Wenn man noch nicht viel über den Film und die Hintergründe weiß, sollte man sich auf eine Überraschung gefaßt machen. Es handelt sich dabei nicht um die freche Komödie, als die der Film oberflächlich immer präsentiert wird. Ich muß zugeben, daß mich die Ernsthaftigkeit des Films, nach einer überaus vergnüglichen ersten halben Stunde, doch etwas überrascht hat.
Denn der flockig-launige Ton weicht bald einer ziemlich komplizierten Verflechtung der Hauptfiguren in vertrackten persönlichen Beziehungen und den Zwängen der verschiedenen politischen Gremien der DDR. Auch die Rolle Manfred Krugs ist kleiner, als ich immer geglaubt hatte, er ist zwar der Kontrapunkt zum ernsthaften Eberhard Esche, dominiert aber den Film nicht.
Eindrucksvoll ist auch die Darstellung des öffentlichen Gebarens von Verantwortungsträgern, der teilweise undurchsichtigen Machtpositionen von Partei- und Wirtschaftsfunktionären und schließlich die heute seltsam anmutende Sitte, bei Verfehlungen öffentlich "Selbstkritik" zu leisten. Letztere war, und das wird im Film ganz deutlich, nur zu oft eine Möglichkeit, sich mittels einer Formel aus der Verantwortung zu stehlen.
Der Hauptkonflikt ist, wie im politischen Film so oft, der Widerspruch zwischen Idealismus und Pragmatismus. Hier nähern sich die Gegenpole Krug und Esche zwar nicht direkt an, aber sie kommen immerhin zu einer Einsicht und schaffen es, zusammenzuarbeiten.
Als Zuschauer bekommt man, bei aller Kritik an den Zuständen in der DDR, weder einen typischen Buhmann noch ein Happy End präsentiert, und so versteht sich der Film (wie auch Frank Beyer in den Extras erläutert) als konstruktive Kritik an den zeitgenössischen Problemen, ohne Häme, aber mit scharfer Zunge. Insofern auch heute ein intelligenter politischer Film, dessen gut 2 Stunden Spielzeit immer noch begeistern, die notwendige Aufmerksamkeit und historisches Bewußtsein vorausgesetzt.