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Der Krankenpfleger Benigno (Javier Cámera) und der Journalist Marco (Darío Grandinetti) begegnen sich zum ersten Mal bei einer Aufführung von Pina Bauschs Tanztheaterstück "Café Müller". Es ist ein kurzes, zufälliges Zusammentreffen, dessen schicksalhafte Bedeutung sich erst viel später offenbaren wird. Nach Monaten begegnen die beiden sich wieder, nun auf der Komastation eines Krankenhauses. Benigno betreut dort die junge Alicia (Leonor Watling), die er schon lange vor ihrem Unfall aus der Ferne geliebt hat, und Marco besucht die Stierkämpferin Lydia (Rosario Flores), mit der er erst seit einigen Wochen zusammen ist. Während der kindliche Pfleger nahezu unaufhörlich mit der bewusstlosen Alicia spricht und damit eine Liebe lebt, die sonst nie Wirklichkeit hätte werden können, ist der Journalist mit der Situation, die sich durch Lydias Unfall in der Arena ergeben hat, überfordert. Für ihn sind es die Gespräche mit Benigno, die eine wegweisende Funktion bekommen.
Die Zeit der hektischen und schrillen Filme, die sich wie auch ihre Figuren am Rand des Nervenzusammenbruchs bewegt haben, ist für Pedro Almodóvar nun schon seit längerem vorbei. Er hat sich zwar nicht ganz von seinen Wurzeln gelöst, sie geben auch seinem späteren Werk noch einen gewissen Halt, doch seine Filme sind merklich ruhiger geworden und erinnern nun eher an die klassischen Melodramen Hollywoods als an die wüsten Gesellschaftssatiren Bunuels. Wie schon bei Die Blume meines Geheimnisses wandelt er auch bei Sprich mit Ihr auf den Pfaden Douglas Sirks, des wohl einflussreichsten Melodramatikers der Kinogeschichte.
An Die wunderbare Macht, dessen unvergessliche Reflexion über Schuld und Liebe, Vergebung und Erlösung, erinnert Almodóvars Geschichte zweier Männer, die sich zu verlieren drohen in ihren romantischen Projektionen wie in den Netzen ihrer Vergangenheit. Wie Sirk scheut auch Almodóvar nicht vor den Exzessen und den Klischees des Genres zurück. Er treibt sie vielmehr auf ihre Spitze und stößt so zu einer tieferen Wahrheit vor. Was zunächst wie eine reine Konstruktion erscheint, wird schließlich in den -- im wahrsten Sinne des Wortes -- wundervollen letzten Minuten des Films als Plan einer wunderbaren Macht kenntlich, an deren Wirken wir im Leben viel zu selten glauben. --Sascha Westphal
Eine Frau fällt ins Koma und ihr Pfleger wird ein Mann, der die kaum kennt und dennoch seit langem liebt. Lesen Sie weiter...
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