Ich kenne die Vorgängerwerke dieses Albums nicht, aber soweit ich gehört habe, sollen sie deutlich keyboardorientierter sein, was sie für mich zum No- Go werden lässt. Ich habe mir diese CD 2005 eigentlich einzig und alleine wegen des sensationell stimmungsvollen Artworks der limitierten DIGI- Packversion gekauft. Und ich habe es keine Sekunde lang bereut. "Stab Wounds" enthält regulär neun düstere Hymnen, die trotz suizidaler Tendenzen kein Suicidal Black Metal sind, dafür sind sie zu straight und furios inszeniert. Alleine die Speedattacke des Openers "Iconoclasm Omega" mit seinem irren Hauptriff und einem der besten Übergänge von Midtempo zu Blast Beat seit Satyricons' "Mother North" zeigen, mit wieviel Ambition und Ehrgeiz hier musiziert wird. Die Songs sichd äußerst abwechslungsreich, teils sehr flott ("Despise the living"), teils eher langsam ("A midnight poem", geniales Riff), aber immer variantenreich. Die Gitarren spielen von betont melodiös bis malmend ("Self- Mutiliation") und der Gesang ist durchgehend leidenschaftlich, nahezu verständlich artikuliert und vielleicht einen kleinen Tick zu gepresst. Entfernt erinnert er an Shagrath von Dimmu Borgir, allerdings ohne Effekte. Gelegentlich wird in einer angenehm einfachen, souveränen Art klar gesungen ("Stab Wounds"). Auch mit Stücken, die um die acht Minuten Länge haben, kommt man sehr gut zurecht. Das Keyboard steht im Dienste der Songs, es ist zwar präsent, aber die Führung haben, so wie es sein sollte, jederzeit die Gitarren. Insofern hinken die Vergleiche mit Dimmu Borgir zu ihrer leidigen mittleren Keyboardkleisterphase.
Wenn man auf dem Album eine Schwäche finden möchte, dann die wirklich peinlichen Sprachsamples vor dem ersten und dem zweiten Track umd das eher entbehrliche Instrumental "Sleep!". Ansonsten stimmt wirklich alles.
Fazit: Eines meiner absoluten Lieblingsalben, das ich heute noch häufig höre und bei dem ich immer wieder neue Details entdecke. Man sollte versuchen, die limitierte Version noch irgendwie zu ergattern, da sie ein gelungenes Cover des Katatonia- Stückes "Endtime" beinhaltet. Ich würde die Scheibe nicht nur jedem Fan von gut gemachtem Black Metal (Oh ja, die Band ist definitiv "untrue" in den Augen der Szenepolizei) empfehlen, sondern generell jedem Fan von leidenschaftlicher Extremmusik.