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Nicht zuletzt wegen dieser Staatsutopie mit ihren ebenso spektakulären revolutionären Forderungen -- man denke an die Abschaffung des Privatbesitzes oder die Gleichstellung von Mann und Frau -- ist Platon von Karl Popper einer vehementen Kritik unterzogen worden: Die Idee, Philosophen mögen über das Staatswesen herrschen, gehört nach Popper zu den Kernstücken, antiliberalen und autoritären Denkens.
Wie immer man sich zu dieser Kritik stellen mag -- gewiss ist sie selbst nur vor dem Hintergrund der Erfahrung des Totalitarismus zu verstehen --, so ist die Politeia auch ein Grundbuch abendländischer Metaphysik. Die im Zentrum des Werkes stehenden drei Gleichnisse: Das Sonnen-, Höhlen- und Liniengleichnis, in denen Platon seine Ideenlehre, Wissenschaftstheorie und Ethik darstellt, gehören nicht nur zu den literarisch eindrucksvollsten Zeugnissen des antiken Denkens, sondern auch zu den Texten, von denen man sagen kann, dass sie den Gang der westlichen Zivilisation mitbestimmt haben. --Jens Kertscher
Unter den Dialogen Platons hat kein zweiter so große Wirkungen entfaltet wie »Der Staat«. Platon, aufgewachsen zur Zeit des Peloponnesischen Krieges, der Athen in schwere innenpolitische Krisen warf, hatte sich bereits in seinen ersten Schriften mit Problemen des Staatswesens befasst. Um 370 v. Chr. schrieb er dann jenes große, alle Aspekte seines Denkens umfassende Buch, dem er den Namen »Politeia« gab.
Ausgehend von der Frage, was Gerechtigkeit sei und wie sie verwirklicht werden könne, entwirft er darin ein Staatsgebäude, in dessen Mittelpunkt ein Programm politisch-philosophischer Erziehung steht: jene Hinführung zur Idee des Guten, die im »Höhlengleichnis« ihre berühmteste Darstellung gefunden hat. »Der Staat« ist zugleich eine der streitbarsten Schriften dieses Philosophen. Sie enthält heftige Angriffe auf Rhetorik und Sophistik, außerdem die radikalste und folgenreichste Kritik der Kunst, die es in Europa je gegeben hat.
»Wenn nicht entweder die Philosophen Könige werden oder die, die man heute Könige und Machthaber nennt, echte und gründliche Philosophen, und wenn dies nicht in eines zusammenfällt, so wird es mit dem Elend kein Ende haben, nicht für die Staaten und auch nicht, meine ich, für das menschliche Geschlecht.«
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Alt und trotzdem aktuell!,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Staat (Taschenbuch)
Platon - der Philosoph der griechischen Antike wünscht sich in seiner idealen Staatsutopie, daß Philosophen die Herrschaft des Staates übernehmen. Wahrscheinlich war dieser Vorschlag nicht ganz uneigennützig - König wurde Platon zu Lebzeiten jedoch leider nicht - dafür wurde er es nach seinem Tode, denn Platon kann sicher als König der Ideen und Gedanken beschrieben werden. Seine Ansichten über die Erziehung, über Kunst und Dichtung, über die Frauen etc. klangen damals in den Ohren vieler Griechen radikal, und einige Aussprüche haben bis heute nicht an Explosivität verloren, wenn man bedenkt, das Platon z.B. dafür plädiert, Behinderte ihrem Schicksal zu überlassen. Das mag erbarmungslos klingen - ist aber zu verstehen unter dem Aspekt einer andersdenkenden Kultur. Platon glaubte mehr als jeder andere an das Gute, den Verstand, den Mut, die Vernunft, wenn man nur bereit ist, seine Seelenteile in Einklang zu bringen und den schweren Weg der Erkenntnis des Guten zu gehen. Nicht jeder ist dazu fähig, doch Platon ist trotzdem gerecht, er will, das jeder das tut, was ihm naturgegeben am nächsten kommt. Er spricht sich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau aus und ist ein Meister der Rhetorik. Neugierig geworden? Nur weil ein Buch alt ist, heißt das nicht, daß auch der Inhalt "muffig" sein muß. Im Gegenteil, Platon ist bis heute höchst aktuell - und wie er seit über 2000 Jahren die abendländische Denkweise erheblich beeinflußt hat, wird er es wahrscheinlich auch im nächsten Jahrtausend tun. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Pana,
Rezension bezieht sich auf: Der Staat (Taschenbuch)
Das Werk Platons ist sehr gut zu lesen und zu verstehen. Erst die Beschäftigung mit diesem lässt erkennen, wieso unter anderem die Antike bis heute eine zentrale Rolle auf politischer, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und letztlich menschlicher Ebene einnimmt.
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2 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein "Muß" in jedem Haushalt der das Denken bewahrt,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Staat (Taschenbuch)
Die Antiken Ideen die in diesem Werk zusammen gefasst sind bestimmen bis heute unser Zusammenleben und sind strickt dialektisch dagelegt. Man kan an diesem Werk eine Menge lernen.
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