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Städte der Prignitz, 13. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Städte der Prignitz (Taschenbuch)
In der populären Reihe Archivbilder des Sutton-Verlages Erfurt erschien ein neuer historischer Bildband über die 11 Städte der Prignitz erschienen. Auf 128 reich illustrierten Seiten laden die Lokalhistoriker zu einem neuen Streifzug durch die Geschichte der Prignitz ein. 203 bisher überwiegend unveröffentlichte Aufnahmen illustrieren das Alltagsleben in den 11 Städten der alten preußischen Kreise Ost- und Westprignitz. Aus den Stadtarchiven zwischen Putlitz und Havelberg, Wittenberge und Kyritz sowie ihren privaten Sammlungen sowie zahlreichen Leihgaben haben sie repräsentative Dokumente und Fotografien ausgewählt und zu einem facettenreichen Panorama der gesamten Prignitz zusammengestellt.
11 Städte haben sich in der reizvollen Landschaft der Prignitz entwickelt: Mit Ausschnitten aus historischen
Kartenblättern, kurzen Abrissen der Stadtgeschichte und Fotografien aus dem Alltagsleben sowie Porträts bedeutender Bürger dieser Städte stellen die Autoren Freyenstein, Havelberg, Kyritz, Lenzen, Meyenburg, Perleberg, Pritzwalk, Putlitz, Bad Wilsnack, Wittenberge und Wittstock vor.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfuhren die bis dahin überwiegend landwirtschaftlich geprägten Städte einen wirtschaftlichen Aufschwung, der in schmucken Gründerzeitvierteln und stadtbildprägenden Werkskomplexen seinen Niederschlag fand, wie zahlreiche Aufnahmen belegen. Der schrittweise Anschluß an das Eisenbahnnetz förderte die Entstehung bedeutender Industrieunternehmen. Neben den oft jahrhundertealten Stadtkirchen und prächtigen Rathäusern findet der Leser Szenen aus dem Arbeitsleben in den Städten und in den Fabriken. Zahlreiche Luftaufnahmen dokumentieren die städtebauliche Entwicklung der Prignitz-Städte.
Die Grenzen der Prignitz wurden nach 1952 mehrfach willkürlich verändert und heute ist die historische Prignitz zerrissen und gehört teilweise sogar zu anderen Ländern, wie z. B. das alte Havelberg, von dem einst die Christianisierung und Besiedlung der Prignitz im 12. Jahrhundert ihren Anfang nahm und weshalb Havelberg auch bis heute als Wiege der Prignitz bezeichnet wird. Trotz dieser administrativen Teilungen der Prignitz zwischen 1952 und 2003, hat sich bei vielen Einwohnern dennoch eine Prignitzer Identität erhalten. Die Prignitz als historischer Landschafts- und auch Sprachraum blieb von diesen Teilungen unberührt. Auch die landesgeschichtliche Forschung betrachtet die Prignitz stets in ihren historischen Landschaftsgrenzen und auch die Fremdenverkehrsverbände werben noch weitgehend gemeinsam für die gesamte Region.
Mit ihrem reich bebilderten Buch (203 Abb.!) wollen die Autoren trotz und wegen der vielfachen politischen Teilungen der Prignitz und den immer neuen Gemeindegebietsveränderungen seit 1952 Heimatbewußtsein, Geschichtsverständnis und Prignitzer Identität befördern und bewahren helfen.
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