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Sprache ist eine Waffe. Sprachglossen [Taschenbuch]

Wolfgang Hering , Kurt Tucholsky
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

1. Juni 1989
Kurt Tucholsky glossierte Beamtendeutsch und Kasinojargon näselnder Leutnants, spürte Modewörter und entbehrliche Fremdwörter auf. Ein berlinisch-bissiges Kapitel Sprachgeschichte der Weimarer Republik, geschrieben von einem unerschrockenen und hellsichtigen Chronisten. Dieser Band stellt erstmals rund fünfzig Sprachglossen und Sprachschnipsel zusammen, die in den Anmerkungen durch wichtige Briefstellen ergänzt werden.

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Sprache ist eine Waffe. Sprachglossen + Dürfen darf man alles: Lebensweisheiten + Gedichte in einem Band (insel taschenbuch)
Preis für alle drei: EUR 24,85

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Rowohlt; Auflage: 11 (1. Juni 1989)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499124904
  • ISBN-13: 978-3499124907
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 11,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 18.342 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Geboren am 9. Januar 1890 in Berlin, studierte dort und in Genf Jura und promovierte 1915 in Jena. Seit 1929 hielt sich Tucholsky in Schweden auf, wo er in Hindås am 21. Dezember 1935 aus dem Leben schied. Ab 1911 hat Tucholsky kontinuierlich kultur- und zeitkritische Glossen, satirische Gedichte und Theaterrezensionen veröffentlicht, zunächst vorwiegend im sozialdemokratischen «Vorwärts», dann häufig auch in der 1905 von S. Jacobsohn gegründeten «Schaubühne» (ab 1918 «Weltbühne»). Schon die ersten Artikel gegen Militarismus, Chauvinismus und reaktionäres Spießertum zeigen Tucholskys Begabung für polemische Zuspitzung. Der Tenor seiner Beiträge wird zunehmend schärfer, er attackiert die rechtslastige Justiz der Weimarer Republik, polemisiert gegen die Dolchstoßlegende und verfasst antimilitaristische Gedichte, zum Beispiel das «Gebet nach dem Schlachten». Auch als Literaturkritiker tritt er hervor: Seine unorthodoxen, temperamentvollen Rezensionen zeichnen sich durch eigenwillige Subjektivität aus. Sehr früh und voller Pessimismus diagnostiziert Tucholsky die Gefahren des Nationalsozialismus, dessen schärfster publizistischer Gegner erwird. 1931 veröffentlicht er den heiter verspielten Roman «Schloss Gripsholm». Ab 1932 veröffentlicht Tucholsky keine einzige Zeile mehr aus Verzweiflung über die politische Situation, seine Briefe unterzeichnet er mit «ein aufgehörter Deutscher» und «ein aufgehörter Schriftsteller».

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Kundenrezensionen

4.6 von 5 Sternen
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
79 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Hoch auf die Sprache 10. Januar 2003
Pointiert und voller Ironie nimmt Tucholsky in dieser Sammlung die sprachlichen Unsitten seiner Zeit aufs Korn. Modewörter, Redewendungen und und Beamtendeutsch werden erbarmungslos entlarvt und ihrer Sinnlosigkeit überführt. Die treffsicheren Analysen und Beispiele lassen mich abwechselnd in schallendes Gelächter ausbrechen oder mich meines eigenen Wortschatzes schämen.
Gleichzeitig malt er ein lebhaftes Bild der Berliner Gesellschaft in der Weimarer Republik und keine Schicht und kein Berufsstand bleiben von bissigen Seitenhieben verschont. Hat sich schonmal jemand über einen unfreundlichen Menschen an einem Schalter geärgert? Es war offenbar schon immer so:
"Zu einem strengen, ganz bösen Mann am Fahrkartenschalter möchte ich immer sagen: << Na, was haben Sie denn so für Billets-? >>"
Ein wirklich empfehlenswertes Buch und definitiv ein Muß für alle Tucholsky-Fans!
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Touché! 2. Mai 2008
Von weiser111
Ja, das waren noch Zeiten, als die Feuilletonisten des Landes Kurt Tucholsky, Siegfried Jacobson oder Alfred Kerr hießen...
"Sprache ist eine Waffe" enthält eine repräsentative Zusammenstellung von Tucholskys Sprach-, aber auch Literatur- und sonstiger Kritik, und zwischen den Zeilen liest man oft genug von seinem Leiden am Ungeist der Zeit. Aber keine Sorge, nirgends müffelt ein unübersehbar verstecktes "Ach guckt her, ich bin ja sooo sensibel" vor sich hin. Schließlich lesen wir hier Tucholsky, und ein Tucholsky (alias Kaspar Hauser, alias Peter Panter, alias Theobald Tiger, alias Ignaz Wrobel) überlässt die intellektuelle Bankrotterklärung anderen, um sie alsbald genüsslich zu filetieren. Sprache verrät so manches, und Tucholsky witterte früh den Unrat.

Wenn Tucholsky die Sprache als Waffe verwendet, dann meint er mit "Waffe" nicht "abgesägte Schrotflinte", sondern irgendwas elegantes, Florett vielleicht. Jedenfalls trifft er nicht nur, sondern ficht auch elegant wie kaum ein zweiter mit seiner Feder. Touché!
Wolfgang Herings Sprachglossen-Zusammenstellung ist gelungen und enthält neben einigen der berühmtesten Tucholsky-Satiren ("Ratschläge für einen schlechten Redner", "Kolossal berühmt") auch relativ unbekannte Perlen der Meistersatire. Und obwohl einiges deutlich zeitbezogen ist, kann man heute noch lachen, mehr noch: Manchmal wird man den Gedanken nicht los, Tucholsky habe prophetische Fähigkeiten besessen, wenn er z.B. in "Neudeutsch", "Der neudeutsche Stil" oder "Der Quatsch" sprachliche Unsitten anprangert. Man ersetze in der Glosse "Deutsch" einfach die Vokabel "deutsch" durch "innovativ", "global" oder "spannend", dann weiß man, was Tucholsky gemeint hat mit "Die ganze Borniertheit des Nationalismus spricht aus diesem Adjektiv".
Unbeschwerte Schmunzelware für die besinnliche Familienfeier abzuliefern ist nicht seine erste Absicht, auch wenn einen beispielsweise "Machen'S halt eine Eingabe!" oder "Jonathans Wörterbuch" bei jedem Lesen von neuem loskichern lässt; Tucholsky sticht gnadenlos zu.
Und manchmal vergeht einem schier das Lachen, nämlich dann, wenn man aus heutiger Sicht nur zu gut weiß, dass seine apokalyptischen Satiren von der Wirklichkeit noch locker überholt worden sind (z.B. "Der musikalische Infinitiv" oder "Na, mein Sohn?").

Tucholsky-Kenner und solche, die's werden wollen, werden's schon wissen: Treudeutschen Bierernst wird man hier nicht antreffen, auch keine Weitschweifigkeit, keine Kundgebungen auf Stelzen, kein Blähdeutsch. In rauhen Mengen vorfinden wird man stattdessen scharfe Beobachtungen, geschliffenes Deutsch, einen klugen Kopf, hinterhältigen Witz, gelegentlich auch Gift und Galle -- letzteres vollendet formuliert, in Sätzen, die man sich merken will. Egal nämlich, was Tucholsky im Visier hat, eines ist sicher: Es darf gelacht werden.

So oder so lautet die Empfehlung: Wer Tucholskys scharfen Blick und seine nicht minder scharfe Feder kennenlernen will, ist hier genau richtig. Wer wissen will, wie die Goldenen Zwanziger in Berlin und anderswo von hinten aussahen, oder wie ihnen nach dem Gala-Auftritt in der Garderobe das Make-up nur so vom Gesicht tropfte, ist auch goldrichtig hier und wird jede Menge Nahaufnahmen entdecken -- am deutlichsten im Kapitel "Aus dem Rinnstein geklaubt", aber auch anderswo ist Tucholsky fündig geworden.
Richtig ist hier auch, wer nach einer Überdosis Wochenend-Beilage befürchtet, er habe vergessen, was gute Sprachkritik leisten kann. Genau richtig ist hier eigentlich jeder, der Geistreiches lesen und drüber lachen will, und zwar Geistreiches mit Rasierklingen an den Ellenbogen.
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Texte eines brillianten Geistes 22. Juli 2007
Von Nidhoggur
Kurt Tucholsky, der 1935 im schwedischen Exil von seiner Heimat schwer enttäuscht starb, war ein Meister des Wortes. Sprache ist eine Waffe, und er wusste sie mit tödlicher Präzision zu führen. In diesem Band sind Glossen seiner verschiedenen Pseudonyme gesammelt, sie sich allesamt mit den sprachlichen Unarten seiner Zeit beschäftigen. Auch wenn manches dem heutigen Leser vielleicht unverständlich erscheint, so bleibt doch ein großer Teil davon auch in unseren Zeiten noch aktuell - ein klarer Beweis für die Treffsicherheit der Aussagen.

Tucholsky prangert unter anderem Beamtendeutsch an, unsinnige Fremdwörter, unklare Aussagen und den von ihm besonders verabscheuten "Essay-Stil". Dabei ist sein eigener Ausdruck ironisch spitz, denn Tucholskys Sprache ist das Florett unter den Waffen - schnell und zielgenau.

Was mich besonders erfreut, ist die Tatsache, dass man bei Tucholsky seine Liebe zur deutschen Sprache und auch zu Deutschland spürt, eine Liebe, die wenig mit dumpfen Patriotismus und nationalem Gedankengut gemein hat.

Fazit: Immer noch aktuell und eine wahre Freude. Absolut empfehlenswert.
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