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Stadt der Heiligen & Verrückten
 
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Stadt der Heiligen & Verrückten [Gebundene Ausgabe]

Jeff VanderMeer , Erik Simon
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1., Aufl. (August 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608937730
  • ISBN-13: 978-3608937732
  • Originaltitel: City of Saints & Madmen
  • Größe und/oder Gewicht: 22,6 x 15,8 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 608.603 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jeff VanderMeer
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

»Anzüglich, sinnlich, lästerlich und berauschend.« SF Site Willkommen in ... AMBRA. Es war einmal eine Stadt an den Ufern des Flusses Mott, die hatte nicht ihresgleichen in der Geschichte und darüber hinaus. Gegründet auf dem Blut ihrer ursprünglichen Bewohner, der verstohlenen Grauhüte, und jahrhundertelang in die Nachwirkungen dieses Kampfes verstrickt, ist Ambra zu einer grausam schönen Metropole geworden – eine Zuflucht für Maler und Diebe, für Komponisten und Mörder.

Klappentext

In »Stadt der Heiligen & Verrückten« ist die ganze Geschichte von Ambra enthalten: wie der Missionar Dradin in die Zivilisation zurückkehrt und sich unsterblich verliebt; wie der berühmte Maler Martin See zu einer Enthauptung eingeladen und zu seinen Meisterwerken inspiriert wird; wie ein hochbegabter Schriftsteller in einer einsamen Zelle eine Welt erfindet und wieder verliert; und wie die Grauhüte, die Nachfahren der Ureinwohner, unaufhaltsam die Herrschaft über die Stadt zurückerringen ... Die vorliegende Ausgabe enthält alle mit Ambra verknüpften Erzählungen sowie Illustrationen von sieben Künstlern – ein faszinierend erzählter und aufwendig gestalteter Mosaikroman. Jeff VanderMeer ist für »Die Verwandlung des Martin See« (im vorliegenden Band enthalten) mit dem World Fantasy Award ausgezeichnet worden. 2001 zählte ihn die SF-Zeitschrift »Locus« zu den zehn führenden Autoren phantastischer Literatur auf der Welt. *** Weitere Stimmen zum Buch »Beunruhigend, kenntnisreich, düster, durchsetzt von unerwartetem Humor, sind die Erzählungen unendlich fesselnd und herausfordernd. Ambra ist einer meiner Lieblingsorte in der Literatur.« China Miéville »Eine Einladung ins Wunder, eine Tor zu einer bewußtseinsverändernden Erfahrung, ein Katalysator für die Vorstellungskraft, eine Erzählung, deren verwickelte Komplexität Klarheit statt Verwirrung schafft, eine Fantasy, die Wirklichkeit hervorbringt. Mir fällt kein anderes Buch der Gegenwart ein, von dem ich ebenso sicher wäre, daß es ein Klassiker wird.« Jeffrey Ford »Ich bin bezaubert und ergötzt von der geschlossenen und stimmigen Phantasie, der schönen und üppigen, dabei aber präzisen Sprache, von dem furchtlosen Einfallsreichtum und der berückenden Fremdheit. Angela Carter hätte dieses Buch gefallen!« Rikki Ducornet »VanderMeer ist ein Meister seines Fachs. Seine ziselierte, laserscharfe Sprache dringt in den schmerzlichen Kern menschlicher Erfahrung vor.« S. P. Somtow »Ergötzliche Fantasia.« Washington Post »VanderMeers düsterer, raffinierter, traumhafter, surrealistischer Stil spottet jeder Beschreibung. Man kann auf literarische Einflüsse hinweisen, aber VanderMeers Stimme ist dennoch unverkennbar seine eigene, wenn er in Geschichte um Geschichte seine strukturierte, vieldimensionale Stadt erschafft ... äußerst empfehlenswert.« Year´s Best Fantasy and Horror »Ein schön geschriebenes, geradezu halluzinatorisches Werk ... Kenner und Liebhaber der besten postmodernen Fantasy werden es ungeheuer lohnend finden.« Publishers Weekly »Einer der bemerkenswertesten Verfasser, die heutzutage in Amerika die phantastische Literatur ausüben ... Verborgen Sie Stadt der Heiligen nur an Leute, deren Sie sich sicher sind. Es ist ihr Führer durch Ambra, und womöglich stellen Sie fest, daß Sie dort leben.« SF Site »Wunderbar düster und grotesk, komplex und überzeugend.« Review of Contemporary Fiction »Ein Text von tödlich hypnotischer Faszination ... ein Meisterwerk der ironischen Perversion, angesiedelt in einer brillant ins Bild gesetzten Stadt.« New York Review of Science Fiction »Das ist großartige Lektüre und wirklich überaus empfehlenswert. Wenn Sie ein Fan von Autoren wie Michael Moorcock, China Miéville und Tim Powers sind, sollten sie ein Exemplar bestellen - unverzüglich.« The Alien Online

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Tja, wie könnte man dieses Werk von Jeff VanderMeer am besten beschreiben? Ein Roman im bekannten Sinne ist es nicht, eine Sammlung von Geschichten auch nicht. Es ist ein Kompendium über die fiktive Stadt Ambra und beinhaltet unter anderem mehrere Erzählungen, eine Studie zur Geschichte der Stadt, Protokolle und Gutachten aus einer psychiatrischen Anstalt, eine Familienchronik, Tagebuchaufzeichnungen und ein gigantisches Sammelsurium von Informationen und Querverweisen im Glossar und der Bibliografie.

Vorgestellt werden mehrere Personen und Persönlichkeiten, etwa der junge Dradin, der sich in eine schöne Unbekannte verliebt, oder die Hoegbottons, die zu den einflussreichsten Familien der Stadt gehören. Auch "Hoegbottons Führer zur Vor- und Frühgeschichte der Stadt Ambra" fehlt nicht. Akribisch wird darin geschildert, wie der Pirat Katten John einst die Ureinwohner der Stadt, die pilzähnlichen "Grauhüte", besiegte (naja, "besiegen" ist nicht ganz das richtige Wort, aber das sollte man selbst lesen). Und da wäre auch der Maler Martin See, der eines Tages eine "Einladung zu einer Enthauptung" erhält und sie tatsächlich annimmt, nicht ahnend, was das für sein künstlerisches Schaffen bedeutet (nein, es ist nicht seine eigene Enthauptung, so billig lässt VanderMeer seine Leser nicht davonkommen). Eine wichtige Rolle spielen auch die Königskalmare aus dem Mott-Fluss, denen eine ganze Abhandlung mit Bildmaterial gewidmet ist.

Klingt seltsam? Ist es auch! Wahn und Wirklichkeit, Fiktion und Realität überschneiden sich immer wieder, jeder Text kann die vorherigen Geschichten in ein völlig neues Licht setzen. Manche davon entpuppen sich beispielsweise als fiktive Werke, die der Wahnvorstellung eines Wahnsinnigen entsprungen sind. Dieser ist der Meinung ist, die Stadt Ambra (in der er selbst lebt) sei seine Erfindung. Und in dem ganzen Sammelsurium ist schließlich auch noch die Geschichte der Grauhüte eingebettet, die Ambra zurückerobern wollen. Dieser Handlungsstrang ist vor allem in Nebensätzen und Fußnoten präsent, wird angedeutet als Ahnung einiger weniger Bewohner, deren Warnungen als Verschwörungstheorien abgetan werden.

Kurz: Das Buch ist wie eine verstaubte, verwinkelte Bibliothek voller erstaunlicher Schätze, in denen man als Leser stöbert, auch mal schwere Kisten vom Schrank wuchten muss, dann aber als Belohnung sehr ungewöhnliche Dinge findet. Es ist anstrengend und stellenweise sperrig, man muss sich an einigen Stellen durchbeißen, sich auf die verschiedenen Schriften und Schreibstile einlassen, die von literarischer, metaphernreicher Erzählung bis zum trockenen Protokoll einer psychiatrischen Sitzung reichen. Aber man wird mit einer großartig ausgearbeiteten Phantastik-Stadt belohnt, die sich Geschichte für Geschichte und Fragment für Fragment vor dem geistigen Auge zusammensetzt.

Begeistert hat mich die düstere Stimmung, die oft beklemmende Atmosphäre, der Humor, die geradezu irrsinnige Detailverliebtheit in den Fußnoten und dem Glossar. Die Geschichten sind "abgefahren", beängstigend, alptraumhaft, skurril, witzig und an manchen Stellen - ja - auch schwülstig oder staubtrocken.

Fazit: Definitiv das ungewöhnlichste Phantastik-Buch, das ich seit langem gelesen habe, sperrig und unbequem, aber einfach genial. Kein Buch zum entspannten Lesen, sondern eins zum Forschen und Finden!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wirklich beeindruckt hat mich anfangs die Aufmachung des Buches an sich. Hier stimmt wirklich alles. Die Geschichten, erstmals veröffentlicht im Laufe der letzten Jahre in diversen Fantasymagazinen und Anthologien, verfasst in verschiedenen Schriftarten und in diversen Stilen, ergänzen einander ganz hervorragend und führen zu dem, was sich als die "Stadt der Heiligen und Verrückten" präsentiert: Ambra, ein Molloch inmitten eines namenlosen Universums, einer der interesssantesten Plätze innerhalb der phantastischen Literatur. "Das Buch von Ambra" besteht - neben einem Vorwort - aus vier einander in einigen Situationen überschneidenden Handlungssträngen und selbstständigen Geschichten, die absolut empfehlenswert sind und für jeden Fan phantastischer Literatur ein absolutes Muss darstellen. "Dradin verliebt" kommt daher als eine leicht schwülstige Liebesgeschichte und entwickelt sich in ein wahres meisterhaftes Feuerwerk. "Hoegbottons Führer zur Frühgeschichte der Stadt Ambra" ist die authentische und detailliert dargestellte Biographie der kuriosen Stadt am Mott-Fluss. "Die Verwandlung des Martin See" und "Der seltsame Fall von X" hielten mich derart in Beschlag, dass ich mir sicher war, kaum jemals intelligentere und spannendere Lektüre konsumiert zu haben. Enttäuschend jedoch der "Annex", der den größten Teil des Buches ausmacht und kaum Höhepunkte enthält. Lediglich "Der Käfig" kann mit den Geschichten aus dem ersten Teil des Buches mithalten, die übrigen Stories verschwinden im Schatten des ersten Teiles und wirken übertrieben und unnötig wie der pilzbefallene Organismus der Stadt Ambra selbst.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von bergreuth
Format:Gebundene Ausgabe
In der großen Literatur sind Wissenschaftssatiren keine Seltenheit. Jonathan Swifts "Gullivers Reisen", Mary Shelly's "Frankenstein", Stanislaw Lem's "Solaris" und natürlich Umberto Eco mit "Der Name der Rose" und "Das Focaultsche Pendel" sind nur wenige Beispiele. Ach, ich habe die beiden Großmeister vergessen: Melville und natürlich Borges! Jede dieser Satiren muß ihren Humor anders einbringen: hintersinnige Anspielungen, absurde Querverweise in Fußnoten und dergleichen. In der Fantasy-Literatur kennt man das auch von Frank Herberts "Dune" - und Hermann Hesses "Glasperlenspiel".

So sprüht auch Vandermeers Buch von all diesem Witz - nur muß dieser erarbeitet werden. Wenn Rezensenten den zweiten Teil des Buches gegenüber dem ersten abwerten und als langweilig empfinden, möchte ich sie darauf hinweisen, daß sich meiner Meinung das Buch dort mehr und mehr zum Geflecht innerer Beziehungen zwischen den Geschichten entwickelt. Der Fußnotenapparat (hier ist von Anfang an eine köstliche Satire über jede Geisteswissenschaft zu finden) und diverse Anhänge mit Begriffserläuterungen und historischen Exkursen werden zum eigentlichen Text, obwohl gerade sie so augenzwinkernd nüchtern aufgemacht sind.

Nur: wie bei Eco oder Borges auch liest sich so ein Buch nicht mehr linear (Seite für Seite) sondern löst sich als Beziehungsgeflecht vom einzelnen Textfluß. Ein Schachspiel erzählt sich auch nicht Feld für Feld - und eine einzelne Stellung ist kein Schachspiel. Das eigentliche Spiel, also der Verlauf und die Motivation der Züge, ist in ihr nicht mehr unbedingt abzusehen. Das Buch jenseits der Satire beginnt für mich erst hier.

Wieder einmal hat nämlich die Phantastik hier den Sprung in eine Qualität jenseits des Textes gemacht. Natürlich können die Mittel dazu als Mangel empfunden werden, etwa die gewollt schwülstige Erzählprache oder logische Unstimmigkeiten zwischen den Geschichten. Richtig: das Buch ist kein durchgängig und auf einer Ebene abzulesender Roman - wie auch "Berlin Alexanderplatz" und viele andere nicht.

Wie bei Eco blättert man vor und zurück. Wie bei Frank Herbert zwingen die schwierigen Zusammenhänge zum eigenen Nachdenken und zum Modellieren, indem man Tatsachen hinzufügen muß, die nicht im Text stehen, oder im Text Stehendes als falsch (etwa als fiktive Geschichtsfälschung) bewerten muß. Läßt man dann auch noch die Fußnoten zu ihrem Dasein als merkwürdige, eigensinnige Individuen kommen, beginnt erst der Spaß in einem skurrilen Zoo von exotischen Ideen. Das Buch entsteht erst im Kopf.
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