Bei diesem umfangreichen Band handelt es sich um eine Geburtstagsschrift zu Ehren des renommierten Filmwissenschaftlers Thomas Elsaesser. Eine erkleckliche Anzahl von Autoren, die alle mehr oder weniger direkt mit Elsaesser in Verbindung stehen, hat hier je einen Aufsatz beigetragen. Prominenz aus der Filmpublizistik, wie man sie bei Bertz und Schüren oft im Programm antrifft, ist kaum auszumachen: Die meisten Autoren weisen einen handfesten akademischen Hintergrund auf. Die behandelten Themen sind dabei in Gegenstand und Zielrichtung äußerst vielfältig und spiegeln in ihrer Gesamtheit die Spannbreite von Elsaessers Schaffen und Arbeitsschwerpunkten wider: Überlegungen zum Neuen Deutschen Film finden sich hier ebenso, wie Auseinandersetzungen mit Filmsemantik, Anmerkungen zu Elsaesser besonders lieben Regisseuren oder Untersuchungen am Apparatus.
Eine solche Bandbreite an einzelnen Beiträgen lässt sich natürlich nicht befriedigend in wenigen Zeilen besprechen oder zusammenfassen. Festhalten lässt sich nur Allgemeines: Abhängig von Autor und Sujet schwankt die Qualität in dem Band beträchtlich. Manche Texte sind unlesbar und selbst für einen filmwissenschaftlich nicht unbeleckten Leser noch umständlich codiert. Andere Texte wiederum sind brillant und inspirierend. Das obligatorische Problem jeder Geburtstagsschrift also. Ebenso obligatorisch aber ist die erfreuliche und angenehme Verortung jenseits von Tagesaktualität oder gegenwärtigen Trends: Mit viel Raum und Muse können hier Themen angesprochen werden, die ansonsten oft untergehen: Wann gibt es schonmal detaillierte Erläuterungen zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Neuen Deutschen Films oder eine Nachzeichnung der Problemlage einer Adaption von "Schindlers Liste" quer durch die Jahrzehnte zu lesen?
So bleibt, mit etwas Wohlwollen, letztendlich doch ein guter Eindruck zurück. Die bei Bertz stets formidable Illustration tut dazu ihr übriges. Da sind die paar wenig erfreulichen Aufsätze schnell vergessen und überblättert.