Zwei Frauen, die nicht sprechen, nicht mehr sprechen können. Unfallopfer sind sie beide, die eine eines tragischen Verkehrsunfalls, die andere Opfer einer einem Selbstmord gleichkommenden Begegnung mit einem Stier. Spanien in seiner höchsten Werteform. Oder ist es doch nicht nur Spanien, was Pedro Almodovar hier zeigt? Die Medizintechnik, universell, hält Tote lebendig. Doch nicht wirklich Lebende sind es, denen wir n diesem Film begegnen, es sind zwei Koma-Patientinnen.
Da ist die wunderhübsche Tänzerin, die liebevoll gepflegt wird von Benigno, einem einsamen jungen Mann. Wird sie nur gepflegt oder verrät die Kameraführung mehr von den Träumen und Begierden des Krankenpflegers? Beobachtet wird die schöne Stumme durch den Türschlitz des Krankenzimmers von einem Journalisten, selbst Partner einer Komapatientin. Die beiden Männer freunden sich an, verbunden durch die hingebungsvolle Beziehung zu einer Frau, die regungslos ist und : stumm. Das Verwirrspiel der Ereignisse nimmt seinen Lauf: da, wo der junge Mann nie die Möglichkeit hatte, seine Angebetete Alicia zu sprechen, überschüttet er sie als dem Tod Nahe mit Vorträgen, spricht unermüdlich zu ihr, in der Hoffnung, sie dadurch zum Leben zu erwecken. Der Journalist hingegen, der das Gespräch zu Lydia, der Stierkämpferin, aus rein beruflichen Gründen gesucht hatte und schließlich in einer Liebesbeziehung zu ihr endete, ihm fehlen die Worte am Krankenbett.... Ein Almodovar-Klassiker, der den Zuschauer bis zur letzten Minute in Spannung hält. Ein Meisterwerk der Gefühle, der ausgesprochenen und - natürlich - der verschwiegenen. Sprich mit ihr, die Botschaft- doch der Film erzählt viel mehr noch.