50 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Final Fantasy XIII... Träger der schweren Bürde einer epischen Reihe, 15. März 2010
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen
Rezension bezieht sich auf: Final Fantasy XIII (Videospiel)
Final Fantasy XIII liefert mit Sicherheit viel Diskussionsstoff, da es sich hier --- man muss es leider sagen --- weniger um ein Final Fantasy Spiel handelt als vielmehr um ein normales, wenn auch gutes Rollenspiel. Und bevor ich mit der Rezension beginne möchte ich zwei Sachen gleich klarstellen:
- nein es ist nicht soooo gut wie alle es im Vorfeld in den Himmel lobten
- nein es ist nicht so schlecht, wie mancher es gern darstellt
Zu den ersten Eindrücken:
Graphik:
Man legt das Spiel ein und als Spieler sitzt man gebannt vor dem Fernseher und blickt mit unglaublichen Erwartungen auf die Mattscheibe, ob es wirklich graphisch so überragend ist...
Und ja... das ist es... man wird nichts besseres finden fertig, man sieht sich das Intro an und denkt sich "wow, gebt mir eine 3-D Brille und ein Kino und "Avatar" kann einpacken".
Story, Charaktere und Tiefgang:
Hier liegen also klar die größten Stärken des Spiels und auch die Story verspricht bereits anfangs einiges und wird den Erwartungen auch gerecht. Hier wurde nach den beiden Story-tachnisch dürftig bestückten Vorgängern Final Fantasy X-2 und Final Fantasy XII wieder deutlich nachgebessert, besonders hinsichtlich der Komplexität. Auch die Charaktere sind nicht mehr so blaß wie in den Vorgängern, wobei auch hier gesagt werden muss, man wird niemals eine wirklich enge Beziehung zu den Charakteren aufbauen können wie in FF7 - FF9. Sie besitzen einen gewissen Tiefgang und entwickeln sich auch weiter und die ganze Story wird erst nach und nach aufgedeckt genauso wie die Motive der Protagonisten.
Man muss aber hier anmerken, dass die Macher ganz stark vom Erscheinungsbild des Protagonisten von FF7 abgekupfert haben (die wollten einfach mal Cloud in HD haben *g*)
Selbst die Hauptdarstellerin Lightning erinnert noch an den Held der Helden von FF7.
Leider muss man sagen, dass die Story hier viel zu linear ist (Tales of Vesperia war dagegen ein Schlaraffenland :-P),
Eine Große Karte ist stets aufrufbar und man sieht immer wo man hin muss (soldaten-sicher) und man sieht quasi auch überall die Orte wo Schatz-Kugeln sind, da diese immer in Einbuchtungen liegen bzw in sinnlosen Gegner-Haufen abseits des Weges... (Man hätte auch gleich ein Schild mit Pfeil hinstellen können...)
Das Kampfsystem:
Hierbei handelt es sich, wenn man es genauer betrachtet um ein abgespecktes ATB-System aus den Vorgängern. Es gibt einen Ladebalken wie bei FF9 oder FF12 und ähnlichen, der sich füllt und anschließend führt der Charakter eine vorher vom Spieler eingetippte Attacke aus, soweit ganz klassisch, jedoch ist der Balken untergliedert in mehrere Balken ( anfang 2, später kommen noch welche hinzu). Jede Attacke verbraucht eine Anzahl von Balken, jedoch wurde hier mitgedacht und man kann diese schon vor aufladen der ganzen Leiste teil-aktivieren
Beispiel: Mein Charakter besitzt 4 Balken, ein einfacher Angriff verbraucht einen Balken, ich gebe 4x Angriff ein... Nun muss ich aber nicht warten bis sich alle 4 Balken aufgefüllt haben, sondern kann bereits bei 1,2 oder 3 Balken den Kämpfer losschicken, der dann eben nur die zu Verfügung stehen Balken aufbraucht, und somit eben nur 1,2 oder 3 Angriffe ausführt.
Dies hört sich nicht schlecht an, und macht zu Beginn der ersten CD an sich auch Spaß, wird aber schnell langweilig und erst gegen Ende der 2. von 3 CDs wird es wieder interessanter, da man erst dort wieder gefordert wird.
Noch einfacher werden die Gegner wenn man die auftretende "Schock-Leiste" ausnutzt.
Hierbei handelt es sich um die Fähigkeit bei aufeinanderfolgenden Angriffen, die Abwehr des Gegners kollabieren zu lassen, womit ihm 200% - 1000% des normalen Schadens zugeführt wird, was kaum ein Gegner lange aushält.
Der 2. große Punkt bildet des sogenannte Paradigmen-System: Vor dem Kampf werden den Maximal 3 Kämpfern die ihr in die Schlacht führt bestimmte Rollen zugewiesen:
Brecher (Angreifer und alle anderern verursachen etwas mehr Schaden, Schockleiste sinkt langsamer)
Verheerer (Schockleiste des Gegners wird viel schneller gefüllt)
Heiler
Augmentor: Unterstützt mit Supportzaubern die Gruppe
Manipulator: Schwächt gegnerische Abwehr und dessen Angriff
Verteidiger: Schützt sich, zieht Angriffe auf sich und absorbiert diese (Paladin-Funktion)
Diese voreingestellten und manuell-erstellbaren 3er-Kombinationen können mittels Tastendrucks im Kampf jeder Zeit gewechselt werden, was eine gewisse taktische Finesse in den Kampf bringt.
Wichtig ist aber:
Man steuert stets nur EINEN Charakter !!! Alle anderen agieren selbstständig (was oft sehr gut ist, wirklich... aber eben in 1% der Fälle nervig)
Hier muss man einen großen Kritikpunk anführen... Die KI-gesteuerten Mitstreiter wirken ihre Zauber stets nur ein einen Charakter, was sehr frustierend sein kann.
Wie folgendes Beispiel zeigt:
Nehmen wir an, unsere 3 Streiter besitzen je 800 TP, nun sind wir bei einem Gegner, der ab und an eine Mächtige Kombo ausführt... Die große Attacke mit 600 TP Schaden auf jeden, gefolgt von einer Attacken gegen einen Einzelnen mit 300 Schaden. Sprich es würde einer draufgehen. Nun haben die Entwickler natürlich zwischen den beiden Angriffen Zeit eingebaut um sich zu heilen... Aber die KI-Figuren (die pro Heilung 200 TP wiederherstellen) heilen nur einen Charakter 3x (anstatt jeden 1x, damit jeder die folgene Attake überleben würde), wodurch nur der überlebt, wenn er angegriffen werden würde. Die anderen segnen eben das Zeitliche. Hier ist man manchmal gezwungen die teuer zu erkaufenden Items zu benutzen. Beachtet man nun auch noch, dass wenn der Gruppenführer draufgeht, das Spiel GAME OVER anzeigt, kann es zu wirklich nervenden Momenten kommen. (Generell gilt das Beispiel aber nur für die 2. Hälfte des Spiels)
Wie oben geschrieben gibt es eben nur gewisse Klassen und die machen auch nie was anderes... bzw in der ersten Hälfte.
Ein Heiler wird also nie einen Angriffszauber ausführen und ein Brecher wird nie einen Charakter retten auch wenn er noch so wenig Lebenspunkte besitzt.
Insgesamt kann man sagen, dass das System an sich nicht schlecht ist: ABER
ABER: Es sind einfach keine anständigen Gegner da (in Hälfte 1), man wird einfach nicht gefordert. Und das ist manchmal sehr ermüdend, da man sich gerade auf CD 1 von Video-Sequenz zu Videosequenz schleppt und nur stets 2-3 lächerliche Geplänkel findet, durch die man durch muss.
Ab Kapitel 7 beginnt man ernsthaft zu kämpfen, und ab Kapitel 10/11 muss man dann Taktieren beginnen um langfristig Erfolg zu haben um nicht stets Items zu verbrauchen. Sehr "interessanter" Anstieg des Niveaus. Die erste Hälfte ist viel zu einfach... selbst für Neueinsteiger und der Rest schon teilweise sehr fordernd.
Auch gibt es keine Zufallskämpfe, man sieht den Gegner, es wird jedoch im Gegensatz zu FF XII nicht in Echtzeit gekämpft, sondern wechselt wie bei Tales auf Vesperia oder Lost-Odyssey in ein Kampffeld, der Übergang geht wirklich sehr sehr flott... 2 sekunden maximal.
Was widerum sehr geil ist, sind die Esper (Überkreaturen), welche zuerst besiegt werden müssen und anschließend mit euch kämpfen, bzw auch als Träger anerkennen, was tolle Dual-Attaken ermöglicht, und davon könnt ihr viele auswählen. (Im Gegensatz zu FF 12).
Jeder Charakter erhält im Laufe des Spiels (wenn teilweise auch sehr spät) seine Esper, darunter viele liebgewonnene Kreaturen... Alles natürlich in einem Graphikfeuerwerk
Leider ist es kaum möglich Esper wirklich oft hintereinander zu rufen, da die zum Rufen benötigte MTP-Leiste sich teilweise sehr langsam füllt.
(Die MTP_Leiste ist ähnlich der Angriffs-ATB-Leiste, nur steht diese für Attacken, die man jeder Zeit ohne Verzögerung ausführen kann, ohne dass das Aufladen der ATB-Leiste gestört wird)
Sehr brauchbar und wunderbar zum zusehen...
Fähigkeiten und Entwicklung der Charaktere:
Kurz und knapp kann man hier sagen dass es sich um ein HD_3-D-Sphäro-Brett aus FFX handelt. Durch bestrittene Kämpfe kann man nach und nach für die verschiedenen Klassen neue Attacke und Verstärkungen für Angriff und co freischalten. Alt bewährt sehr angenehm.
Die Tatsache, dass es aber eben keinen echten Magier gibt, der MP verbraucht und bei dem man aufpassen muss, dass eben diese nicht zu Ende gehen (was teilweise aufwenig war in vorangegangenen war, aber fordernd und wie ich finde auch dazugehörend) lässt mich persönlich nicht gerade freudig gestimmt zu zurück, genauso wie die Kontrolle über nur einen Charakter.
Was die Waffen angeht, so ist hier leider ein sehr großer -- wie ich finde negativer -- Bruch. Es gibt keine Läden mehr in denen Mann neue Waffen kauft in den Städten, sondern an jedem der 1000 Speicherpunkte und zudem kann man jede Waffe aufrüsten in dem Mann die Gegenstände besiegter Feinde in die Waffe einarbeitet und "modifiziert". Hörte sich anfangs nichts schlecht an, und ich freute mich schon, Gegner zu besiegen und geile Waffen noch geiler aufzurüsten. Leider wird man schnell ernüchtert... Findet man eine neue Waffe so ist die...
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