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"Spreu und Weizen" ist eine Erzählung der Möglichkeiten. Vor dem Hintergrund einer Jugendentwicklung in der DDR bleibt jedem Leser die Wahl, wie er wohl selbst entscheiden würde, befände er sich in der Rolle des Erzählers. Dabei zieht sich der Faden durch sämtliche Bereiche dieser Gesellschaft, vom Schuljungen über die erste Liebe bis hinein in die Wirren von Partei und Staatssicherheit. Letztlich fällt es schwer, Ewald seiner Entscheidungen wegen in eine Schublade stecken zu wollen, denn er paßt in keine von ihnen, nicht als Täter, nicht als Opfer. Viel zu sehr hängt alles zusammen, werden menschliche Nöte und gesellschaftliche Zwänge verständlich und nachvollziehbar. Das ist spannend erzählt, beschreibt die Verhältnisse der DDR in trefflicher Weise und verliert dennoch an keiner Stelle den Humor.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr empfehlenswert!!!,
Von Stephan Brandt (Berlin Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Spreu und Weizen (Taschenbuch)
Endlich einmal eine DDR-Erzählung, die die Sicht der mittleren Generation – der zwischen 1960 und 1970 geborenen - thematisiert.Die prägenden Erlebnisse seiner Jugend – Lehre, erste Liebe, Berufsausbildung und Armeezeit – lässt der Autor Frank Ewald sein alter ego Max Steinert in diesem Buch nochmals erleben. Steinert stolpert mit nahezu kindlicher Naivität durch die fest vom Staat vorgegebenen Stationen seiner Jugend in der DDR der 80-er Jahre. In seiner Begegnung mit verschiedenen Charakteren, die sich alle auf ihre Art mit dem herrschenden System auseinandersetzen, lernt Steinert durch Anpassung, Widerstand, aber auch durch Flucht in die kleinen Nischen seinen Umgang mit dem System. Man erlebt die Abitur- und Militärzeit des Max Steinke so packend und hautnah, als wäre man selbst dabeigewesen. Um im irrwitzigen System von Anpassung, Gruppenzwang und Leistungsdruck zu bestehen, ist der junge Max nicht selten zu Selbstverleugnung und Opportunismus gezwungen. Dabei ist er alles andere als ein Held. Körperlich eher unscheinbar und auch sonst eher eine sanfte Seele, zwingen ihn die Umstände zu ständiger Härte gegen sich und andere, was ihm eigentlich widerstrebt. Im Landwirtschaftsschulheim, in der Lehr- und Erntezeit bei der LPG und schliesslich beim Wachregiment erlebt er die Widersprüche zwischen Staatsräson und real existierender Wirklichkeit mit all ihren Tücken, Macken und Schikanen. Immer wieder sind es Einzelne, die sich im teils unmenschlichen Umfeld durch Menschlichkeit, Redlichkeit und Charakterstärke hervorheben. So lernt Steinert,die Spreu vom Weizen zu trennen. Sehr angenehm fällt auf, dass dieses Buch ohne die übliche Ironie und grotesken Verzerrungen auskommt, mit der DDR-Aufarbeitungsliteratur zuweilen hantiert. Sensibel und mit psychologischem Feinsinn werden die Tücken des Mähdrescherfahrens genauso glaubhaft geschildert wie die grausamen Schikanen der EK-Bewegung während der Militärzeit. Dieses Buch zeichnet sich aus durch Glaubwürdigkeit und Aufrichtigkeit. Dazu kommt eine packende und schlüssige Erzählweise, das zusammen ergibt das Prädikat: SEHR EMPFEHLENSWERT!!! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Authentische und intime Beschreibung eines Heranwachsenden i,
Rezension bezieht sich auf: Spreu und Weizen (Taschenbuch)
Authentische und sehr empfindsame Beschreibung eines Heranwachsenden in der früheren DDR. Ich, die in Westdeutschland aufgewachsen bin und diesen Teil Deutschlands nie kennengelernt habe, konnte mich sehr schnell in das Leben der Hauptperson hineinfinden und -fühlen. Das Buch fesselt einen von der ersten Seite an und konfrontiert den Leser sich mit seiner eigenen Identität, Möglichkeiten und Lebensgeschichte auseinanderzusetzen.Ein sehr gutes Buch, um sich dem Leben der damaligen DDR auf eine ganz intime und gefühlsreiche Art zu nähern. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Reise zurück,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Spreu und Weizen (Taschenbuch)
Alles ist festgelegt. Der Lebensweg in Zeiten unter der Ährenkranzflagge ließ nicht viel Spielraum. Um so schöner zu lesen, wie bunt und launenhaft das Alltägliche unter diesem Guß aussehen konnte. Bildhaft gelingt es dem Autor, Gefühle und Konflikte seiner Jugend nachzuvollziehen, unbeschönigt und der damaligen Naivität bewußt. Keine Rechtfertigung- warum auch-keine Verzerrung.Die Sprache schafft den Sprung in die Phantasie, man sieht Gestalten und Orte vor sich, empfindet Erregung und Enttäuschung mit dem Helden. Ein kurzweiliges Buch mit vielen Passagen zum Lachen und Besinnen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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