Paul Kersten im Kulturjournal auf NDR, 13. Feber 2006
Möchten Sie wissen, wie man auf der Suche nach der verlorenen Zeit den Heiligen Gral findet? Dann lesen Sie Peter Bosch' Roman "Der Spurenzeichner". Ein Mix aus Gralslegende, Marcel Prousts "Recherche" und Tausendundeiner Nacht. Eine irrwitzige Tour de force durch imaginäre Räume und Regionen. Trivial und elitär zugleich. Mit Gralsrittern von der skurillen Gestalt. Wer findet den Gral? Ein kokainsüchtiger Schriftsteller? Ein nekrophiler Sodomit? Oder ein syphilitischer Rattenfänger? Wo steckt der Gral? Im Hinterzimmer einer Peep-Show? Oder als gefangener Geist Gottes im Regal eines pädophilen Buchhändlers? "Der Spurenzeichner": Kultbuchverdächtig!
Kurzbeschreibung
Der Ich-Erzähler nimmt im Jahr 1985 die Suche nach dem Heiligen Gral auf, requiriert im österreichischen Ort Hallstatt eine Mannschaft aus den seltsamsten Subjekten des Or tes und macht sich um Mitternacht mit dem schanghaiten Kapitän des Ausflugsschiffes auf die Suche nach dem Durchgang zum Meer. Wila, die Scheherazade des Romans, erfindet immer wieder neue Geschichten der verlorenen Zeit, die der Ich-Erzähler nicht hören will, nach denen er aber süchtig geworden ist. Bis zum Schluss verweigert er seinen eigenen Namen, ist auch nicht bereit, sich die der Gefährten zu merken, teilt ihnen Namen aus Prousts »Temps« zu. Eine irrwitzige Tour de force durch reale und imaginierte Regionen beginnt, um schlussendlich in den unterirdischen Gewölben des Stiftes Melk in einem unheiligen Experiment zu kulminieren.