Pressestimmen
11.01.2010 / www.finanzen.net: Hurra, wir leben noch! "In meinen Augen ist Henrik Müller einer der klügsten Wirtschaftsdenker, die wir in Deutschland haben." Prof. Dr. Max Otte, Herausgeber des 'Privatinvestor' und Geschäftsführender Gesellschafter der IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH
28.02.2010 / Welt am Sonntag: Wer stoppt die Inflation? "Verständlich und schlüssig."
27.03.2010 / Süddeutsche Zeitung: Die sichere Geldentwertung "Sehr plastisch und auch für Laien verständlich."
01.04.2010 / Das österreichische Industriemagazin: Was Ewald Nowotny diesen Monat lesen sollte "Eine exzellente Analyse ... Prägnant, polemisch und schlüssig warnt der Autor vor der Geldbombe ... Ein Muss nicht nur für Notenbankpräsidenten."
10.05.2010 / Frankfurter Allgemeine Zeitung: Inflationsszenarien "Wer eine fundierte, kluge und abgewogene Erörterung der Inflationsgefahren lesen möchte, sollte zu dem Buch des Journalisten Henrik Müller greifen."
19.07.2010 / Tages-Anzeiger: Die sichere Geldentwertung "Müller stellt den Zusammenhang zwischen kreditfinanzierter Krisenpolitik von Regierungen, der Geldschöpfung von Zentralbanken und der daraus resultierenden Geldschwemme in einer für Laien anschaulichen Weise dar."
28.02.2010 / Welt am Sonntag: Wer stoppt die Inflation? "Verständlich und schlüssig."
27.03.2010 / Süddeutsche Zeitung: Die sichere Geldentwertung "Sehr plastisch und auch für Laien verständlich."
01.04.2010 / Das österreichische Industriemagazin: Was Ewald Nowotny diesen Monat lesen sollte "Eine exzellente Analyse ... Prägnant, polemisch und schlüssig warnt der Autor vor der Geldbombe ... Ein Muss nicht nur für Notenbankpräsidenten."
10.05.2010 / Frankfurter Allgemeine Zeitung: Inflationsszenarien "Wer eine fundierte, kluge und abgewogene Erörterung der Inflationsgefahren lesen möchte, sollte zu dem Buch des Journalisten Henrik Müller greifen."
19.07.2010 / Tages-Anzeiger: Die sichere Geldentwertung "Müller stellt den Zusammenhang zwischen kreditfinanzierter Krisenpolitik von Regierungen, der Geldschöpfung von Zentralbanken und der daraus resultierenden Geldschwemme in einer für Laien anschaulichen Weise dar."
Kurzbeschreibung
Zur Bekämpfung der Finanzkrise haben Zentralbanken und Regierungen eine Menge Geld in die Wirtschaft gepumpt. Wenn die Geldmenge nicht rechtzeitig reduziert wird, droht eine Inflation schlimmen Ausmaßes. Für die Bürger wäre das eine Katastrophe, denn ihre Vermögen würden vernichtet und ihre Jobs wären bedroht. In Politik und Finanzwelt hingegen gibt es Kreise, denen eine Inflation sehr gelegen käme, und darin liegt eine große Gefahr. Wer mit der Inflation spielt, der spielt mit dem Kern der Demokratie: dem Vertrauen der Bürger in die Institutionen ihres Staates. Henrik Müller zeigt in seinem alarmierenden Buch, was uns blüht, wenn dieses düstere Szenario eintritt, und was zu tun ist, um rechtzeitig gegenzusteuern.
Über den Autor
Henrik Müller ist promovierter Volkswirt und stellvertretender Chefredakteur des manager magazins. Für seine Arbeit wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Er schreibt das Blog »Müllers Welt« und ist Autor mehrerer Bücher, darunter »Die sieben Knappheiten« (Campus, 2008).
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Kapitel 2 Die zweifelhafte Rolle der Noten-banker Warum die globale Geldschwemme kaum zu stoppen sein wird Notenbanker sind eine außergewöhnlich langweilige Spezies, oberflächlich betrachtet jedenfalls. Graue Anzüge, graue Haare, spärliche Mimik, zurückhaltende Gestik, monotoner Tonfall, zu-rückhaltende Wortwahl. Viele von ihnen sprechen so leise und so langsam, dass es schwierig ist, sie zu verstehen. Bei verschie-denen Interviews, die ich in den vergangenen Jahren mit Mitglie-dern des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB) ge-führt habe, war später auf dem Aufnahmegerät kaum etwas zu hören. Nur bei voll aufgedrehtem Volumenregler waren die leisen Worte hinter dem Rauschen der Klimaanlage zu verneh-men. Wer Notenbankern vorwirft, sie seien langweilig, der belei-digt sie keineswegs, sondern erntet Zustimmung: Zentral-banking dürfe nicht aufregend - oder gar aufgeregt - wirken, erklärte mir ein EZB-Banker: Die Herren (und wenigen Damen) des Geldes sollen vollkommen emotionslos, rational und kühl wirken. In der Welt draußen mögen große Gefühle - Gier, Angst, Neid - die Wirtschaft bestimmen, dort mögen Politiker ihre Machtspielchen treiben. In den sachlichen Konferenzräumen und Büros der No-tenbanken hingegen bestimmen nur Zahlen, Fakten, komplexe analytische Werkzeuge und empirisch getestete mathematische Modelle das Handeln. Der Notenbanker als eine Art monetärer Entscheidungsroboter ohne eigene Interessen - dies ist das Bild, das sie selbst von sich verbreiten, und vermutlich entspricht es auch ziemlich exakt ihrer Selbsteinschätzung. Aber das ist natürlich reine Fiktion. Die Gouverneure der großen Notenbanken sind politische Akteure, die wichtige Entscheidungen fällen. Sie stehen in der Öffentlichkeit, sie werden kritisiert, gelobt, bewundert oder verspottet. Niemanden lässt das kalt. Wie jeder Mensch haben auch sie Gefühle, Vorurteile, Prägungen, ganz persönliche Erfahrungshintergründe. Sicher, manche von ihnen sind hervorragende Fachleute: angesehene Ökonomen, langge-diente Beamte. Um sich unangreifbar zu machen, versuchen sie sich nach allen Seiten abzusichern. Sie handeln nicht allein aus eigener Überzeugung, sondern im Kollektiv - allen modernen Zentralbanken steht eine Gruppe von Leuten vor, die sich gemeinsam ein Bild der Lage verschafft und die gemeinsam entscheidet. Bei föderal aufgebauten Institutionen wie der Europäischen Zentralbank und der amerikanischen Federal Reserve Bank sitzen im Rat (oder im Board) die Gouverneure der regionalen Notenbanken (Bundesbank, Banque de France, New York Fed oder St. Louis Fed) mit dem ständigen Management der Zentrale in Frankfurt beziehungsweise in Washington zusammen. Bei zentralistisch organisierten Institutionen wie der Bank of Eng-land trifft ein geldpolitischer Ausschuss, dem auch externe Fach-leute angehören, Professoren etwa, die Entscheidungen. Die Füh-rungsgremien entscheiden als Gruppe, formal mit Mehrheit, fak-tisch häufig nahezu einstimmig. Hinter diesen hochmögenden Geldgouverneuren stehen viele Hundertschaften von Fachleuten, die ihnen zuarbeiten, Daten zu-sammentragen und feinziselierte Analysen ausarbeiten. Die volks-wirtschaftlichen Abteilungen und die Forschungsteams der Noten-banken sowie deren wissenschaftliche Veröffentlichungen bestim-men maßgeblich das Renommee, das eine Institution genießt. Regelmäßig treffen die Notenbanker sich in internationalen Foren und versuchen, eine gemeinsame Sicht auf die ökonomische Lage und die auftauchenden Probleme zu gewinnen. Sie richten wissen-schaftliche Konferenzen aus, um den Kontakt zur Spitze der Öko-nomenzunft zu halten. Und sie stellen sich dem Dialog mit den Zentralbankbeobachtern in den Medien, den internationalen Institu-tionen und den Banken. All diese Bemühungen haben ein Ziel: Die Notenbanker wollen sich unangreifbar machen. Sie suchen die Sicherheit des Kollek-tivs, innerhalb der Bank, innerhalb der globalen Notenbanker-Community, in der Wissenschaftsarena. Notenbankgouverneure, lästert Thomas Mayer, Europa-Chefvolkswirt der Deutschen Bank und einer der profiliertesten Zentralbankbeobachter, seien "ganz risikoscheue Leute. Die würden am liebsten immer mit Gürtel und Hosenträgern gleichzeitig herumlaufen. Denen ist es am liebsten, wenn sie im Mainstream der Ökonomen mitschwimmen." Man kann solches Verhalten vernünftig nennen; schließlich tra-gen die Männer und Frauen an der Spitze der Notenbanken große Verantwortung für das Wohlergehen der Bürger. Da sollte man sich nicht auf sein Bauchgefühl verlassen, sondern alle relevanten Mei-nungen hören und zu einem wohl abgewogenen Urteil gelangen. Man kann es aber auch konformistisch und gefährlich nennen. Denn was ist, wenn der Mainstream der Notenbanker und Makro-ökonomen systematisch in die falsche Richtung läuft? Traut man sich dann ein eigenes Urteil zu? Oder agiert und redet man lieber opportunistisch, um sich Anfeindungen und Karriereknicks zu er-sparen? Und was ist, wenn die kollektiv gebildeten Überzeugungen eine allzu trügerische Sicherheit vermitteln, die sich am Ende als Illusion entpuppt? Tatsächlich sieht es ganz so aus, als habe das Meinungskartell des Mainstreams jahrelang falsche Überzeugungen vertreten. Seit Ende der neunziger Jahre gab es viele Warnsignale - hohe Inflati-onsraten bei den Preisen für Vermögensgüter (Aktien, Immobilien, Anleihen, Rohstoffe), rasches Wachstum der Geldmenge und An-zahl der Kredite. Die Notenbanker sahen die Zeichen durchaus, sie ließen Studien anfertigen und diskutierten sie auf vielen wissen-schaftlichen Konferenzen und Kongressen. Ohne Ergebnis. Und so lief der Mainstream immer weiter in die falsche Richtung. Bis heu-te. Auch die Finanzkrise - das größte ökonomische Desaster seit Generationen - hat nichts Substanzielles am Verhalten der Noten-banker geändert: Die Strategie bleibt die gleiche. Und sie wird die nächste Welle von Großproblemen verursachen. Aber eines nach dem anderen. Was derzeit mit unserem Geld passiert, lässt sich nur vor dem Hintergrund der Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte verstehen. Von der "Großen Inflation" über die "Große Beruhi-gung" zum "Großen Crash" Seit den frühen siebziger Jahren haben die Währungen der Welt ihre formale Verankerung in der realen Welt verloren. Bis dahin gab es eine mittelbare Bindung ans Gold: Die US-Notenbank ver-sprach, US-Dollars in Gold umzutauschen zu einem festen Kurs von 35 US-Dollar pro Unze. Die übrigen westlichen Währungen wiederum waren mit festen Wechselkursen an den US-Dollar ge-bunden. Dieser Gold-Dollar-Standard, der 1944 im neuenglischen Skiort Bretton Woods vereinbart worden war, brachte eine Verläss-lichkeit in die internationalen Geldangelegenheiten, wie es sie seit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs nicht mehr gegeben hatte. Das Bretton-Woods-System war hochgradig erfolgreich. Geld war knapp, die Inflationsraten niedrig; feste Wechselkurse, die nur selten überprüft und angepasst wurden (die D-Mark wertete binnen zweieinhalb Jahrzehnten lediglich drei Mal gegenüber dem US-Dollar auf), ließen den internationalen Handel wieder aufleben. Doch Anfang der siebziger Jahre war das System am Ende. Die USA steuerten einen inflationären Kurs und kündigten im August 1971 die Golddeckung des US-Dollar auf; 1973 kappten die übri-gen Länder endgültig ihre Bindungen an den US-Dollar. Damit waren die monetären Anker gelichtet: Notenbanken und Regierun-gen waren nun frei, die Dinge treiben zu lassen. Und genau das taten die meisten von ihnen. Es begann die Ära des reinen Papier-geldes - und in der Folge die Große Inflation. In Großbritannien und in Italien erreichte die Geldentwertung Mitte der siebziger Jah-re zeitweise Raten von 20 Prozent, in den USA und in Frankreich schoss sie über die 10-Prozent-Marke hinaus. Im Durchschnitt der reichen OECD-Länder stiegen die Konsu-mentenpreise Mitte der siebziger Jahre um 14 Prozent im Jahr, in den Entwicklungsländern sogar noch rasanter. Sicher, dies war eine Reaktion auf die Ölkrise von 1973, die die Energiekosten...