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Pressenotiz zu : Die Zeit, 30.03.2000
Franz Schuh nutzt diese Rezension, um nicht ohne Ironie über Ernst, Ironie und Pathos nachzudenken. Dabei stellt er mehrfach fest, dass es sich um eine äußerst komplizierte Angelegenheit handelt. Aber das sei nicht weiter schlimm, weil es ja nun diese Aufsatzsammlung gibt, die ihm wie keine andere dabei helfen wird, die Materie endlich einmal wirklich zu verstehen. Nach Schuhs Darstellung handelt es sich bei diesen Aufsätzen um recht ernsthafte Beiträge zum Thema Ironie, deren Autoren sich weniger als Ironiker, sondern vielmehr als kulturkritische Pathetiker erweisen. Nicht, dass Schuh daran wirklich etwas auzusetzen hätte. Allerdings kann er es sich nicht verkneifen, darauf hinzuweisen, dass beispielsweise Nietzsches Ironie vielen Menschen verschlossen geblieben ist. Die Versuche, ironische Texte dieser Art ganz ernsthaft und mit Pathos auflösen zu wollen, zeige allerdings durchaus ironische Züge. Dies als Beispiel für eine Ironie der Ironie. Angesichts des vorliegenden Bandes schließt der Rezensent mit einem Schlegel-Zitat: Mit der Ironie ist durchaus nicht zu scherzen.
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Kurzbeschreibung
Der erste Ironiker der Philosophiegeschichte, Sokrates, hat es ernst gemeint: so ernst, dass er um seiner Haltung willen in den Tod ging. Aber auch der Ernst wendet sich - zwangsläufig? - ironisch gegen sich selbst: "Sprachen der Ironie" und "Sprachen des Ernstes" sind einander zuweilen unverständlich gewordene Dialekte desselben Idioms. Nirgends wird dies deutlicher als im 18. und 19. Jahrhundert, im Spannungsfeld zwischen Esprit und Revolution, programmatischer "Unverständlichkeit" bei Schlegel und Hegelschen Idealismus. Stendhal, Heine, Nietzsche, Heidegger und andere sind weitere Stationen der in diesem Band geführten und andauernden Diskussion.