Spannend zum einen, da es Joachim Fest in gewohnter Manier gelingt einen komplexen historischen Sachverhalt einem breitem Publikum auf eindrucksvolle Art und Weise nahe zu bringen.
Verfolgt man die Stationen der einzelnen Widerstandsbewegungen, angefangen bei ihrem oft zähen Ringen um den richtigen Zeitpunkt und die richtigen Mittel, bis hin zur finalen Ausführung der Tat, wird dem Leser die extreme Nervenanspannung der Beteiligten erst richtig bewußt. Trotzdem entspannt sich kein entrücktes Heldenepos, sondern zeigt die "Verschwörer" als Menschen, welche durchaus nicht frei sind von Fehlern. Vielmehr wird deutlich von wie vielen Komponenten das Gelingen des Staatsstreiches abhing: persönliche Skrupel vor Gewaltanwendung, Zauderhaftigkeit, fehlender Rückhalt durch äußere Mächte und der unbestechliche Zufall mildern dann auch die Kritik des allwissenden Historikers am Scheitern der zahlreichen Versuche.
Vor allem die Heterogenität des Widerstandes, der alle Bevölkerungsschichten in sich aufnahm, werden angemessen dargestellt. Die Unterschiedlichkeit der Motive und die teilweise Rivalität zwischen den verschiedenen Gruppen werden dem Leser deutlich vor Augen geführt.
Erschütternd gelingt es Fest die menschliche Fehlbarkeit und das Zögern im falschen Moment zu verdeutlichen. Doch auch die mangelnde Unterstützung, oft verbunden mit einer Diffamierung der Motive, durch ausländische Mächte wird angemessen erwähnt.
Als Fazit ist zu sagen, dass dies eines der wichtigsten Bücher zum Themengebiet des "20. Juli" ist, welches den Beteiligten ein ehrendes Andenken bewahrt.