Die Autoren vertreten in diesem Text zwei Grundthesen: (1) Ein für die nahe Zukunft prognostizierter Staatsbankrott Deutschlands ist unvermeidbar, und (2) er bietet auch Chancen, wenn man sich auf ihn angemessen vorbereitet. Beide Aussagen werden mit Fakten untermauert.
Wenn ein Schuldner bereits Kredite braucht, um auch nur die Zinsen seiner angehäuften Schuld zu bezahlen, dann wird ihm niemand, der noch bei Verstand ist, weiteres Geld leihen wollen. Nur bei Staaten machen Banken gerne Ausnahmen. Dafür werden sie dann auch gelegentlich gerettet, wenn sie selbst eigentlich pleite sind. Dieses Spiel geht so lange weiter, bis die Einnahmequellen von Staaten der Schulden- und Zinslast nicht mehr gewachsen sind oder plötzliche externe Schocks das fragile Schuldengebäude zum Einsturz bringen. Vor einer solchen Bedrohung stehen inzwischen fast alle Industriestaaten, was zusätzliche Sprengkraft erzeugt.
Staatspleiten sind nichts Ungewöhnliches, wenn man sie in ihrer historischen und geografischen Häufigkeit betrachtet. Darauf weisen auch die Autoren mehrfach hin. Doch im Gegensatz zur Vergangenheit sind diesmal nicht Kriege die Ursache, sondern ein kreditfinanzierter Scheinwohlstand breiter Bevölkerungsschichten. Die zum Bankrott führenden Defizite in den Staatsbilanzen sind deshalb von struktureller Natur. Der Staat gab nicht für ein einmaliges Ereignis zu viel Geld aus und scheiterte daran, sondern er tut das auf Dauer durch seine aus vielen Gründen überlasteten Sozialsysteme. Und die verschwinden auch nach einer Staatspleite nicht. Dieser einfachen, aber unangenehmen und unpopulären Wahrheit gehen die Autoren ängstlich aus dem Weg und beschreiben sie lediglich am Beispiel Japans. Auch ein Staat kann nicht ohne Ende mehr ausgeben als er einnimmt.
Das Buch beginnt mit sieben Grundannahmen seiner Autoren. Dies sind: (1) Die Verschuldung steigt rasant. Dafür sind Zinseszinseffekte und zahlreiche andere Faktoren verantwortlich. (2) Die wahren Schulden sind viel höher als ausgewiesen. Neben einigen Schattenhaushalten schlagen vor allem die Pensionsansprüche zu Buche, für die es keine Vorsorge gibt. (3) Es wird kein Zurück geben. Mit dieser merkwürdigen Formulierung meinen die Autoren, dass sich kein nach Wiederwahl gierender Politiker nun noch der Wahrheit stellen und handeln wird. (4) Niemand kann die Situation überblicken und steuern. (5) Viele Staaten sind zugleich bedroht. (6) Vorsorge ist einfacher als viele denken. Diese Aussage steht leider etwas in Kontrast zu (4), genau so wie die letzte. (7) Es wird keinen Crash geben. Was ein Crash mit einem Staatsbankrott zu tun hat, bleibt das Geheimnis der Autoren. Beispiele aus der Vergangenheit zeigen, dass sich ein Staatsbankrott zwar lange vorher andeutet, sein Vollzug jedoch schlagartig kommt. Der Staat entschuldet sich dabei unter anderem auf Kosten seiner Bürger. Wie man sich dem entziehen kann, hoffen die Autoren uns später erklären zu können.
Im zweiten Kapitel erfahren wir, wie ein Staatsbankrott gewöhnlich abläuft. Ein solcher Fall ist im deutschen Grundgesetz nicht vorgesehen, und es existieren wenigstens offiziell keine Regularien dafür. Das drittel Kapitel befasst sich mit dem vergleichsweise unbedeutenden griechischen Bankrott und der Situation in Deutschland, den USA und Japan. Besonders in Japan reichen signifikante Zinserhöhungen bereits aus, um sofort in die Staatspleite zu schlittern. Eine solche Zinserhöhung hat die japanische Zentralbank zwar bisher erfolgreich verhindert, doch das kann nicht bis in alle Ewigkeit gut gehen. Ebenso wenig kann sich Japan ohne Ende bei der eigenen Bevölkerung verschulden.
Das vierte Kapitel beschreibt einige Staatspleiten der letzten Jahre, während sich das fünfte mit der angeblich auf uns zu kommenden Inflation beschäftigt, die wiederum (vor allem aus historischer Sicht) als Vorstufe des Staatsbankrotts angesehen werden muss. In Japan versucht die Notenbank übrigens schon 20 Jahre lang erfolglos eine Inflation in Gang zu setzen. Neuerdings sind einige der Leute, deren unglaublichen Fähigkeiten wir schon die Finanzkrise zu verdanken haben, der Meinung, dass eine "gesteuerte Inflation" von fünf Prozent pro Jahr eine wunderbare Sache wäre, denn dann verliefe die Enteignung der Bürger und die Entschuldung des Staates zu Lasten seiner Gläubiger fast unbemerkt. Auf diesen Unfug gehen die Autoren relativ ausführlich ein.
Die knappe zweite Hälfte ihres Buches nutzen sie danach, um ihren Lesern Ratschläge zu erteilen, wie sie ihr Vermögen vor dem Zugriff des Pleitestaates retten können. Natürlich können solche Ratschläge nur relativ allgemeiner Natur sein, denn erstens wissen wir nicht, wie der Staat tatsächlich auf das Vermögen seiner Bürger zugreifen wird und zweitens hat jeder eine andere Ausgangslage. Der gesunde Menschenverstand rät zu Sachwerten, also zu Immobilien, Edelmetallen und Aktien. Doch bei jeder dieser Anlageform gibt es einen Pferdefuß, der historisch belegbar ist. Immobilienbesitz kann mit Sonderabgaben bestraft werden, Edelmetall und insbesondere Goldbesitz in privater Hand kann verboten werden und Aktien verlieren in einer solchen Krise garantiert zunächst an Wert. Es kommt also ganz wesentlich darauf an, ob man langfristig genug handeln kann. Die Autoren diskutieren die einzelnen Anlageformen relativ ausführlich und geben vernünftige Ratschläge wie man mit ihnen verfährt und was man besser nicht tun sollte.
Man findet im Text auch sehr vernünftige Hinweise für ein Handeln im Bereich kurzfristiger Geldanlagen. Jeder sollte sich einfach einmal in die Situation des Staates hinversetzen und für sich durchspielen, was man tun würde, um sich auf Kosten anderer zu entschulden. Das öffnet die Augen für vieles. Einiges davon beleuchten auch die Autoren.
Fazit.
Was manchem als völlig übertriebene Horrorvorstellung erscheint, kann schneller Realität werden als man vermutet. Einen Ausweg gibt es nach Lage der Dinge nicht mehr. Nachdem die Autoren dies deutlich gemacht haben, beschreiben sie vernünftige Möglichkeiten zur Rettung oder Vermehrung des persönlichen Vermögens. Das Buch ist nicht umfangreich und klar geschrieben, geht jedoch nicht sehr ins Detail. Für meinen Geschmack sind die Autoren an einigen Stellen etwas zu selbstgefällig. Was wirklich bei einer zukünftigen Staatspleite Deutschlands passieren wird, können auch sie nicht wissen.