Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein genialer Roman über eine unglaubliche Geschichte, 10. August 2009
ist "Stadt der Diebe" unbestritten - und zu einem nicht unbeträchtlichen Teil auch noch wahr.
Denn David Benioff (selber 1970 in den USA geboren) hat russische Großeltern, die im Kriegswinter 1942 die Belagerung Leningrads erlebt haben - und auf deren Erlebnissen basierend entstand nun dieser Roman:
extrem unterhaltsam und spannend zu lesen, eigentlich ein Abenteuerroman, trotz manch beschriebenen Wahnsinns und Abscheulichkeiten auch mit Witz und wunderbaren Charakteren ausgestattet.
Der Belagerungswinter 1942 in Leningrad: Tausende noch überlebende Bewohner harren aus; es gibt nur noch Durchhaltepropaganda, keine Lebensmittel mehr, kein Brennholz. Diebstähle und Plündereien sind noch die harmloseren Vergehen, mit denen das Überleben gesichert werden soll, aber wird man erwischt von Miliz, Armee oder NKWD, wird es meist mit sofort zu vollstreckender Todesstrafe geahndet.
Und so bedeutet es nichts Gutes für den 17jährigen Lew Benioff, als er beim Plündern eines toten deutschen Fallschirmspringers erwischt und in dieses mehr als berüchtigte Gefängnis verfrachtet wird. In dieser Nacht in seiner Zelle macht er die Bekanntschaft des 20jährigen Kolja, der selber als Deserteur verhaftet eigentlich ein ähnliches Schicksal erwartet.
Doch alles kommt anders: Am nächsten Morgen werden beide dem Oberst des Leningrader NKWD vorgeführt, der dabei ist, die Hochzeit seiner Tochter zu planen und für die Hochzeitstorte 12 Eier braucht. Und darum macht er Lew und Kolja ein Angebot, dem für beide die irrwitzigste, wahnsinnigste Woche ihres Lebens folgen wird...
Fazit: Dieser Roman ist ein Highlight dieses Jahres, unbestritten auch ein Highlight in meinem Bücherregal - ich kann nur empfehlen: LESEN, LESEN, LESEN....
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wenn Menschenleben weniger wert sind als ein Dutzend Eier,, 15. März 2009
dann müssen dunkle Zeiten herrschen.
Einem Vorhof zur Hölle gleicht auch Leningrad im Kriegswinter 1942.
In diesem Winter spielt der spektakuläre Roman "Stadt der Diebe" des Drehbuchautors David Benioff.
Er erzählt darin die eigentlich unglaubliche Geschichte seines Großvaters, dem während der deutschen Belagerung Leningrads gleich eine ganze Reihe von Wundern geschehen.
Lew ist siebzehn Jahre alt, als er beim Plündern erwischt wird und die Nacht vor seiner Verurteilung im Gefängnis verbringt. Kolja, zwei Jahre älter und nicht rechtzeitig zur Armee zurückgekehrt, spricht Lew an und muntert ihn auf. Sie werden beide zum Tode verurteilt, bekommen allerdings einen Aufschub: Sollte es ihnen gelingen binnen weniger Tage ein Dutzend Eier für den Hochzeitskuchen der Tochter des Generals aufzutreiben, kämen sie mit dem Leben davon.
Nun beginnt ein schier aussichtsloses Unterfangen. In einer Zeit, in der selbst eine verfaulte Zwiebel einen Schatz bedeutet, bringen sich Menschen schon für viel weniger als zwölf Eier um. Lew und Kolja merken schnell, dass in der Stadt nichts zu machen ist. Also schlagen sie sich in die Wälder, suchen die Nähe der deutschen Truppen, um dort vielleicht das Unmögliche möglich zu machen. Was sie dort zu sehen bekommen, ist selbst für den hartgesottenen Kolja schwer zu verkraften.
Bar jeder Menschlichkeit zeigt sich hier das nackte Antlitz von Gewalt, Hass und Hunger. Aber es erweist sich eben auch der Wert echter Freundschaft
Eigentlich ist das nicht gerade der Stoff, aus dem (Lese)-Träume sind. Und doch schafft es David Benioff mit seiner bildhaften Sprache und seiner Fabulierlust den Leser gefangen zu nehmen.
Hier schreibt ein Geschichtenerzähler ein Schelmenstück, der - ohne Pathos und billige Durchhalteparolen - auch den dunkelsten Episoden eine optimistische oder zumindest tragikomische Seite abgewinnt.
Manchmal galoppiert er fast zu schnell durch die sich überstürzenden Ereignisse, bedient sich auch zuweilen einer allzu deftigen Sprache. Doch spätestens durch das beinahe lakonische Ende ist der Leser damit versöhnt.
Dieses Buch gleicht einem Spielfilm für den Kopf. Hier gelingt es einem jungen Autor (Benioff ist Jahrgang 1970) das Schwere leicht zu erzählen.
Ein wahres Leseerlebnis!
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39 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Kälte des Winters und die Kraft der Freundschaft, 7. Januar 2009
Russland im Kriegswinter 1942, eine starre Kälte überzieht das weite Land und die deutschen Soldaten befinden sich auf dem Vormarsch auf Leningrad. Von der Roten Armee und Partisanenverbänden verteidigt liegt die Moral doch ziemlich am Boden, bei der Truppe und in der dahinsiechenden Stadt, wo es kaum noch etwas zu beißen gibt und der Schwarzmarkt blüht. Eier sind nicht aufzutreiben, wer aber einen Kuchen backen möchte braucht Eier. Doch die Quellen scheinen versiegt, auch dem örtlichen Geheimdienstchef nützt seine Macht wenig und so lässt er sich zwei Gefangene vorführen, denen er einen subtilen Auftrag, einen Passierschein und die Hoffnung auf die Freiheit gibt, wenn sie ihm 12 Eier für die Hochzeitstorte seiner Tochter besorgen. Egal wie! Das ist die Chance für den 17jährigen Lew, der wegen der Plünderung eines toten Deutschen ins Gefängnis geworfen wurde, wo er auf den nur wenig älteren Kolja trifft, der sich von der Truppe entfernt hat. Die beiden jungen Männer machen sich also auf den Weg und können der Todesstrafe entgehen, wenn sie binnen sechs Tagen die Eier besorgen. Das aber ist alles andere als einfach und bei ihren Begegnungen entgehen sie oft nur knapp dem Tod. Menschenfresser, Schlitzohren, biedere Mörder und die schreckliche Allgegenwart des großen Krieges begegnen ihnen auf ihrem Weg und werden zum Fanal des Bösen.
"Stadt der Diebe" von David Benioff, erschienen beim Blessing Verlag, ist ein außergewöhnlicher und keinesfalls leichtfüßig daherkommender Roman über zwei Menschen, die sich in Extremsituationen beweisen müssen und so immer näher aneinanderrücken. Von ihren Erlebnissen zu lesen macht betroffen, stimmt traurig und doch muss der Roman nicht ohne Humor auskommen.
Benioff gewinnt dem Abenteuer der Jungen viele Einsichten ab, die lohnen, erzählt zu werden. Lew und Kolja lernen sich durchzuschlagen mit ihrer Aufgabe und sie spüren, dass sie nicht nur allein gelassen werden oder um ihr Leben fürchten müssen, finden auch Menschen, die ihnen helfen oder denen sie helfen können.
David Benioff versteht sein Schriftstellerhandwerk zweifellos ganz hervorragend und es bereitet trotz der schwierigen und traumatischen Thematik größte Lesefreude, ihm durch sein bewegendes und anrührendes Buch zu folgen und Lew und Kolja bei ihrer jedes Happy End ausschließenden Aufgabe zu folgen. Denn so gut auch manche Episode des Lebens ausgehen mag, wer sich in den Wirren eines Krieges wieder findet, kann nie gewinnen.
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