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Nier (PS3)
 
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Nier (PS3)

von Koch Media GmbH
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Informationen zum Spiel

  • Plattform:   PlayStation 3
  • USK-Einstufung: USK ab 16 freigegeben
  • Medium: Videospiel
  • Artikelanzahl: 1
  • Sprache: Deutsch, Deutsch, Deutsch, Deutsch
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Produktmerkmale

  • 135mm x 171mm x 14mm

Produktinformation

  • ASIN: B0039BSN92
  • Größe und/oder Gewicht: 17,2 x 13,5 x 1,4 cm ; 118 g
  • Erscheinungsdatum: 23. April 2010
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (42 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 3.735 in Games (Siehe Top 100 in Games)

Produktbeschreibungen

Produktbeschreibungen

NIER™, die neueste Marke von SQUARE ENIX®, liefert einzigartige und unvergessliche Charaktere, atemberaubende und actiongeladene Kämpfe, explosive Magie und eine Handlung, wie nur SQUARE ENIX sie schreiben kann. Nichts ist so wie es scheint - mit einer durchdachten Handlung und spannenden Situationen, die eine komplexe Realität enthüllen, wird der Spieler von Anfang bis Ende des Spiels im Dunkeln gehalten. Schlüpfe in die Rolle des unbeugsamen Nier, der sich entschlossen auf die Suche nach einem Heilmittel für seine Tochter Yonah macht, die an der „Schwarzschrift-Krankheit“ leidet. Ausgerüstet mit einer mächtigen Auswahl von magischen Fähigkeiten, sowie mit Schwert und Rüstung zieht Nier mit seinen formidablen Verbündeten in den Kampf gegen Horden dunkler Schatten und gigantische Bosse, um die Wahrheit über die Krankheit seiner Tochter und sich selbst zu entlüften.

Fesselnde Story und unglaubliche Enthüllungen:
Tauche ein in eine komplexe Story aus einer Welt voller verborgener Geheimnisse, in der eine Krankheit wütet und die Menschen in Angst leben. Man muss die Geschichte von NIER, in der überall überraschende Entwicklungen lauern, selbst erleben, um sie zu glauben.

Rollenspiel-Gameplay gepaart mit actiongeladenen Kämpfen:
Stelle dich wilden, geheimnisvollen Feinden in einem Spiel, das Rollenspielelemente wie Magie, Charakterentwicklung und Verbündete mit actiongeladenen Schwertkämpfen und Schlachten kombiniert.

Mächtige magische Fähigkeiten:
Wenn sein Schwert nicht ausreicht, kann Nier zahllose mächtige, graphisch eindrucksvolle Zauber nutzen, um seine Kampfmanöver zu verbessern und seine Feinde niederzustrecken. Wenn du erfahrener wirst, stehen dir verbesserte Zauber zur Verfügung, mit denen du die immer tödlicher werdenden Feinde besiegen kannst.

Gnadenlose Kampfmanöver:
Kämpfe gegen böse Kreaturen und entfessele vernichtende Kampfmanöver und verheerende Kombinationsangriffe. Erspiele ein Vielzahl vernichtender Waffen - jede mit anderem Design und eigenem Kampfstil.

Mächtige Verbündete:
Reise mit einer dynamischen Gruppe von Verbündeten und kämpfe gemeinsam als Gruppe gegen gigantische Riesenmonster.

Eine phantasievolle, atemberaubende Welt:
Erforsche eine unvergessliche Welt mit abwechslungsreichen Landschaften, die auf vertraute Art und Weise an die Überreste einer modernen Gesellschaft erinnern.


Mit Schwert und Magie entledigt sich NIER seiner zahlreichen Feinde.


Im Verlauf des Spiel erlernt NIER mächtige Zauberattacken.

Produktbeschreibungen

 

Zustand: Neu & Originalverpackt

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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen NIER - Ein Juwel, das in der Masse verloren geht, 20. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Nier (PS3) (Videospiel)
NIER ist ein japanisches Action-Rollenspiel, das von Cavia entwickelt und lediglich von Square Enix gepublisht wurde. Nachdem der Großteil der Kritiker das Spiel in ihren Tests zerfetzt hatte, ich aber dank vieler positiver Erfahrungen seitens der Spieler trotzdem davon überzeugt wurde, mir das Spiel zu erwerben, gab ich NIER eine Chance und wurde definitiv nicht enttäuscht.

In dem Spiel steuert man den Hauptprotagonisten "Nier" (wahlweise kann man auch selbst einen Namen auswählen), der auf der Suche nach einem Heilmittel für seine Tochter "Yonah" ist. Diese wurde von der gefürchteten "Runenpest" heimgesucht, dessen Weg zur Heilung mit den Geschehnissen der weiteren Geschichtsabschnitte in Verbindung stehen. Da ich nicht die Lust am Spielen durch Spoiler zunichte machen möchte, werde ich hierzu nur dies verraten: Die Geschichte wird spannungsreich und emotional präsentiert, sodass der Spieler mehr als motiviert bleibt, das Schicksal von Nier mitzuerleben und die Hintergrundgeschichten von anderen Protagonisten zu erfahren und lieben zu lernen. Im Gegensatz zu einigen anderen japanischen Rollenspielen, präsentiert sich die Geschichte und das Spiel selbst sehr viel reifer, als man es von Genrekollegen gewohnt ist. Auch der Wiederspielwert ist im Bezug auf die Geschichte sehr hoch, da es vier verschiedene Enden (Ende A, B, C, D) zu sehen gibt.

Das Gameplay ist solide, jedoch gibt es fast nichts Innovatives oder Neues, was man bisher nicht so gesehen hat. Der Charakter gewinnt traditionell - wie in anderen Rollenspielen auch - durch jeden besiegten Gegner an Erfahrung, die ihn in seinem Level aufsteigen und stärker werden lassen. Im Laufe der Geschichte erlernt er zudem verschiedene magische Fertigkeiten, die unter Verbrauch von Magiepunkten starke magische Attacken auslösen können. Diese magischen Attacken sind besonders in den prunkvoll inszeniereten Bosskämpfen wichtig, die sich von den Standartkämpfen gegen "normale" Feinde stark abheben und damit frischen Wind in den eher monotonen Spielablauf bringen. Das Spiel präsentiert sich zwar als Spiel mit offener Spielwelt, jedoch ist diese dafür zu beschaulich und hätte einige Areale mehr sicherlich verkraftet. Der Spieler hat zudem die Möglichkeit, Nebenaufgaben zu erfüllen (deren Hintergrundgeschichten ebenfalls sehr interessant sind), angeln zu gehen oder Waffen aufzurüsten bzw. spezielle "Wörter" für das Modifizieren von Waffen zu suchen. Trotz des linearen Spielablaufs, gibt es einige Stellen im Spiel, die den Spieler überraschen und durch seine Innovation beeindrucken werden.

Ebenfalls sehr gelungen ist der Soundtrack des Spiels, der mit verschiedenen Klängen, die Stimmung und Atmosphäre der Abschnitte bzw. Erlebnisse an Emotionalität und Tiefe bestärken und sich perfekt an das Spielgeschehen anpasst. Leider wiederholen sich einige Stücke zu schnell, sodass teilweise einige Melodien anfangen, einem auf die Nerven zu gehen.

Einer der größten Kritikpunkte des Spiels ist sicherlich die etwas staubige Grafik, die sich jedoch keinesfall auf mittlerem PS2-Niveau (wie es einige Tester sagen) befindet, aber zudem auch nicht aufgrund von Detailreichtum für offene Münder sorgt. Die Grafik ist ein Punkt, bei dem sich meiner Meinung nach die meisten Tester und potenziellen Spieler abschrecken lassen.

NIER muss nicht durch seine Optik punkten, sondern NIER ist durch seine großartige musikalische Untermalung und Geschichte zu einem subjektiven Schatz geworden, an den man sich in einigen Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit als großartiges Rollenspiel erinnern wird, welches leider aufgrund der Masse an Spielen, den mauen Testwertungen, sowie der angestaubten Optik untergegangen ist. Ich kann nicht garantieren, dass die Geschichte jeden Spieler emotional so mitnehmen wird wie mich, aber wenn man sich erst einmal darauf einlässt, kommt man davon auch nicht mehr so schnell los.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das Konzept ist doch wichtiger als die Anzahl an Polygonen!, 5. Mai 2011
Von 
A. Roedig - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Nier (PS3) (Videospiel)
(basierend auf der US-Fassung)

Halten wir mal etwas gleich zu Beginn fest: Nier ist KEIN Spiel von Square(Enix), sondern von Cavia, dem Studio das zum Beispiel "Biohazard - Heroes never Die" (Dead Aim), "Biohazard - Darkside Chronicles" oder gar die KORG DS-Ableger zur Welt gebracht hat. Square hingegen ist nur der Publisher!

Das soll nun keine Ausrede sein um auf die Grafik von Nier zu sprechen zu kommen, aber man muss das auch mal klarstellen! Natürlich ist es da dann für viele nicht mehr verwunderlich wieso das Spiel so aussieht, wie es nunmal aussieht. Allerdings bewegt sich Nier Meilen von einem PS2 oder gar PSX-Look entfernt.

Ja, die Welt ist leer - das nennt sich aber Konzept! Es ist gewollt dass das alles recht karg daherkommt und überwiegend minimalistisch anmutet, egal ob nun Menüs oder eben Spiel alleine. Wer sich zudem etwas mit der Materie auskennt und nicht so verblendet ist eine karge Welt direkt als "Last Gen" zu betiteln wird sehen, dass man viele der Effekte, diverses Bumpmapping und durchaus viele Polygone der Bossgegner so nicht auf einer PS2, geschweige denn einer PSX hätte hervorbringen können.

Natürlich sind die Geschmäcker verschieden und man kann gewiss nicht wirklich über das Aussehen des Helden hinwegsehen, aber Nier punktet gerade durch diese kargen Designs, was schon eine Kunst für Sich ist.

Gerade das Spiel aus Licht und Schatten weiß zu gefallen, egal ob es nun die Tatsache ist dass der Ladebildschirm schwarz ist, wenn ich in einen dunkleren Ort gehe (in ein Haus oder eine Höhle hinein), oder eben weiß, wenn ich in das Licht laufe. Auch bemerkenswert ist das Lichtspiel, ebenfalls wieder hell oder dunkel, je nachdem wie ich die Kamera drehe. Steht die Kamera zum Beispiel genau in Richtung der Sonne, so ist alles wohlig warm, drehe ich diese damit die Sonne irgendwie verdeckt ist, so sieht alles kalt und bläulich aus. Dieses reale Phänomen durfte man bisher in kaum einem Spiel begutachten und ist Nier hoch anzurechnen!

Die Figuren in dieser Welt sind ein kleines Highlight für sich. Sie sind herrlich absurd, muten durchaus etwas fantasievoll wie aus einem Ghibli-Film an (von der Optik her aber eher nur die Monster und ein gewisse Völkchen) und vor Allem die englischen Sprecher wissen auf ganzer Linie zu überzeugen und jeder Figur ihren eigenen Charme einzuhauchen. Was wie ein kleiner Stilbruch wirken mag entpuppt sich zudem wieder als genial, denn die Figuren haben durchaus einen recht ruppigen Humor, was immer wieder nett zum anschauen, oder eher hören ist.

Wo wir übrigens gerade bei den Figuren sind ' Es gibt ja eigentlich zwei Versionen von Nier. Gestalt und Replicant. Eigentlich gestaltete sich das Spiel so: Japanische PS3 Version = Replicant, japanische 360-Version = Gestalt. Die Unterschiede liegen lediglich im Aussehen des Protagonisten und an seinem Verhältnis zu dem weiblichen "Hauptteil" der Geschichte - dem kranken Mädel. Während es bei Replicant der junge Bruder ist und man somit eher auf den japanischen Geschmack abzielen wollte hat man bei Gestalt den Vater daraus gemacht um eher dem Westen zu gefallen. Etwas konfus, aber man sollte das ja gewohnt sein von denen.

Nun denn, wieso erwähne ich das? Um zu zeigen dass man Replicant nie um Westen veröffentlicht hat? Nein, ich will hiernach bei dem Design bleiben, denn das Design aus Replicant passt meiner Meinung nach einfach eher in das Gesamtbild als der Grendel-Verschnitt, der sich Vater nennt. Das Problem ist ganz einfach: Alle Figuren wirken sehr japanisch und animehaft und genau das hätte auch der Held aus Relicant verkörpert. Dürrer, femininer Kerl mit strubbeligen Haaren. Hätte mir einfach eher wegen dem kompletten Look and Feel des Titels getaugt, aber was soll's. Spielen wir halt mit dem Fleischberg der nicht ganz in's Bild passt und ein Gesicht hat, das wohl nur eine Mutter lieben kann. Gemein? Ja ist es, aber wenn man sonst keine Kritik üben kann muss man auch mal zu so einem Mittel greifen.

Inhaltlich bleiben beiden Versionen übrigens sonst gleich. Man sucht ein Heilmittel für die mysteriöse Krankheit, kämpft sich durch Schatten und so weiter.

Genug der langen Ausführung und zum Gameplay. Nier ist hier schon eher ein klassisches Hack'n'Slay mit RPG-Elementen, Missionscharakter und Jump'n'Run-Einlagen. Dazu kommt eine gewisse Portion an Life-Sim und anderem Huppifluppi, damit man möglichst viel Abwechslung einbringen kann.

Nun ist es gewiss monoton immer von A nach B zu rennen um seine Missionen zu erhalten, aber der Mix bekommt es durchaus hin es nicht langweilig wirken zu lassen. Gekonnt wird hier zum Beispiel zwischen Seitenansicht oder Vogelperspektive gewechselt, so dass der Spieler während einer Mission zum Beispiel ein normales 3rd-Person-Spiel bestreitet, dann die Kamera aber immer so gekonnt wechselt dass daraus ein altes Zelda oder ein Super Mario wird.

Die einzelnen Puzzle oder Jump'n'Run-Aufgaben lassen sich sehr gut lösen und werden nie wirklich unfair. Anders kann das bei Kämpfen aussehen, besonders bei Bossgegnern. Generell gestaltet sich das Kampfsystem auch als simpel und hier gibt es nicht was man nicht schon gesehen hätte. Was alles aber etwas verkompliziert ist die Tatsache dass der Held bei manchen Treffern wohl das Gesetz der Schwerkraft verlässt und etwas unschön weit durch die Gegend fliegt. Damit kann man sich jedoch arrangieren und die Tatsache dass man verschiedene Waffen und damit Schnelligkeiten der Angriffe ganz nach eigenem Gusto anlegen kann sorgt dafür, dass jeder hier etwas findet um sich durchaus gut durch die Welt zu schlagen.

Wer ganz arge Probleme mit dem Kämpfen hat, der kann noch immer auf die Macht der Sonne hoffen. Einfach so lange die Gegner in Schach halten bis die Wolken sich verzogen haben und kaum fallen die warmen Strahlen auf die Schattenkrieger lösen diese sich auf. Das Konzept funktioniert nicht überall und bei Bossgegnern gleich zweimal nicht, aber es macht durchaus Spaß die Umgebung zu seinem Vorteil zu nutzen.

Wer zu vielen Kämpfen aus dem Weg geht, der kann natürlich auch seinen Helden nicht aufstufen. Interessant hierbei ist dass man nicht nur die obligatorischen Erfahrungspunkte kassiert, sondern je nachdem wie hoch ein Combo-Angriff ist auch immer wieder Worte, die man in seinem Begleiter, dem Buch "Grimoire Weiss", einsaugen kann. Diese Worte dienen einfach dazu Zauber oder Waffen mit vereinzelten Attributen zu versehen und dadurch zu stärken. Das System dürfte bekannt sein, aber es ist so herrlich abstrahiert dass das wie die Neuerfindung des Rad daherkommt.

Mehr will ich auch nicht beim Gameplay ausschweifen, denn wir nähern uns ohnehin wieder der Schmerzgrenze für so manch einen "Amazon-Leser". Eines darf man jedoch nicht vergessen: Die Musik! Die Kurzfassung wäre ein schlichtes "Fantastisch", aber ich möchte dabei noch erwähnen dass die Musik gewiss nicht jeden Geschmack treffen wird. gerade bei den ruhigeren Stücken, die eher so klimpernd im Hintergrund daherdümpeln könnte ich mir vorstellen dass der eine oder andere Zocker durchaus mal den Ton abstellen will. Der starke Kontrast zwischen den Musikstücken kann auch übel aufstoßen, aber hier sehe ich persönlich wieder das Konzept aus den beiden Gegensätzen wie Licht und Schatten prima eingefangen.

Nier spielt optisch unter einigen Titeln die es aktuell so zu ersteigen gibt, aber das war's dann auch schon. Story, Gameplay, Inszenierung, Präsentation - Alle diese Punkte spielen in einer hohen Liga mit und zeigen dass sowas der ausschlaggebende Grund für Spielspaß ist. Selbst die an "Pen and Paper" erinnernden Level, bei denen man nur Text vor schwarzem Bildschirm hat fügen sich gekonnt ein und wirken nicht langweilig, weil sie nett geschrieben sind. Wer offen für etwas ist, das nicht zwingend dem ganzen Mainstream folgt und auch gerne etwas eigene Wege bestreitet, der sollte bedenkenlos zugreifen! Freunde von opulenten Grafikblendern dürfen Abstand nehmen.
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42 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Blasse Schale, bunter Kern, 25. April 2010
Von 
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Nier (PS3) (Videospiel)
Eins vorweg: Nier sieht im Vergleich zu Dante's Inferno, Darksiders oder gar God of War eher blass aus und mag deswegen einige Leute abschrecken, die sich gerne von opulenter Grafik überwältigen lassen. Allerdings bietet Nier seit langem mal wieder eine interessante Story, die einen an den Bildschirm fesselt und einen die technischen Schwächen schnell vergessen lässt. Also: Mut zur Lücke!

Nachfolgend die Bewertungen im Detail:

Story/Setting

-------------

Wer Squaresoft bzw. mittlerweile Square/Enix und deren Spiele - allen voran Final Fantasy - kennt, fühlt sich sofort heimisch. Ein Vater will seine Tochter von einer mysteriösen Krankheit heilen und beschützen und begibt sich daher auf abenteuerliche und gefährliche Missionen. Die Welt wie wir sie kennen existiert in dieser Zeit nicht mehr und wurde durch die "Schatten" in eine Art Mitelalter-Fantasy zurückgeworfen. Dieser Kontrast zwischen Vergangenheit und Moderne ist also nichts neues, bietet aber durchweg eine reizvolle und spannende Story mit (manchmal etwas zuviel) Gefühl und Tiefgang. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, denn besonders "Grimoire Weiss" und auch Kaine geizen nicht mit spöttischen Kommentaren und kreativen Beleidigungen ;)

Grafik

------

Der eigentliche "Schwachpunkt" des Spiels. Die Grafik ist für 2010 einfach nicht mehr Zeitgemäß. Die Umgebung sieht aus, wie aus World of Warcraft importiert und wirkt somit eher eintönig. Im Wind wogendes Gras oder Wellengang mit Gischt sucht man vergebens und auch Spiegelungen oder Stencil-Schatten sind nicht wirklich vorhanden. Die Magieeffekte wirken ebenfalls etwas "billig" und wie aus einem Arcade-Spiel entnommen und die Gestaltung der Charaktere liegt auf dem Niveau von Final Fantasy VII, Lediglich in den Zwischensequenzen werden etwas mehr Details gezeigt, allerdings immer noch auf dem Level einer 8 Jahre alten Konsole. "Aha-Momente" wird man hier wenige haben.

Sound

-----

Was Squars/Enix nicht kann und so wie es aussieht nie könenn wird, sind Schrittgeräusche. Wie schon beim aktuellen Final Fantasy XIII, hört sich das Laufen des Hauptcharakters an, als würde man mit den Fingern auf unterschiedlichen Untergründen im Takt klopfen. Die Krönung sind die Schrittgeräusche von Tieren, die ich zuletzt so auf einem C64 vor 25 Jahren gehört habe. Die Zaubereffekte wirken klanglich ebenfalls etwas "billig". Man hofft immer auf ein sattes "WUMM", wenn eine riesige Faust die Gegner zerschmettert und bekommt dann ein sanftes "Wusch" zu hören. Da hilft auch die Surround-Unterstützung nicht viel. Was das ganze aber wieder wettmacht, ist die Musikuntermalung. Das gesamte Spiel ist durchgehend mit gesungenen Liedern unterlegt. Viele Chöre, eingängige Stücke und alles jeweils passend zur aktuellen Spielsituation. Hier würde es sich sogar lohnen, den Soundtrack zu kaufen. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt allerdings doch noch: Die Texte sind nicht vollständig vertont. Gerade "beiläufige" Unterhaltungen oder Missionstexte von Einwohnern bieten ausser einem "Hm?" oder "Hey!" keinerlei Sprachausgabe... genau wie damals bei Final Fantasy VII. Dieser umstand stört etwas die Atmosphäre, aber die packende Story und vor allem die permanente Musikuntermalung lässt einen auch darüber hinwegsehen.

Steuerung/Kampf

---------------

Die ersten 1-2 Stunden bzw. die ersten 3 Hauptmissionen dienen als Tutorial, wo einem der Kampf mit Nahkampfwaffen und Magie genauso beigebracht wird, wie die eingestreuten Jump'n'Run-Elemente, das Sammeln von Gegenständen und die Verwendung des Inventars. Der Einstieg ist für jedermann sehr einfach gehalten und man kommt aufgrund der teilweise frei konfigurierbaren Steuerung recht schnell gut zurecht. Vorwärts laufen und zuschlagen, während man gleichzeitig Verfolger mit Magie beharkt ist ohne Probleme nötig und auch nicht schwierig zu erlernen. Die frei drehbare Kamera sorgt für den nötigen Rundumblick und Magie wird einfach nach eigenem Gusto auf die oberen Tasten gelegt und per Knopfdruck aktiviert. Spezielle Kombos sind zwar möglich, aber nicht nötig. Der Schwierigkeitsgrad der Kämpfe ist nicht gerade hoch angesetzt und Action-Veteranen werden sich - gerade zu Anfang - bei Bosskämpfen eher langweilen, da manche Standard-Kämpfe schwieriger sind und man meistens einfach nicht so oft ausweichen muss wie bei Bossgegnern. Dafür geht das Spielen wirklich leicht und schnell von der Hand. Der Held rennt automatisch, die Kampfanimationen sind sehr schnell und je nach Waffe unterschiedlich und der Instant-Magieeinsatz erleichtern und beschleunigen das Vorankommen noch zusätzlich. Interessant sind auch die 2D-Ansichten, die oft dann aufkommen, wenn man Räume betritt. Plötzlich sieht man sich aus der Vogelperspektive oder von der Seite und wundert sich zunächst über diesen umstand. Da der Übergang jedoch nahtlos ist, stört diese Umstellung nicht und bietet sogar seinen eigenen Reiz, da so etwas Abwechslung in einige Rätsel gebracht wird, auch wenn diese nie wirklich schwierig zu meistern sind.

Nebenaufgaben und Open World

----------------------------

Abseits der Hauptquests gibt es natürlich eine Menge zu tun. Viele Einwohner geben dem Helden Aufgaben, geizen nicht mit Humor und selbst sein eigenes Gemüse darf man anbauen. Auch Angelfreunde kommen hier auf ihre Kosten und durfen sich auf interessante Belohnungen freuen. Dabei kann man diese Aufgaben und Möglichkeiten jederzeit wahrnehmen, was ein gewisses Open World-Feeling aufkommen lässt. Auch hier möchte ich wieder den Vergleich zu Final Fantasy anbringen, wobei sich die Welt von Nier offener anfühlt und auch mehr Freiheiten bietet. Allerdings lassen sich kaum Gebäude betreten und Zonen, die noch nicht von der Storyquest erschlossen sind, sind nicht immer zugänglich.

Erfolge/Trophähen

-----------------

Hier gibt es keine Überraschungen und auch nichts, was wirklich schwierig zu erreichen wäre. Einzig der Punkt "Töte 100 Schafe" kann zu Anfang etwas frustrierend sein, da ab einem bestimmten Punkt in der Hauptquest alle Schafe zu Ziegen mutieren und dieser Punkt nicht mehr erfüllt werden kann, ausser man startet erneut oder man hat einen entsprechenden Spielstand vorzuweisen. Für die Bossgegner gibt es Vorgaben, wie schnell man diese beseitigen muss und für die Story gibt es ebenfalls Erfolge bzw. Trophähen. Eine Besonderheit hat Nier allerdings doch vorzuweisen: Es gibt 4 verschiedene Endsequenzen, wobei es darauf ankommt, das wievielte Mal man das Spiel durchspielt. Ende 1 bekommt jeder zu sehen. Ende zwei ist an bestimmte Vorgaben geknüpft und "sichtbar", sobald man das Spiel erneut durchspielt (nach dem ersten Durchspielen unbedingt speichern, das erspart einem ca. 2/3 und man muss "nur" noch 3-4 Stunden investieren, um erneut zum Ende zu kommen). Für Ende Nummer 3 genügt es, den Endgegner erneut zu besiegen und z.B. alle Waffen voll auszubauen - vorausgesetzt man hat rechtzeitig vorher gespeichert. Und Ende 4 ergibt sich aus Ende 3, wobei man hier einfach die zweite option wählt, sobald man vor die Wahl gestellt wird (vorher ein Backup der Spielstände anlegen!). Alle Enden sind unterschiedlich und bieten einen Einblick in die Geschichte von Nier, weswegen es sich endlich mal lohnt, ein Spiel mehrmals durchzuspielen. Desweiteren behält man seine Werte und errungenschaften aus früheren Spielen, was das ganze nochmal leichter macht. Erfolge/Trophähen für höhere Schwierigkeitsgrade gibt es nicht, sodass man sich um diesen keine Gedanken machen muss.

Charakterentwicklung

--------------------

Waffen und Zaubersprüche sammeln, selbige mit "Wörtern" (Runen) aufwerten und beim Stufenaufstieg stärker werden. Das wars im Grunde. Eine Spezialisierung ist nicht wirklich möglich und auch verschiedene Fertigkeitsbäume kann man lange suchen. Nier ist nunmal unkompliziert und auch für Neulinge des Genres geeignet. Veteranen werden sich allerdings etwas unterfordert fühlen.

Fazit

-----

Klasse Story mit bewährtem "Beschützer-Endzeit-Setting" - Nier bietet leicht zu erlernendes Spielvergnügen mit einer Spielzeit von 15-100 Stunden, je nachdem ob man nur der Hauptquest folgt oder alle Nebenmissionen und Beschäftigungen nutzt. Die Charaktere wachsen einem schnell ans Herz und lassen einen die technischen Schwächen schnell vergessen. Die Grafik wirkt wie aus dem letzten Jahrzehnt, dafür weiss die musikalische Untermalung ohne Einschränkungen zu gefallen, auch wenn eine durchgängige Sprachausgabe fehlt ud einige Effekte (grafisch und akustisch) unfreiwillig komisch wirken. Nier richtet sich an Action-RPG-Einsteiger, die sich nicht mit Charakteroptimierung und stundenlangen Bosskämpfen aufhalten, sondern eine Geschichte erleben möchten. Und genau diese Zielgruppe wird hier glücklich werden. Ausserdem kann man seine englischen Fluch-Kenntnisse sehr gut erweitern, indem man einfach nur Kaine oder Weiss zuhört ;)
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