Ipsen ist ein Klassiker unter den Lehrbüchern fürs Staatsorganisationsrecht. Neben Degenhardt ist er wohl das meistgenutzte Buch in diesem Gebiet. Also habe ich mir, als ich vor einiger Zeit angefangen habe Jura zu studieren auch den Ipsen gekauft und daraus gelernt. Diesen Kauf habe ich bis jetzt nicht bereut.
Ipsen wagt sich an das für viele sehr abstrakte Feld des Staatsrechtes mit einer simplen Sprache heran. Er schreibt verständlich, vereinfacht die Sachverhalte dabei aber auch leider stark. Die meisten Aspekte werden an Hand von Beispielen, die leider teilweise sehr abstruß erscheinen, erläutert. Das Buch enthält alle wichtigen politischen und juristischen Grundlagen des Staatsorganisationsrechtes. Es ist gerade für diejenigen geeignet die noch keinen politischen Background haben. Erfreulich ist auch, dass Ipsen an einigen (sehr markanten) Stellen deutlich Position, meißt für die h.M. bezieht. So ist es auch als Zitierwerk zumindest für die erste und zweite Hausarbeit gut geeignet.
Problematisch wird es, wenn man sich auf Staatsrecht spezialisieren will (also soweit das im Studium möglich ist). Da geht Ipsen definitiv nicht tief genug. Die Aspekte werden leider stark vereinfacht dagestellt. Wesentliche Elemente fehlen zum Teil oder werden nur kurz angerissen. Für alle diejenigen die umfangreichere Arbeiten im Staatsrecht schreiben wollen reicht es nicht mehr aus. Hier muss man zu einem anderen Buch greifen.
Trotzdem ist das Buch hervorragend für Erstsemester geeignet. Die Aspekte werden verständlich und sinnvoll aufgebaut, das Lernerfolg ist entsprechend. Mir hat es damals gefallen und gefällt es auch heute noch!