Kann / darf ein demokratischer Rechtsstaat Zuwanderung steuern? Welche politischen und rechtlichen Barrieren gibt es, wenn Regierungen den Wählerwillen umsetzen wollen? Stefan Luft geht in seiner Habilitationsschrift dieser Frage am Beispiel der Anwerbung von Gastarbeitern" in der Bundesrepublik Deutschland nach. Er analysiert prägnant, welche Akteure beteiligt sind und welchen Einfluss sie jeweils auf die Entscheidungsprozesse ausüben. Gleiches gilt für die Integration: Auch hier ist die Handlungsfähigkeit des Staates begrenzt. So lassen sich Niederlassungsprozesse nur sehr begrenzt steuern. Haben sich einmal ethnisch-soziale Unterschichtenkonzentrationen" in den Städten gebildet, ist es kaum möglich, sie rückabzuwickeln. So muss mittlerweile festgestellt werden: In jenen Stadtteilen, in denen die meisten Ausländer leben, leben die meisten armen Inländer und die meisten Kinder. Das alleine macht die Herausforderung klar. Stefan Luft plädiert für einen integrationspolitischen Realismus": Die Entwicklungen ungeschminkt wahrnehmen - ohne sie zu skandalisieren. Und vor allem: Die nötigen Konsequenzen ziehen: Integration als Aufgabe der gesamten Stadtgesellschaft verstehen und den Staat (Bund, Länder, Kommunen) auch finanziell handlungsfähig halten. Insgesamt: Ein sehr gelungenes Buch - mit vielen Gesichtspunkten, die bisher in der Debatte um Zuwanderung und Integration wenig Beachtung fanden. Empfehlenswert!