Vieles ist beim TV-Zweiteiler Störtebeker gelungen, einiges nicht. Lobend erwähnen muss man die Besetzung, die bis in die Nebenrollen klasse ist. Ken Duken überzeugt auf ganzer Linie. Ihm nimmt man den draufgängerischen Freibeuter jederzeit ab. Etwas verwirrend ist zunächst, dass die weibliche Hauptdarstellerin gefühlte zehn Jahre älter aussieht als der Held, aber daran gewöhnt man sich recht fix.
So gut die Darsteller auch sind, auf See hilft das auch nichts mehr. Die Tricktechnik ist bei den Schiffszenen dermaßen schlecht, dass man seinen Augen nicht trauen mag. Davon gibts leider reichlich, ist ja schließlich ein Piratenfilm.
An Land wendet sich das Blatt allerdings. Hier passt so ziemlich alles. Die üblichen Mantel- und Degen-Duelle erinnern eben nicht an an Errol Flynn selig, sondern sind wohltuend modern in Szene gesetzt. Klasse auch die Kameraarbeit. Hier hat man wirklich versucht, ungewöhnliche, noch nicht totgefilmte Einstellungen zu finden.
Alles in allem ist Störtebeker kurzweilige, spannende Unterhaltung, wobei der zweite Teil ein bisschen besser abschneidet, weil der Schwerpunkt mehr auf Action, denn auf die etwas schmonzettigen Liebeszenen gesetzt wird.
Mag das Ganze auch nicht historisch korrekt sein: Mich juckt das weniger. Wenn ich historische Tatsachen haben will, dann kauf ich mir ne Doku.