8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Vermittelt einen Rundherum-Eindruck der mongolischen Wüste, 1. Februar 2003
Man lernt ein wenig über die Wüste Gobi und Takla Makan, über den Charakter von Uighuren, Chinesen und Mongolen, über Wildkamele, die politische und ökologische Situation in der Mongolei, sowie ein bischen über mongolische Geschichte. Wohlgemerkt, von all dem nur ein wenig. Am meisten erfährt man über die Mühen von Wüstenexpeditionen, bei denen man auf unzuverlässiges Gerät und Menschen angewiesen ist.
Der Schreibstil: die Absätze für sich sind gut geschrieben, manchmal spannend, manchmal humorvoll. Aber fast immer wirken sie etwas lose aneinandergereiht. Man muß beim Lesen acht geben, daß man nicht den roten Faden verliert.
Und dennoch: das Buch ist seinen Preis wert und auch die Lesezeit. Vor allem die Zweite Hälfte zieht einen voran.
Muß man nicht gelesen haben, ist aber eine Bereicherung, wenn man es getan hat.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
volltreffer bei "sierra", 29. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Auf den Spuren der letzten wilden Kamele. Eine Expedition ins verbotene China. (Taschenbuch)
leider ist die qualität der reihe sierra" seit übernahme ins reich von national geographic teilweise grottenschlecht geworden. doch dieses tolle buch kann sich noch der ehemals hervorragenden qualitätsstandards rühmen. es ist origineller reisebericht und geistreiche politische reportage, kreative landschaftsbeschreibung und schnurrig - humorvolle erzählung. ein aus-drückliches lob hier auch für die hervorragende übersetzung, die den trockenen britischen humor sehr gut erfasst !!!
wer allerdings eine allerwelts-beschreibung der sehenswürdigkeiten und tipps für eigene rei-sen erhofft, sollte dieses buch nicht kaufen, denn diese erwartung würde erttäuscht.
der autor ist kein wissenschaftler, und dennoch verfolgt er über einen vieljährigen zeitraum die spuren der letzten wilden kamele in mittelasien. weil er geschickt jedes mal die benötigte grundausstattung in gestalt von dollars beschaffen kann, wird er von den wissenschaftlern mitgenommen. er bereist mit einem russisch-mongolischen team die mongolei und mit chine-sischen wissenschaftlern china. dabei erzählt er von grandiosen landschaften, von seltenen und weniger seltenen tieren, nimmt den leser mit in die jüngere und ältere geschichte des be-reisten gebietes und vor allem erzählt er von den menschen. und genau das letztere ist hand-fester grund, dieses buch zu lesen:
da sind die mongolen, die jede menge probleme haben, vor allem mit dem alkohol und dem stadtleben das schlaglichtartig beleuchtet wird, da sind die russen mit ihrer großen seele und der last jüngster vergangenheit, da sind die befindlichkeiten und ihre störungen zwischen russen, mongolen und chinesen. und da sind die chinesen, die der autor scheinbar besonders ins herz geschlossen hat. die erzählskala lotet hier alles aus: von skurrilitäten bis seriositäten, von breitem schmunzeln bis zu herzhaften lachern: der flug und die einreise und abfertigung in urumqi, an chinas hintertür", ist eine kleine sternstunde der reiseliteratur.
wer selbst schon in diesem gebiet auf reisen war, wird sich an vieles erinnern und kann vieles bestätigen. man fühlt sich sofort zurückversetzt an chinesische tische, die sich unter der last der speisen biegen und die jede menge bizarre überraschungen bereithalten, sieht wieder die schilder mit den seltsamsten hinweisen und verboten und uniformträger mit stählernem blick" und superschnieker uniform selbst im größten chaos oder am ende ihrer schicht.
aber es ist nicht nur ein buch zum kichern und lachen - es gibt auch jede menge denkanstöße: der autor gibt behutsame kleine kommentare ab - läßte aber genügend freiheit für die leser, sich selbst eine meinung zu bilden: war es für die mongolen nun besser, dass sie von den rus-sen bevormundet wurden oder wären die chinesen die bessere wahl gewesen? einerseits haben die russen das land in einem strammen programm alphabetisiert und die gesundheitsfürsorge wesentlich verbessert - andererseits haben sie die klöster, die lamas und den glauben fast völ-lig ausgerottet. wiederum andererseits - man gucke sich tibet an, das sich die chinesen unter die nägel gerissen haben..... alles ein problem des standpunktes.
haargenau in die locker-einfallsreiche erzählspur passen auch die bilder, die der autor ausgewählt hat und beigibt: z.b. die alte frau mit ihre ihrem enkel, die ihren mund mit dem einzi-gen, letzten zahn weit aufreißt vor lachen über die wüstenerforscher, bedarf keines kommentars - und genau dieses foto hat man vom verfasser erwartet.
ein buch, das die 5 sterne die hier maximal zu vergeben sind, voll verdient hat. so macht lesen spaß.
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