"St.George und der Drache" (Originaltitel "The Magic Sword", auch als "Ascalon, das Zauberschwert" in Deutschland gelaufen) ist ein Märchenfilm, wie er im Buche steht: böser Zauberer entführt Prinzessin, um sie einem feuerspeienden Drachen zum Frühstück vorzuwerfen, tapferer Ritter zieht los, um sie zu befreien, und der König verspricht die Hand der Schönen plus (auch nicht zu verachten) das halbe Königreich. Ritter George hat nur das Problem, dass man Zauberkräfte benötigt, um den Drachen zu besiegen, und seine Zauberkräfte hängen ab von seiner Ziehmutter, einer alten Hexe, die sich mitunter nicht mehr genau dran erinnert, wie der richtige Zauberspruch lautete...
Entstanden 1962, d.h. kurz nach dem Klassiker "Sindbads 7.Reise" und etwa zu der Zeit, als Roger Corman seine Poe-Reihe drehte, wirkt "St.George und der Drache" wie eine Mischung dieser beiden möglichen Einflüsse. In knallig bunten Farben bewusst unnatürlich ausgeleuchtet, attackieren ständig irgendwelche skurrilen Ungeheuer. Der Film zeichnet sich durch seinen Humor aus, nimmt sich vor allem selbst nicht ernst. Regisseur Bert I. Gordon ist eigentlich nur für billig zusammengeschusterte Monsterfilme bekannt, dies ist jedoch eine stilsichere Inszenierung, die mich positiv überrascht hat. Der 70jährige Basil Rathbone, der den Magier spielt, hatte gewiß seine beste Zeit (als Sherlock Holmes z.B.) lange hinter sich, ist hier jedoch der einzige namhafte Star, den das B-Movie-Budget hergab. Die DVD-Qualität wirkt für das Alter des Films zufriedenstellend, mit satten Farben, lediglich leicht unscharf und etwas zu sehr gefiltert. Gute deutsche Synchronisation, Originalton ist auch enthalten, als Bonusmaterial gibt es lediglich einen alten US-Trailer. (FSK-Freigabe ab 16 erklärt sich dadurch, dass die Maskenbildner etwas zu gute = gruselige Arbeit geleistet haben.)