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Erstens verfügt jede vorgestellte Geschichte über ein Quellenverzeichnis. Anders als bei vergleichbaren Büchern entsteht somit nicht der Eindruck, dass die jeweilige Episode einfach „aus der Luft gegriffen" ist. Vielmehr sind (zumindest teilweise) schriftliche Belege für die einzelnen Geschichten aufgeführt.
Zweitens ist das Buch sehr gut geschrieben. Von der ersten Geschichte an wird der Leser richtiggehend „hineingezogen" - es fällt wirklich schwer mit dem Lesen aufzuhören, bevor man auf der letzten Seite angelangt ist. Die Länge der einzelnen Geschichten lässt dabei auch genug Raum für Details, man hat daher nicht das Gefühl, die Erzählungen seien unvollständig oder oberflächlich.
Drittens schließlich werden die Geschichten mit einer liebevollen Distanz erzählt. Der Leser hat so die Möglichkeit, sich seine eigene Meinung zu bilden und wird nicht plump (esoterisch oder skeptisch) belehrt.
Fazit: Das Buch ist unbedingt empfehlenswertes Lesefutter für alle, die Spaß an seltsamen Begebenheiten haben. Ob man dabei die vorgestellten Geschichten nun glaubt oder nicht, ist eigentlich nebensächlich, so oder so bietet „Spuk in Wien" einen kurzweiligen Lesegenuss der in jedem Fall lohnt.
Trotzdem entsteht möglicherweise der falsche Eindruck, daß man, mit dem Buch ausgerüstet, die Stadt von Spukort zu Spukort durchwandern kann. Dies wäre auch zu viel verlangt, aber der Eindruck wird vielleicht etwas zu sehr vermittelt.
Es handelt sich um Einzelereignisse, die bestimmte Personen erlebt haben bzw. von denen berichtet wird, daß diese etwas erlebt hätten. Aber auch die Autorinnen haben selbst keines dieser Phänomene selbst erlebt.
Die Berichte sind detailgenau und durchaus glaubhaft.
Aber trotzdem bleibt die Frage, was da erlebt wurde. Psychische Anspannungen, Erwartungshaltungen, Gemütszustände etc. sind oft Ursache vermeintlicher Einbrüche jenseitiger Welten.
Allerdings wurde der Spuk in der Hofburg von zahlreichen Zeugen im Laufe langer Zeiträume bezeugt, was zweifellos eine deutliche Bestätigung der Authentizität ist.
Schade, daß von den Autorinnen nicht selbst erlebte Phänomene beschrieben werden konnten.
Trotzdem ein durchaus lesenswertes Buch, das vielleicht für viele Leser Anlaß ist, die Sinne zu schärfen beim Spaziergang in stillen Ecken von Wien.
Genau das Richtige auch für alle, die eigentlich, vielleicht doch gar nicht an Geister glauben.
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