Allgemein kann man zwar sagen, dass jeder Teil der Serie spielenswert ist, aber hier sieht man ganz klar, dass es mit FF langsam bergab geht. Und das ist gerade für einen absoluten Fan wie mich eine traurige Nachricht...
Aber erstmal einige Worte zum Spiel:
Story: Die Story ist ziemlich flach und linear, der Einstieg ist - anders als bei vergangenen Teilen der Serie - ziemlich kurz gehalten und man wird auch einfach ohne "Vorkenntnisse" mitten ins Geschehen geworfen. Man findet hier und da zwar typische FF-Entwicklungsmuster, insgesamt ist die Story aber recht mager und zusammenhanglos.
Charaktere: Tja... alle ziemlich "random". Keine Tiefe, keine Hintergründe, gesichtslos und grau in grau. Wo sind die liebevoll gestalteten Figuren, die die Serie weltbekannt gemacht haben? Tiefgründige Geschichten, individuelles Verhalten und Denken, Empathie en masse. Das alles fehlt. Ansatzweise gefallen hat mir höchstens Balthier, einfach wegen der typisch-großkotzigen Coolness. Dafür brauchts nicht viel an Charaktertiefe. Ansonsten natürlich sehr schade...
Die Welt: Trotz vieler "Logbucheinträge" kommt mir auch die Welt zu "random" und "unerklärt" vor.
Was ist das? Warum ist das da? Wo sind wir? Es fehlt hier einfach die typische Detailverliebtheit, die die Welt zusammenhält. Man kann nicht in die Welt eintauchen, weil alles zu oberflächlich ist. Auch wohl bekannte Dinge der Serie werden nur halbherzig eingebunden, bspw. die Esper (Summons), die nurnoch "Statisten" sind und keinen wirklichen Bezug zur Welt haben. Auch sehr schade...
Dazu kommt noch, dass viele Gebiete einfach rotzlangweilig und lieblos aussehen, besonders Höhlen und sonstige "überdachte" Örtlichkeiten. Punkten können nur die Städte und andere belebte Bereiche.
Technik: Das Kampfsystem finde ich im Grunde recht gelungen, wenn man bedenkt, dass SQUAREENIX damit einen sehr polarisierenden Stilbruch begangen hat. Es ist alles dynamischer geworden, leider geht dabei aber einiges an Spieltiefe verloren: Die Charaktere haben keine Eigenheiten mehr, jeder kann theoretisch ALLES machen. Man steuert idR nurnoch einen Charakter, der Rest agiert entsprechend der Gambits, die aber nicht immer 100%ig funktionieren.
Das Lizenzbrett soll wohl eine abgespeckte Version des Sphärobretts darstellen... was aber nicht so ganz klappt. Viel zu einfach aber trotzdem noch kompliziert genug, finde ich nicht wirklich durchdacht.
Die "super-mega-krassen Myst-Techs mit ganz viel Bummbumm und Effektgewitter" fallen irgendwie aus dem Rahmen und passen überhauptnicht zu den an sich ziemlich "unmystischen/unmagischen" Charakteren und die Esper sind nur unwichtige Randerscheinungen ohne tieferen Sinn oder Bedeutung. Die sind halt mal da...
Der Rest (Ausrüstungssystem, Handel, Nebenbeschäftigungen, etc.) passt so... kann mich diesbezüglich an keine größeren Macken erinnern.
Fazit: Allein wegen dem Umstand, dass es sich hier um ein FF-Spiel ist, kann ich diesen Teil empfehlen, da man trotz der Kritik noch viele fantastische Dinge entdecken kann. Fantasiemenschen kommen also trotz allem auf ihre Kosten... auch wenn sie nicht hinter den Bildschirm gefesselt werden.
Trotzdem stehe ich der aktuellen Entwicklung der Serie sehr kritisch gegenüber.
Teil 13 habe ich zwar nur angezockt, aber ich sehe sehr dunkle Wolken aufziehen...