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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kerstin Liehr auf polisphere.de,
Von polisphere.de (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Staat und Lobbyismus: 4 (Taschenbuch)
"Interessenvertretung, die einem starken Änderungsprozess unterworfen ist, ist notwendig - aber unter Einhaltung von Verhaltensregeln". Auf diesen Kernsatz lassen sich die drei zentralen Thesen von Florian Busch-Janser - Wirtschaftsjurist, Politikwissenschaftler und Herausgeber der Internetplattform polisphere - zusammenfassen, deren Überprüfung er sich in 6 Hauptkapiteln seiner Arbeit zur Aufgabe gemacht hat.Nach einer einleitenden Darstellung des Status Quo in der Lobbyismus-Forschung, in dem u. a. auf die historische Entwicklung eingangen wird, welche einen Trend vom in Deutschland lange Zeit vorherrschenden Verbandslobbyismus zum Public Affairs Management impliziert, wendet sich der Autor im zweiten Hauptkapitel dem Spielfeld der Lobbyisten zu. Im Rahmen der Beschreibung von ethischen, juristischen und gesellschaftlichen Grenzen führt er zunächst die Kritik und Vorurteile auf, die die Öffentlichkeit mit dem Lobbyismus noch immer weitgehend assoziiert. Dies nimmt Busch-Janser zum Anlass sich ausführlich mit der Fragestellung auseinander zu setzen, mit der man sowohl in der Praxis als auch in der Forschung in diesem Gebiet immer wieder konfrontiert wird: der Legitimität des Lobbying. Diese stellt er den Vorurteilen gegenüber und beschreibt aktuelle und potenzielle Instrumente, die zur Überwindung der Skepsis beitragen könnten. Im darauf folgenden dritten Abschnitt steht der Gesetzgebungsprozess in Deutschland im Vordergrund der Betrachtung. Neben der detaillierten Aufzählung der am Entscheidungsprozess beteiligten einzelnen Institutionen nennt der Autor zugleich immer auch Zugangsmöglichkeiten bzw. deren potenzielle Eignung zur Einflussnahme von außen. Positiv sei an dieser Stelle hervorzuheben, dass Busch-Janser an passender Stelle Parallelen zum europäischen Lobbyismus aufzeigt und damit der mittlerweile starken Verflechtung zwischen nationalem und europäischem System Rechnung trägt. Den Änderungsprozess politischer Einflussnahme in Deutschland macht der Forscher an dieser Stelle zusätzlich sehr eingängig mit Hilfe korporatistischer und pluralistischer Forschungsansätze deutlich. Im vierten Kapitel widmet sich Busch-Janser dem Public Affairs Management in der Praxis, indem er sich zunächst allgemein der Durchführung von Kampagnen zuwendet. Das hierfür verwendete Ablaufschema unterteilt er in die drei Teile Analyseraster, Zielplanung sowie Maßnahmenkatalog. Nach diesen eher theoretischen Ausführungen sowie dem Aufzeigen diverser Organisationsformen, die sich ein Unternehmen für die Einflussnahme zu Nutze machen kann, beschreibt der Autor, in Anlehnung an die zuvor beschriebenen Ablauf-Schritte einer Kampagne, mit der ?Stop the clock?-Public-Affairs-Kampagne von AOL ein sehr gelungenes Fallbeispiel. Diese Studie rechtfertigt nicht zuletzt die Vielfalt der von Busch-Janser zuvor aufgezeigten zur Durchführung einer Kampagne einzusetzenden Instrumente, da der AOL-Fall verdeutlicht, dass finanzielle Ressourcen allenfalls eine mittelbare Wirkung auf den Erfolg haben können. Abschließend greift Busch-Janser die zu Beginn aufgestellten Thesen noch einmal auf, indem er sie jeweils durch einen zusammenfassenden Rückblick auf seine Arbeit bestätigt kann. Der eigentlichen Arbeit schließt sich ein relativ ausführlicher Appendix an. Mit 98 Begriffen aus den Public Affairs stellt das Glossar dem Leser ein sehr umfangreiches Nachschlagewerk zur Verfügung. Daran anschließend bringt der Autor das Bemühen um geeignete Verhaltensregeln noch einmal explizit durch ein Verzeichnis von im internationalen Raum zuletzt erarbeiteten Verhaltenskodizes zum Ausdruck. Hilfreich gestalten sich in einem nächsten Schritt die aufgeführten Auszüge derjenigen Gesetzestexte, auf welchen Busch-Janser seine Argumentation gestützt hat. Ebenfalls im Anhang werden neun, in jüngster Vergangenheit durchgeführte Studien aufgelistet. In diesem Zusammenhang präsentiert Busch-Janser die Ergebnisse einer im Zuge der vorliegenden Arbeit eigenständig durchgeführten Erhebung von 38 Public-Affairs-Agenturen in Deutschland. Wünschenswert wäre es an dieser Stelle gewesen, wenn der Autor in seiner Arbeit öfter Bezug auf seine sehr interessanten und anschaulich aufbereiteten Ergebnisse genommen hätte. Zusammenfassend besticht Busch-Jansers Arbeit durch seine klare Struktur und die umfassende Argumentation in Bezug auf die Legitimierung des Lobbying. Durch das sehr anschauliche AOL-Fallbeispiel gelingt es dem Autor, die Verbindung zwischen theoretischer Analyse und praktischen Handlungsempfehlungen zu ziehen. Zusammen mit dem ausführlichen und aktuellen Literaturverzeichnis, welches sein Werk abrundet, bietet Busch-Janser einen umfangreichen Überblick über das Public-Affairs-Management in Deutschland. Das Buch richtet sich insofern nicht nur an Studenten, sondern eignet sich ebenso für Praktiker, die am Public Affairs Management aber auch an manch theoretischem Hintergrund interessiert sind. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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