Vorweg: In diesem Buch geht es nicht um die Erziehung unter Berücksichtigung von Körpersprache! (Höchstens vereinzelt gibt es einen Erziehungshinweis an passender Stelle.) Viel mehr will Martin Rütter bewusst machen, wie wichtig die Kenntnis der hündischen Kommunikation und der Hunde(körper)sprache für die Beziehung und in der Erziehung ist.
Viel zu oft werden Hunde von (ihren) Menschen missverstanden, viel zu oft hört man dann in den Medien, dass Hunde aus heiterem Himmel, völlig unberechenbar, Menschen attackieren.
Es ist also notwendig, dass der Mensch über die (Körper)sprache des Hundes Bescheid weiß. Mit "Sprachkurs Hund" hat man das passende Lehrbuch dazu in der Hand. Gegliedert ist das Buch in folgende große Kapitel:
- Wie Hunde sprechen
- Wie Menschen sich verständigen
- Vom Welpen zum Hund
- Die Welt der Gerüche
- Die Lautsprache der Hunde
- Körpersprache und Mimik
- Körperkontakt und was er für Hunde bedeutet
Besonders hervorheben möchte ich das Kapitel Lautsprache. In den meisten Büchern zum Thema Hundesprache geht die akustische Kommunikation eher unter. Zwar kommunizieren Hunde vorwiegend über Körpersprache, aber trotzdem beherrschen und verwenden sie eine Vielzahl von unterschiedlichen Lauten. Martin Rütter beschreibt die unterschiedlichen Bell-, Wuff-, und Heullaute recht genau.
Insgesamt ist "Sprachkurs Hund" ein gutes, solides und vor allem ausführliches Buch über die hündische Kommunikation. Da ist alles drin, was man wissen muss.
Abgerundet wird das Buch durch viele tolle, aussagekräftige Fotos, die den Inhalt gut verdeutlichen.
Ich muss sagen, es ist mein Lieblingsbuch von Rütter (es gibt keine Fallbeispiele) und ist wohl auch für solche Leser interessant, die Rütters Trainingsmethoden nicht so viel abgewinnen können, da es in diesem Buch wie gesagt so gut wie keine Erziehungstipps gibt.
Vom Anspruch her würde ich sagen, ist es eher für solche Leute geeignet, die sich mit dem Thema noch nicht (oder nur wenig) auseinandergesetzt haben. Für jemanden, der schon einige Bücher über Hundesprache gelesen und sich damit befasst hat, so wie ich, bietet das Buch wenig Neues (logisch, denn man kann die Körpersprache nicht neu erfinden).