Nie ganz ernst, nie ganz lustig. Stellenweise fast unerträglich schmutzig, bei näherem Hinsehen aber oft nur allzu menschlich.
Nie soviel Schmutz, dass Inhalt und Handlung überdeckt werden.
Aufbau und Durchstrukturierung sind virtuos. Hätte sich Akerlund eines anderen Metiers als dieser Drogenwelt angenommen (was eventuell nur kleinere Zielgruppen anspricht), der Film hätte DER innovative Kassenknüller sein können:
Die Darsteller folgen mit buchstäblich spielerischer Leichtigkeit der Linie des übersteigerten, aber auch durch die Lupe betrachteten Realismus.
Man kann Spiellust und Arbeitseifer deutlich spüren: Die Leistungen der meisten bekannten Oscarpreisträger hätten neben dem Können der Darsteller dieses Films eher blass ausgesehen (...nur Debbie Harry bleibt etwas hölzern.)
- Dies allein trägt schon den Film, und macht ihn sehenswert. Ferner sehr wichtig: Die sehr gute Musikauswahl, die Akerlund effektiv hilft, seine Stimmungen und Aussagen zu unterstreichen.
Der Filmemacher richtet das grelle Tageslicht derart schonungslos auf seine heruntergekommenen Figuren, dass nur seine spürbare Sympathie für jeden einzelnen Charakter den Film davor bewahrt, eine schmutzige ZurSchauStellung (und damit belanglos) zu sein.
Er liebt diese Menschen, die auf dem blanken Asphalt ihrer grellsonnigen Welt nicht mehr in der Lage sind, sich ein menschenwürdiges Dasein zu schaffen.
Das wird besonders bei den komischen Stellen deutlich - die übrigens wirklich außerordentlich witzig sind: Wenn die "Mad Cops" Reality - TV ad absurdum führen, wenn Patrick Fugit als jugendlicher Metal - Freak zeigt, dass auch die jüngsten Akteure hier hervorragende Leistungen bringen, oder wenn Mickey Rourke sein völlig überraschendes (und auch überraschend beachtliches) komisches Talent ausspielt, und dabei z.B. mit seelenruhiger Selbstironie zwei Szenen aus seinen früheren Filmen persifliert (... ein Suchspiel für Filmfreunde). Oder wenn die Frau an der Tankstelle mit ihrem einzigartigen Schwätz - Monolog loslegt -- nur einer der Gründe, warum man diesen Film unbedingt im Original, notfalls untertitelt, anschauen sollte.
Akerlund ist bei den komischen Stellen nie sarkastisch, aber immer knochentrocken. Ganz souverän bewahrt er den Film davor, als eine Huldigung an diesen "Lebensstil" missverstanden zu werden. Sein Schmutzrealismus ist ein Mittel hierfür, aber auch die Demontage der im Lauf des Films zum Sympatieträger werdenden, zunächst überwiegend "coolen" Figur des "Cook" am Ende, oder auch Jason Schwarzmanns grausam realistisch gezeigte Verzweiflung nach der einzigen Szene mit "seiner" Amy.
Einer der wenigen Filme, die man gesehen haben sollte, auch, wenn die Thematik wirklich nicht jeden anspricht.