red zusammen, der begeisterter Frisbeespieler ist.
Der Ton, in dem das Buch geschrieben ist, ist einfach und lakonisch. Und wenngleich es den Anschein hat, dass hier nicht reflektiert wird, hatte ich intensiv den Eindruck, Gefühle der Einsamkeit und Verlassenheit, ja zum Teil Verlorenheit, vermittelt zu bekommen, wie ich sie mir poetischer nicht vorstellen kann. Teilweise meint man, das aus der Kindheit und Jugend Erinnerte sei alles nur ein Traum,--kein guter, beileibe nicht.
Es werden noch einige Ereignisse beschrieben, die uns beeindrucken, die aber hier nicht vorweggenommen werden sollen.
In seiner schlichten Einfachheit ist das Buch ein Dokument, das tiefe Einblicke in das Leben in China gibt. Wir wissen so wenig über das Land und die Mentalität der Menschen dort!
Schön, das wir auf diesem Wege etwas erfahren können.
Cl.B.