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Stabat Mater
 
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Stabat Mater [Gebundene Ausgabe]

Tiziano Scarpa , Olaf Matthias Roth
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
  • Verlag: Verlag Klaus Wagenbach; Auflage: 1. (18. August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3803132258
  • ISBN-13: 978-3803132253
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 315.488 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Tiziano Scarpa
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Tiziano Scarpa, dessen Roman in diesem Sommer mit dem renommiertesten italienischen Literaturpreis, dem Premio Strega, ausgezeichnet wurde, probiert seit seinem Debüt 1996 in beinahe jedem Buch etwas Neues aus und ist ist ein Schriftsteller, der sich auf Effekte versteht. Der Titel Stabat Mater spielt nicht nur auf Vivaldis Vertonung an, sondern benennt auch den Motor der Handlung. Für Cecilia ist die Mutter eine Leerstelle. Um mit ihrer unerklärlichen Abwesenheit zurecht zu kommen, schreibt sie Briefe an die unbekannte Frau Mutter . Eine Mischung aus Trauer und Sehnsucht durchdringt die emphatischen Anrufungen, die in kurze Paragraphen unterteilt sind und immer wieder Todesängste zum Gegenstand haben. Aber das Hauptthema von Stabat Mater ist die Musik, eine der großen Leidenschaften Scarpas. Er durchbricht sämtliche Vivaldi-Klischees und arbeitet mit Spiegelungen und Verzerrungen der Leser nimmt den Komponisten ausschließlich aus Cecilias Perspektive wahr. Scarpa hat gute Ideen, und die Beschäftigung mit einem historischen Stoff versetzt seinen bisher oft ins Groteske mündenden literarischen Explorationen einen wohltuenden Realitätsschub. Stabat Mater beeindruckt vor allem durch den eingängigen Tonfall und seine formale Geschlossenheit und zählt zu den interessantesten italienischen Neuerscheinungen. (Maike Albath, Süddeutsche Zeitung, 31.08.09)

Die Geschichte eines Waisenmädchens in Venedig: Venedig im 18. Jahrhundert. Im Ospedale della Pietà, einem Kloster und Waisenhaus, können Neugeborene abgelegt werden, deren Mütter unerkannt bleiben wollen. So ergeht es einem kleinen Mädchen namens Cecilia. Sie wächst heran und spielt Violine im Orchester des Waisenhauses, das unter den Italienreisenden der Zeit berühmt ist. Als Cecilia etwa fünfzehn Jahre alt ist, beginnt sie, nach ihrer Mutter, ihrer Herkunft und Identität zu fragen. Nachts durchstreift sie ruhelos die verstecktesten Winkel des Klosters, schreibt Briefe an die unbekannte Mutter und kommt dabei verstörenden Geheimnissen auf die Spur. Ihr Leben ändert sich, als ein neuer Violinlehrer im Waisenhaus eintrifft. Es ist der Komponist Antonio Vivaldi. Er erkennt Cecilias großes Talent, komponiert Sonaten für sie und verspricht, eine gefeierte Musikerin aus ihr zu machen. Cecilia spielt virtuos die von Vivaldi für sie komponierten Stücke. Sogar das Frühlingszwitschern einer Schwalbe kann sie auf der Geige nachahmen. Sie wird zur Konkurrentin des Meisters - doch was nützt das, da sie nicht weiß, wer sie selber ist. Cecilia entzieht sich und wählt einen anderen Weg: ihren eigenen. Virtuos und drängend zugleich erzählt Cecilia ihre Geschichte die Geschichte einer Spannungsvollen Suche. Scarpa schreibt sie auf in einer eigenartig fesselnden Form, die den Leser nicht zur Ruhe kommen lässt, bis der letzte Ton der Geige verstummt. (Il Giornalino, Winter 2009)

Eine kleine Komposition für sich. (Christiane Irrgang, NDR Kultur, 01.09.09)

Kurzbeschreibung

Venedig im 18. Jahrhundert. Im Ospedale della Pietà, einem Kloster und Waisenhaus, können Neugeborenen abgelegt werden, deren Mütter unerkannt bleiben wollen. So ergeht es einem kleinen Mädchen namens Cecilia. Sie wächst heran und spielt Violine im Orchester des Waisenhauses, das unter den Italienreisenden der Zeit berühmt ist. Als Cecilia etwa 15 Jahre alt ist, beginnt sie nach ihrer Mutter, ihrer Herkunft und Identität zu fragen. Nachts durchstreift sie ruhelos die verstecktesten Winkel des Klosters, schreibt Briefe an die unbekannte Mutter und kommt dabei verstörenden Geheimnissen auf die Spur. Ihr Leben verändert sich, als ein neuer Violinlehrer im Waisenhaus eintrifft. Es ist der Komponist Antonio Vivaldi. Er erkennt Cecilias großes Talent, komponiert Sonaten für sie und verspricht, eine gefeierte Musikerin aus ihr zu machen. Sie wird zur Konkurentin des Meisters. Aber Cecilia entzieht sich und wählt einen anderen Weg: ihren eigenen.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ich bin ein Nichts 4. September 2009
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Kann man Romane hören? Natürlich, wird man entgegnen, zum Beispiel durch das akustische Medium der Hörbücher. Doch nein, das ist hier nicht gemeint. Die Frage muss präzisiert werden. Kann man einen Roman wie ein Musikstück empfinden, ihn wie eine Partitur auf Notenpapier lesen? Ja, man kann. "Stabat Mater" ist so ein Buch. Gerade erst mit dem wichtigsten italienischen Literaturpreis - dem Premio Strega 2009 - geehrt, ist diese feine, beinahe wir mit Tönen gemalte kleine Erzählung eine Ode des Autors an seinen Lieblingskomponisten Antonio Vivaldi.

Wie stimmt man sich auf so einen Roman ein? Am besten mit der Musik des venezianischen Priesters und noch besser mit einem Auszug aus seiner Bearbeitung des "Stabat Mater". Ein Stück, das ernster, elegischer ist als der Vivaldi den man sonst meistens kennt.
Leid, Klage, aber auch Trost sind die Hauptakzentpunkte des Stabat Mater, des ursprünglich mittelalterlichen Gedichts, das die Gottesmutter in ihrem Schmerz um den Gekreuzigten besingt. Leid, Klage und Trost sind auch die vorherrschenden Grundtöne in Ticiano Scarpas kleinem Kabinettstück, ohne jedoch den wehklagenden Unterton in den Vordergrund zu rücken. Er umspielt eher dezent und unauffällig den klaren, ja beinahe nüchternen Text. Der italienische Autor versteht es virtuos unter Einsatz einer hoch entwickelten Sprache eher kühl als tränenreich, eine anspruchsvolle und keineswegs banale Geschichte zu entwickeln.

Als Hauptfigur des Romans, der im Venedig des 18. Jahrhunderts angesiedelt ist, begegnet dem Leser die 15-jährige Cecilia. Sie lebt im örtlichen Kloster und Waisenhaus. Düstere, schwere Gedanken Cecilias bestimmen die erste Hälfte des Romans. Das stark depressive junge Mädchen, das isoliert vom Rest der Welt aufwächst, schreibt heimlich verzweifelte, vorwurfsvolle, flehende Briefe an ihre unbekannte Mutter. Ihr einziger Begleiter ist ein dunkles Phantasiegebilde, eine Frau mit schwarzen Schlangen auf dem Kopf, ihr eigener Tod, mit dem sie von Zeit zu Zeit "plaudert". Dem Tod mehr zugehörig als dem Leben, verliert sie immer mehr den Kontakt zur Wirklichkeit. Seite um Seite umgibt sie sich mit einer tiefen Dunkelheit, aus der nur vereinzelt ein kleines Aufflackern spürbar ist.

Ihre einzige Freiheit ist die Musik. Cecilia ist eine begnadete Violinspielerin, aber ihr ist noch nicht wirklich bewusst, was heißt, durch Musik zu sehen, zu leben und mit der Außenwelt des Seins in Kontakt zu treten. Doch dann scheint Licht in ihre dunkle Seele zu kommen, hervorgerufen in Person des jungen Priesters und neuen Violinlehrers Don Antonio (Vivaldi). Scarpa wählt dessen berühmte "Vier Jahreszeiten" als Inspiration und Anstoß zu einem wichtigen Schritt, zu einem eigenen Weg, den Cecilia gehen wird. Von nun an werden die Töne im Buch heller, die Düsternis weicht, das Mädchen hebt den Kopf. Der "Windhauch des Universums" durchdringt sie und rüttelt sie auf.

Scarpa komponiert sein "Stabat Mater" aus Worten wie Musik. Er lässt seine literarischen Töne, anfangs in tiefstem Moll, am Ende in ungeahnte Höhen steigen. "Geräusche, die ich noch nie gehört hatte, drangen zu mir.", sinniert Cecilia, "Ich versuchte mir vorzustellen, was sie wohl bedeuten und wer sie hervorbrachte." Ähnliches passiert mit Scarpas Text, den man beim ersten Lesen kaum erfassen kann. Nur durch eine "akustische Visualisierung" erfasst man ihn in vollends. Dann wird der Klang oder die Bedeutung eines Wortes zu einem Akkord, ein Satz entwickelt sich wie ein Kontrapunkt und wird zu einer Melodie. Olaf Matthias Roth ist nicht nur Kopist, sondern hat mit seiner Übersetzung aus dem Italienischen eine großartige deutsche Variation "komponiert".

"Ich wünschte mir, ich hätte dieselbe Fähigkeit, Worte und Gedanken in Einklang zu bringen, das was mir durch den Kopf geht, und das, was ich schreibe. Ich möchte mit derselben Übereinstimmung schreiben können, die zwischen einer geschriebenen und einer gespielten Note besteht.", erstrebt Cecilia für sich. Tiziano Scarpa hat es vollbracht. Er hat voller Erfindungsgeist die Einfachheit herausgekitzelt.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Literatur gewordener Klang 15. Oktober 2009
Von Udo Kaube
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch von Tiziano Scarpa hat nicht nur einen Titel aus der Musik sondern ist selbst zu Literatur gewordener Klang.
Nur wenige Bücher erblühen während des Lesen in einer so musisch feinen Sprache wie "Stabat Mater" und erzählen gleichzeitig eine so anrührende und doch nie ins Kitschige abgleitende Geschichte von Liebe, Tauer und Sehnsucht.
Wer auch nur ein wenig Sinn für Barockmusik im Allgemeinen oder Vivaldis Musik im Speziellen hat, oder wer ganz einfach ein Buch, fernab vom Lärm dieser Tage sucht, kann hier bedenklos zugreifen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses wunderbare kleine Buch des italienischen Autors Tiziano Scarpa, 2009 mit dem wichtigsten italienischen Literaturpreis, dem "Premio Strega", ausgezeichnet, ist eine Hommage an die Musik und an seinen Lieblingskomponisten Antonio Vivaldi. Die Erzählung atmet sozusagen die Musik, die sie beschreibt. Auch für den musikalischen Laien klingt sie permanent an beim Lesen.

Es ist ein Buch über das Motiv der "Stabat Mater", eines elegischen Stückes von Vivaldi, um vieles ernster und schwerer als etwa die berühmten und populären Vier Jahreszeiten" und andere Stücke von ihm. Es ist sicher hilfreich, vor , während und erst recht nach dem Lesen dieses faszinierenden Buches sich dieses Stück anzuhören und die Schwingungen aufzufangen, in die sich Tiziano Scarpa mit seinem eher weniger elegischen Roman hinein begeben hat.

Das Hauptthema des Stabat Mater sind das Leid, die Klage über das Elend, aber auch immer wieder der Trost. Im dem ursprünglich mittelalterlichen Gedicht besingt die Gottesmutter Maria ihren Schmerz über den Kreuzestod ihres Sohnes. Das Leid, die Klage und der Trost sind auch die Hauptthemen in Scarpas Erzählung, doch er bearbeitet sie nicht wehklagend, sondern eher nüchtern.

Die Protagonistin des Romans ist die fünfzehnjährige Cecilia. Im Venedig des 18. Jahrhunderts lebt sie in im dortigen Kloster und Waisenhaus, dem Ospedale della Pieta. Scarpa selbst wurde dort 1963 geboren. Im Nachwort erzählt er: "Ich wurde dort geboren, wo einst die Zimmer der Waisenmädchen waren, wo Vivaldi unterrichtete und seine Schülerinnen dirigierte und für sie eine Unmenge an Konzerten und geistlicher Musik komponierte."

Dieses Zusammentreffen nimmt Scarpa als Motiv für einen Roman über die dunklen Stimmungen und Seelenzustände des Mädchens Cecilia, die sich erst aufhellen, als der junge Priester und Violinlehrer Don Antonio (i.e. Vivaldi) in der Schule zu wirken und zu unterrichten beginnt. Mit dessen Musik werden auch die Stimmungen des Mädchens heller: "Geräusche, die ich noch nie gehört hatte, drangen zu mir," sagt Cecilia. "Ich versuchte mir vorzustellen, was sie wohl, bedeuten und wer sie hervorbrachte."

So wie die Musik Vivaldis das Leben Cecilias aufschließt, so erschließt sie diesen Roman selbst. Das, was Cecilia gegen Ende des Buches für sich erhofft, ist der Traum vieler Menschen, gerade derjenigen, die schreiben oder musizieren: "Ich wünschte mir, ich hätte dieselbe Fähigkeit, Orte und Gedanken in Einklang zu bringen, das was mir durch den Kopf geht, und das, was ich schreibe. Ich möchte mit derselben Übereinstimmung schreiben können, die zwischen einer geschriebenen und eine gespielten Note besteht."

In diesem wunderbaren Buch kann man fast auf jeder Seite Beispiele für diese Übereinstimmung finden. Seine Lektüre ist ein geradezu sinnlicher Genuss.
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