Inhalt: Union Berlin-Fans und BFC-Fans erzählen detailliert über ihr teils sehr radikales Fanleben zur DDR-Zeit. Sie gehörten oder gehören allesamt zum harten Kern. Die Stasi nannte sie negativ feindlicher, oder. negativ dekadenter Anhang. Unbeschreibliche Schlägereien, Schalruppereien, Blockstürmungen, Knastgeschichten, Stasiverwicklungen, Abenteuer bei Auswärtsfahrten. Auch 4 Frauen berichten von ihren Fan-Erlebnissen. Des weiteren berichten 2 Exstasileute und ein Ex-Volkspolizeioffizier aus ihrer Sicht über Gewalt und Fußball in der DDR. Auch ehemalige FDJ-Funktionäre sowie sonstige Clubfunktionäre kommen zu Wort. Dazu DDR-Journalisten, ein Fotograf, Ex-Schiri Kirschen, Jürgen Bogs und Günther Mieles.
Das Buch ist in einem gut zu lesenden prosaischen Stil geschrieben. Die Autoren unterlassen jede kleinkarierte Wertung. Sie überlassen es den Protagonisten aus Fanlager und Sicherheit/Funktionärsebene über die Zeit zu berichten. Der Soziologe Wolfgang Engler hat ein Thesenpapier zu Privater Gewalt als politischen Akt beigesteuert. Aber keine Angst, es ist alles leicht und locker für den Normalkonsumenten zu lesen.
Ein Muß für alle die dabei waren, für sogenannte Hooligans, Ultras und Hobbysporthistoriker. Mit etlichen Fotos aus Fanarchiven und vom Fotograf Harald Hauswald, auch diverse bisher ungesehene Fotos aus Stasiarchiven. Ein Klassebuch, dass ausführlich und ohne Vorurteile über eine wilde Zeit berichtet.
Weiteres Plus: Fester Einband, fällt also nicht gleich auseinander.