So eine Rezension kann natürlich nur die rein subjektive Meinung eines Lesers wiedergeben und mehr nicht.
Ich fand dieses Buch auf jeden Fall einsame Spitze. Gerade in einer Zeit wo mehr oder weniger die Welt ununterbrochen am Beben ist (Indien, San Salvador) hat dieses Buch schon eine aktuelle Aussage. Ich kenne mich nicht mit Erdbeben, Richterskalen oder Geologie aus, aber mir scheint, das dieses Buch doch glaubwürdige Beschreibungen und Fakten an den Tag legt. Der Autor (der leider kurz vor der Veröffentlichung des Buches verstorbene Mike McQuay) scheint m. E. seine Hausaufgaben gemacht zu haben.
Das Buch handelt nicht nur von diesem Beben der Stärke 10, sondern es erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte, in dem eben jenes Beben quasi als Abschluß stattfindet. Das Buch handelt von Freundschaft, Liebe, Integrität, großen Träumen und auch (sehr wichtig) von Vergebung. Ach ja, Erdbeben und Flutwellen kommen auch massig drin vor. Es ist einfach toll geschrieben und ich habe in der Tat jede Seite genossen. Die Hauptpersonen sind sehr gut dargestellt und auch ihre Handlungsweisen (so tragisch sie auch manchmal sein mögen) werden plausibel und nachvollziehbar dargestellt.
Eine kurze Inhaltsangabe möchte ich auch anführen. Die Welt so wie wir sie kennen existiert in ihren klimatischen und politischen Gebilden nicht mehr. Die Macht in der Welt haben Chinesische Konzerne mehr oder weniger an sich gerissen, Amerika ist durchsetzt von sogenannten Kriegszonen in denen die schwarze (und islamische Bevölkerung) unterdrückt wird. Über die Kontinente zieht eine radioaktiv strahlende Wolke - der letzte Rest des sich in einer nuklearen Selbstvernichtung zerstörten Staates Israel. Das Wasser ist teilweise ebenfalls radioaktiv verstrahlt, Erdbeben suchen die Erde heim, die Ozonschicht ist völlig zerstört, so das die Menschen sich tagsüber nur noch unter einem Hautschutz ins Freie wagen können. Die Hauptperson ist Lewis Crane, der sich nach dem Erdbebentod seiner Eltern, der Bekämpfung dieser Naturkatastrophe verschworen hat. Sein Traum ist dabei ein Miniaturglobus mit einer künstlichen Intelligenz, der, gespickt mit allen jemals gesammelten geologischen Daten, eine minutengenaue Vorhersage von Erdbeben, gewährleisten soll. Aber, wie im richtigen Leben auch, sitzt der größte Feind oft in den eigenen Reihen. Zum Glück, hat Lewis Crane aber nicht nur diesen Traum, denn es gibt ja immer noch den Mond - und der ist auch schon besiedelt.
Dieses Buch ist wirklich nur zu empfehlen.
© deval