Nach diesem Motto verfaehrt Spuren des Terrors, indem es alle Texte angenehm kurz haelt. Die Fotos wirken ohnehin fuer sich. Jedem Bild aus der Zeit des NS-Regimes ist eine heutige Aufnahme aus aehnlicher Perspektive gegenueber gestellt. Und das Interessante daran ist, dass es nicht (nur) um die schon bekannten Orte geht (z.B. Buecherverbrennung auf dem Bebelplatz), sondern vielmehr um die versteckten, unscheinbaren und vergessenen.
Seit ich das Buch gelesen und vor allem angesehen habe, nehme ich Berlin anders wahr. Der Herausgeber schafft es, mir meine taegliche Umgebung in ihrer geschichtlichen Bedeutung vor Augen zu fuehren.
Und obwohl das Buch ausschlie?lich Berlin zeigt, kann ich mir durchaus vorstellen, dass es auch ueber die Landesgrenzen hinaus fuer Interesse sorgt. Denn in den meisten Staedten wird der Orte alltaeglicher nationalsozialistischer Gewalt genauso gedacht wie in Berlin: naemlich gar nicht. Dem wirkt das Buch hervorragend entgegen.
Auch das Layout und die Zweisprachigkeit gefaellt mir sehr Ð aber das nur am Rande.
Fazit: Kein Geschichts-Lehrbuch, aber ein hervorragender Geschichts-Bildband.