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am 7. Juli 2005
12 Jahre nach dem Erscheinen der sechsten Auflage (1992) ist es den Herausgebern der Neuauflage des Sportwissenschaftlichen Lexikons gelungen, den aktuellen Wissens- und Forschungsstand des Faches im Spiegel von circa 1000 Begriffen auf den Punkt zu bringen. Diese werden in zumeist knapp gehaltenen Lexikonerklärungen bzw. kleineren Abschnitten von insgesamt 130 Autoren der wichtigsten sportwissenschaftlichen Disziplinen verfasst und geben in ihrer Summe kompetent Auskunft über den aktuellen Stand des sportwissenschaftlich relevanten Wissens, der neben so genannten mutterwissenschaftlichen" Begriffs- und Theorieimporten auch eine Reihe einschlägiger sportbezogener Schlagworte umfasst.

Das inhaltliche Spektrum ist dabei ausgesprochen weit abgesteckt und reicht im sportwissenschaftlichen Bereich von medizinischen Fachvokabeln (z.B. Katabolismus" = die abbauende Phase des Stoffwechsels), über trainings- und bewegungswissenschaftliche Termini (Kraft" oder Kraftausdauer" bzw. Bewegungsrhythmus" oder Motorik") und einem ausgesprochen umfangreichen Fundus sporthistorischer Hintergründe (v.a. knappe Biographien bedeutender Turnlehrer und Sportführer, wie z. B. Jahn", Niggeler", Gaulhofer" oder Diem") bis hin zu facettenreichen Begriffsklärungen aus allen übrigen sportwissenschaftlichen Disziplinen, wobei neben der Sportpädagogik vor allem die Sportsoziologie und -psychologie hervorstechen.

Des Weiteren tauchen auch viele Begriffe und Hintergründe aus dem Bereich der Sportpolitik und Sportadministration (Deutsche Sporthilfe"), der schulsportlichen Organisation (z. B. Berufsschulsport", Grundkurs Sport" oder Jugend trainiert für Olympia") sowie der organisatorischen Abwicklung im Wettkampfsport auf (z. B. Kampfrichter"), was dem Lexikon eine pragmatische Note verleiht. Diese ist allerdings weitgehend auf den klassischen Wettkampfsport beschränkt, was seine Ursachen wahrscheinlich in der Tradition dieses Nachschlagewerks hat, denn deren Wurzeln liegen in den siebziger und achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Also in einer Zeit, in der die junge" Sportwissenschaft gerade damit begonnen hatte, sich von der pädagogisch und didaktisch orientierten so genannten Theorie der Leibeserziehung" zu verabschieden und mit der Orientierung am (zumeist olympischen) Wettkampf- und Leistungssport ein neues Gegenstandsfeld entdeckt hatte. Aus diesem Grund fehlen wohl auch die pragmatischen Analogien aus dem Wellness- Gesundheits- oder Trendsport. Deshalb sucht man nach Begriffen wie z.B. Aquajogging", Skateboarding", Halfpipe" oder Hiphop" vergebens. Wenn der hierfür erforderliche Umfang an anderer Stelle eingespart werden sollte, steht selbstverständlich der Begriffskanon der Disziplinen zur Disposition, deren Schlagwortkataloge bislang recht opulent ausgefallen sind. Beispielsweise Begriffe zur Sportgeschichte (z.B. Hippodrom", Germanen") und vor allem die zahlreichen Termini aus dem Fundus des Kleinen Einmaleins" der Biowissenschaften (z. B. Gleichgewichtsorgan", Glucose", Atmung" oder ATP").

Der Umfang der siebten Aufl age ist noch einmal um 100 Seiten gewachsen und umfasst nunmehr 663 Seiten. Damit bleibt das vorliegende Werk zwar noch um etwa 400 Seiten hinter dem Umfang des vor 12 Jahren von Schnabel und Thieß (1993) im Sportverlag Berlin herausgegebenen Konkurrenzwerkes Lexikon Sportwissenschaft" zurück, setzt aber auf der inhaltlichen Ebene immer noch Maßstäbe, die dieses Buch von allen anderen verfügbaren Lexika abheben. Dem Herausgeberkollegium unter der Leitung der Frankfurter Sportpädagogen Robert Prohl und Peter Röthig ist es gelungen, den Thesaurus weitergehend zu differenzieren und vor allem einschlägige Begrifflichkeiten aus den Bereichen der Motorikforschung, Sportpädagogik, Sportsoziologie und Sportpsychologie zu integrieren. Im Vergleich zu früheren Auflagen fällt das Bemühen auf, sportpädagogische und subjektorientierte Aspekte viel stärker zu betonen (z. B. Bewegungsqualität", Raumerfahrung", Timing"). In der hierdurch abgesteckten Breite der aufgenommenen Inhalte unterscheidet sich das Buch deutlich von dem eingangs angeführten Buch von Thieß und Schnabel, die ihr zweibändiges Lexikon sowohl im Untertitel als auch in der Struktur an den Begriffen Leistung, Training und Wettkampf" orientiert und dabei vor allem den Fundus der ehemaligen DDR (Leistungs-)sportforschung gründlich und umfassend aufgearbeitet haben.

Auch wenn diese begrenzte inhaltliche Konzentration in der Neuauflage des sportwissenschaftlichen Lexikons von Prohl und Röthig nicht so deutlich zur Geltung kommt, bleibt die Ausrichtung immer noch unverkennbar eng dem Leistungsund Wettkampfsport verbunden. Zu diesem Konzept passen auch die Darstellungen der didaktischen Hintergründe im Umfeld der Themenfelder Training, Schulsport und Bewegungslernen. Aus der Perspektive von Sportlehrern oder Trainern gesehen, bleiben allerdings in diesen - zumeist knapp und wenig diskursiv gehaltenen Texten - noch manche Fragen offen. So werden beispielsweise zentrale bewegungspädagogische Begriffe wie z.B. Bewegungsaufgabe", Bewegungsanweisung" oder Bewegungslandschaft" recht platzsparend erklärt. Eine ausführlichere inhaltliche Repräsentation des anwendungsorientierten Diskussionsstandes und die differenziertere Weiterführung des Thesaurus im sportdidaktischen Bereich könnte in Verbindung mit der bereits angelegten pädagogischen Grundkonzeption durchaus zu einem lohnenden bewegungs- und trainingspädagogischem Lexikon oder Handbuch ausgebaut werden.

Damit wäre man allerdings bei der Idee zu einem anderen Lexikon angelangt. Bei einer Idee, die nach 30 Jahren sportwissenschaftlicher Ausdifferenzierung und angesichts fehlender Konkurrenzwerke durchaus interessant sein könnte. Für einen entsprechenden, pädagogisch und didaktisch fundierten Thesaurus bieten die zahlreichen Nachschlagewerke, aus dem Feld der Pädagogik, aber auch aus dem Umfeld der übrigen Mutterdisziplinen der Sportwisenschaften sicherlich interessante Anregungen.
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