Der Verfasser arbeitet zunächst heraus, dass in den von ihm betrachteten afrikanischen Staaten die Staatsidee westlicher Prägung von Anfang an keinen großen Anklang fand. Es entwickelte sich vielmehr dort ein 'neopatrimonial' genanntes System, in dem Politiker, die Elite, sich nicht dem Wohl des Landes, sondern vornehmlich dem Wohl ihrer Volksgruppe verpflichtet fühlten mit der Folge, dass Entwicklung gebremst oder sogar verhindert wurde. Deutlich wird auch auf den Beitrag, die Mitverantwortung der westlichen Länder an dieser Fehlentwicklung hingewiesen. Der Autor analysiert aber auch in einem überzeugenden Kapitel die bremsende Rolle der afrikanischen Soziokulturen mit ihren Werten und Einstellungen auf die wirtschaftliche Entwicklung der Staaten. In seinem Abriss der Geschichte der Entwicklungshilfe der letzten fünfzig Jahre zeigt er auf, wie einerseits die Entwicklungshilfe erfolgreich einzelne Projekte realisiert hat, andererseits aber diese Hilfe oft zu einer Schwächung des Staates geführt hat mit dem Ergebnis, dass wesentliche positive Effekte der Entwicklungshilfe auf die afrikanischen Staaten aus globaler Sicht nicht zu erkennen sind. Er erläutert neuere Ansätze der Hilfe und scheut sich nicht, den Vorschlag nach einem soziokulturellen Anpassungsprogramm und den Gedanken einer Halbierung der Entwicklungshilfe zu diskutieren.
Fazit: Durch dieses klar gegliederte, gut lesbare Buch gewinnt man neue Einsichten in die Ursachen der bisherigen geringen Effekte der Entwicklungshilfe im Zusammenhang mit der gegebenen afrikanischen Staatlichkeit und erfährt von neuen Überlegungen zur Steigerung der Effektivität dieser Hilfe. Nebenbei gewinnt man ein detailreiches Bild der politischen und soziokulturellen Sitation der Region. Sehr lesenswert, auch für interessierte Laien.