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Der Staat
 
 
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Der Staat [Taschenbuch]

Platon
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 725 Seiten
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag; Auflage: Durchges., verb. u. erg. Ausg. (1982)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150082056
  • ISBN-13: 978-3150082058
  • Größe und/oder Gewicht: 14,8 x 9,6 x 4,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 39.060 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Dass Philosophen oder überhaupt Intellektuelle ein problematisches Verhältnis zum politischen Aktivismus haben, ist im 20. Jahrhundert eindringlich klar geworden. Platon musste schon Jahrtausende zuvor die Erfahrung des Scheiterns als Politiker machen, nämlich beim Versuch, die in seinem großangelegten Dialog Politeia, der Staat, dargestellten staatspolitischen Idealforderungen in die Realität umzusetzen.

Nicht zuletzt wegen dieser Staatsutopie mit ihren ebenso spektakulären revolutionären Forderungen -- man denke an die Abschaffung des Privatbesitzes oder die Gleichstellung von Mann und Frau -- ist Platon von Karl Popper einer vehementen Kritik unterzogen worden: Die Idee, Philosophen mögen über das Staatswesen herrschen, gehört nach Popper zu den Kernstücken, antiliberalen und autoritären Denkens.

Wie immer man sich zu dieser Kritik stellen mag -- gewiss ist sie selbst nur vor dem Hintergrund der Erfahrung des Totalitarismus zu verstehen --, so ist die Politeia auch ein Grundbuch abendländischer Metaphysik. Die im Zentrum des Werkes stehenden drei Gleichnisse: Das Sonnen-, Höhlen- und Liniengleichnis, in denen Platon seine Ideenlehre, Wissenschaftstheorie und Ethik darstellt, gehören nicht nur zu den literarisch eindrucksvollsten Zeugnissen des antiken Denkens, sondern auch zu den Texten, von denen man sagen kann, dass sie den Gang der westlichen Zivilisation mitbestimmt haben. --Jens Kertscher

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Staat
OT Politeia EZ zwischen 387 und 367 v. Chr.EA zwischen 1482 und 1484 DE 1780 (in Auszügen 1572) Form Dialog Epoche Griechische Antike
Politeia ist das philosophische Hauptwerk Platons, das erste Werk politischer Theorie und ihr erster Höhepunkt zugleich. Sie wurde maßgebend für eine Vielzahl von Modellstaatsentwürfen zu allen Zeiten und beeinflusste das philosophische Nachdenken über die Welt, die Seele und das menschliche Erkenntnisvermögen.
Entstehung: Die zehn Bücher gehen auf zwei Schaffensphasen Platons zurück. Das erste Buch (Thrasymachos) ähnelt frühen Dialogen, in denen Sokrates Definitionsversuche für bestimmte Tugenden prüft und am Ende scheitern lässt. Die Bücher 2–10 entfalten das platonische Musterbild einer guten Verfassung.
Inhalt: Um die Frage zu beantworten, was Gerechtigkeit in der Seele des Menschen ist, entwirft Platon das Muster einer guten Polis, in der drei Stände (Bauern, Handwerker, Kaufleute etc. – Wächter – Philosophen) jeweils durch ihr spezifisches Tun zum Gelingen des Gemeinwesens beitragen.
Platons Modell ist geradezu kulturrevolutionär mit seinen Paradoxien, den Anweisungen, die gegen den zeitgenössischen gesunden Menschenverstand der Athener verstoßen. Frauen und Männer sollen gleich sein; der Wächter- und Philosophenstand soll über kein Privateigentum verfügen und auch Frauen und Kinder sollen ihnen gemeinsam sein; schließlich sollen die Philosophen regieren.
Den Grund dafür veranschaulicht Platon im Höhlengleichnis. Die Philosophen, aufgestiegen aus der Höhle der Unwissenheit zur Erkenntnis der Idee des Guten, haben die Pflicht, wieder zu den Mitmenschen hinabzusteigen und deren Seelen aus der gewöhnlichen Verirrung zum Wahren umzulenken.
Wirkung: Was die Politeia für das abendländische Denken bedeutet, hat der Philosoph und Mathematiker Alfred North Whitehead (1861–1947) auf die Formel gebracht, alle Geschichte der Philosophie sei nichts anderes als Fußnoten zu Platon. D. L.

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16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Herrschaft des Philosophen, 1. September 2006
Von 
Tartschthomas "thomastartsch" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Staat (Taschenbuch)
Platons "Politeia" gehört ohne zweifel zu den Klassikern der politischen Theorie- und Ideengeschichte.

Sinn und Zweck (télos) der menschlichen Existenz sieht er in der "Vervollkommung der Seelen" im Sinne der Entfaltung und Steigerung ethischer Fähigkeiten und Anlagen.

Hierzu dient das politische Gemeinwesen, die Polis, die entsteht, da der Mensch sich nicht selbst genügen kann.

Die Hauptfrage der Politeia besteht darin, die Instituionen und Einrichtungen zu nennen, die dem Sinn und télos dienen. Platon geht hierbei von der "Seelenpflege" aus, die im Bild einer "vollkommenen Seele" dargestellt werden: Die Psyche setzt sich aus Begierden und Leidenschaften, den Tugenden und der Vernunft zusammen, die sich organisch verbinden und eine Einheit bilden.

Ebenso stellt die Polis ein Abbild dieser vollkommenen Seele dar:

Den drei Teilen der Psyche entspricht eine arbeitsteilige Stängegesellschaft. Die Vernunft wird durch die Herrscher vertreten. Die Tugen durch die Wächter und die Begierden und Leidenschaften durch die Handwerker (als Synonym für das Volk). Hierbei soll nicht jeder Bürger der Polis seine Fähigkeiten entfalten, sondern die seinem Stand entsprechenden Fähigkeiten ausbilden.

Insbesondere die Wächter, die entweder den Regenten stellen (können) oder für die innere Ordnung verantwortlich sind, widmet sich Platon, da sie eine besonderen Erziehung benötigen. Diese besteht in der gleichgewichtigen Ausbildung der vier Grundtugenden (Tapferkeit, Besonnenheit, Gerechtigkeit, Einsicht) um das Ziel des Gemeinwohl für die Polis zu verwirklichen.

Die Polis zeichnet sich durch zwei Besodnerheiten aus: Frauen und Kinder gehören allen gemeinsam, wodurch die Erziehung der Kinder eine Kollektivaufgabe darstellt. Und es gibt keine Form von Privateigentum, sondern allgemeinen Besitz. Damit einhergehend sollen der Tausch und seine Werkzeuge Geld und Vertrag abgeschafft werden.

Insgesamt gesehen soll eine gemäßigte Aristorkratie und die kosntitutionelle Monarchie als beste Regierungsform herrschen, wobei entweder die Philosophen Könige oder die Könige Philosophen sein sollen.

Davon ausgehend zeichnet Platon eine Theorie des Verfalls der Verfassungen: Aus der Aristokrtaie erwächst die Timokratie, daraus die Oligarchie und darauf die Demokratie, aus der schliesslich die Tyrannis entsteht, womit der Kreislauf von vorne beginnt.

Insgesamt gesehen bereitet Platon den Weg für Aristotles. Trotz problematischer Fragen wie die Anwendung der Eugenik für den Nachwuchs der Wächter sollte jeder dieses Werk gelesen haben, der sich für politische Theorie- und Ideengeschichte interessiert. Auch wenn sich wie bei Aristoteles die Gebundenheit an kulturelle Standarts offenbart, da die attische Polis nicht mit modernen Demokratiemodellen verwechselt werden darf.
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1.0 von 5 Sternen Als e-book-Ausgabe das Geld nicht wert!, 30. Januar 2012
Diese Rezension bezieht sich nicht auf Platos Werk, sondern auf diese Ausgabe von "Der Staat" als e-book: Sie wird als kommentiert angepriesen - vom Kommentar ist aber weit und breit keine Spur zu sehen. Die Einleitung ist uralt. Die Stephanus-Paginierung fehlt - also ist diese Ausgabe für Zitate unbrauchbar. Die Funktion "go to location" funktioniert nicht, ebenfalls nicht der Sprung von Kapitel zu Kapitel. Also wozu hierfür Geld verlangt wird, ist nicht einsichtig. Ich rate zu den kostenlosen Ausgaben desselben Werkes.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Schau und Argument..., 10. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Staat (Taschenbuch)
Platons Werk gilt zurecht als der Beginn der abendländischen Philosophie, und die "Politeia" mag darin als sein Hauptwerk gelten. Dabei ist jener philosophische Dialog von einer höchst interessanten Doppelgesichtigkeit, eigentlich ein Hybrid zweier verschiedener Erkenntnistraditionen. Denn zum ersten ist es eine lehrmäßige Darstellung eines traditionalen Staatsaufbaus, zum anderen aber schon, und hier beginnt die europäische Geistesgeschichte, utopistisch-rationale Spekulation über den besten aller Staaten.

Zunächst unternimmt Plato also den Versuch, den Zweck des Staates in seiner - traditionalen - spirituellen Anthropologie, Metaphysik (die Lehre von den Ideen, insbesondere des "Gerechten") und Jenseitslehre zu bestimmen, wobei er wiederum zur Erläuterung seiner Anthropologie und zur Klärung der Idee des Guten auf die Lehre vom dreigliedrigen Staatsaufbau zurückgreifen muss. Im Verlauf seiner Argumentation bemüht sich Plato, so weit als möglich, von der Verständnisebene seiner Hörer ausgehend, seine Schlüsse stringent-logisch und rational, wenn auch unter Einbezug von Analogien, zu entwickeln. Immer wieder aber muss er von Evidenz und Argument abweichen und seine Gedanken auf einer nicht näher hinterfragbaren, mystischen, "Schau" gründen.

Man kann so weit gehen, zu behaupten, dass Plato immer dort auf die "Schau" oder die Autorität der "Alten" zurückgreift, wo es um wesentliche Elemente eines traditionalen Staates geht - nämlich in seiner vornehmsten Aufgabe, das jenseitige Heil seiner Bürger zu mehren und diesen dafür einen jeweils ihrer, vom Schicksal bestimmten, anborenen Natur angemessenen Stand, mit den dazugehörigen Pflichten, zuzuweisen. Reine Spekulation, also das Ausbreiten von Argumentationsketten ausgehend von evidenten Grundannahmen, spielen dagegen bei Plato nur dort eine Rolle, wo es um Details des idealen Staates geht, etwa bei den Verhältnissen zwischen den Geschlechtern, bei der Erziehung der Jugend,... u.ä. Hier beginnt aber die abendländische Philosophie - denn es mag die Frage gestattet sein: Mit welchem Recht, mit wessen Autorität, auf welchem besseren Wissen fußend, getraut sich Platon eigentlich, über die Lehre der Alten hinausgehend, den idealen Staat in solcher ausführlichkeit zu beschreiben. Wäre er bei der Tradition geblieben, hätte er es bei der "Schau" belassen müssen, denn traditionale Reichsordnungen werden durch "Inspiration" von Sehern und Propheten begründet - deshalb halten traditionale Gesellschaften ja an jedem Buchstaben, jedem Pünktchen ihrer offenbarten Lehre fest und ändern kein Gran daran ---. Also: Plato muss sich der Macht des rationalen Arguments, der folgerichtigen Ableitung aus der Evidenz ungeheuer sicher gewesen sein; Denn zum einen erweitert er ja nicht nur die "Offenbarung" eigenmächtig, sondern er kritisiert, zumindest implizit, die bestehende Ordnung seiner Polis - also eines Staates, dessen Hüter für diesen ebenso in Anspruch genommen hätten, dass er auf einer intakten Tradition beruhe.
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