Die klare Gliederung ermöglicht ein angenehmes und effektives Arbeiten mit diesem Buch. Es lohnt sich, die Einleitung zu lesen, da sie einen optimalen Umgang mit dem Bestimmungsteil ermöglicht. Dieser ist in Doppelseiten gegliedert mit Skizzen und Text links sowie Fotos auf der rechten Seite.
Man findet darin den deutschen und den lateinischen Namen des Tieres, eine Skizze zum jeweils besprochenen Bestimmungsmerkmal, so etwa bei den Fährten unter "Steinmarder" eine Zeichnung des vorderen und des hinteren Fußabdrucks, und schließlich eine Erläuterung, in der auf Details eingegangen wird, zum Beispiel, um bei den Fährten zu bleiben, genaue Maße, Abfolge der Abdrücke, Schrittweite und -folge sowie Besonderheiten bezüglich des Grades der Ausprägung des Abdrucks bestimmter Pfoten- oder Fußteile.
Die Fotos auf der jeweils rechten Seite zeigen zumeist, manchmal allerdings nicht allzu eindeutig, echte Fährten, Kotspuren, Gewölle und so weiter.
Insgesamt fällt die Bestimmung diverser Tierspuren anhand dieses Buchs leicht. An manchen Stellen wundert man sich jedoch über die Gewichtung, nämlich, wenn in Mitteleuropa sehr seltene Tiere aufgeführt sind, verbreitete wie das Wildschwein an manchen Stellen nicht. Man würde sich auch wünschen, das jedes zu "ermittelnde" Tier einmal selbst abgebildet wäre und nicht nur seine Spuren - viele Tiere fehlen hier, und nicht jeder frischgebackene Naturfreund oder Naturfreund in spe weiß, wie er sich etwa einen Sperber, Neuntöter oder Siebenschläfer vorstellen soll, auch wenn er ihn anhand seiner Fährten und Hinterlassenschaften identifizieren kann. Ein weiterer Führer zu den Tieren selbst sollte also vorhanden sein.
Das Buch hat einen sehr festen, strapazierfähigen Einband, der manchen Ausflug ins Freie gut überstehen wird, und auch das Papier ist ausreichend robust. So dürften häufige Aufenthalte im Rucksack und gelegentliche Regenschauer die Qualität dieses Begleiters nicht sonderlich beeinträchtigen.
Würde man sich hier und da auch ein paar Änderungen wünschen, vielleicht Hinterlassenschaften des verwildert bei uns gar nicht so selten auftretenden Mufflons statt des Braunbären, der einem außer in Slowenien und wenigen anderen Gebieten Mitteleuropas höchstens kurzfristig als medienwirksamer bayrischer "Problembär" begegnet, so bietet der Führer insgesamt doch reichlich Möglichkeiten, die Tiere in Wald und Feld, die sich selbst gut verbergen, indirekt zu Gesicht zu bekommen.