Ein Sachbuch, das sich den Titel 'Sportwetten ohne Risiko' gibt, tritt im voraus freiwillig seinen Anspruch ab, eine brauchbare Bereicherung des Wett-Literaturmarktes zu sein.
Im guten Glauben, dass die Titelwahl vielleicht einfach nur unglücklich war und verleitet durch die bereits vorhandenen positiven Rezensionen(woher sie auch kommen mögen), habe ich mir das Buch angeschafft.
Von Beginn an kritisch führte ich mir also dieses Buch zu Gemüte. Was ich erwartet hatte, waren keine Wunderdinge, die alle Wettproblematiken lösen sollten. Ich rechnete einfach damit, an einige nützliche, fundierte und brauchbare Informationen zu gelangen, um eigene Strategien zu erweitern und mehr über Strategien eines anderen Sportwetters zu erfahren.
Was ich bekam waren größtenteils Binsenweisheiten und meines Erachtens unrealistische Rechenspiele, die offensichtlich eine Wahrheit verdecken wollen, die nicht zu verdecken ist: Sportwetten ohne Risiko gibt es nicht und wird es auch nicht geben.
Fairerweise muss ich sagen, dass im Buch sehr wohl darauf hingewiesen wird, dass auch Risiken bestehen. Aber was bezweckt dann der reißerische Titel?!?
Quintessenz des Buches war für mich: Kaufe Back oder Lay Quoten und kauf bzw. verkauf sie wieder wenn sich die Quoten so geändert haben, dass man auf jeden Fall Gewinn macht. Dazu einige Möglichkeiten der Schadensbegrenzung.
Das ist weder neu noch innovativ.
Bei einem der Rechenbeispiele beim Thema Schadensbegrenzung wird ein Wettverlauf geschildert, in dem man im günstigen Fall ca. 140.000!!!€ gewinnt und im schlechtesten 42 € verliert.
Bei diesem Beispiel ist mir der Sinn nicht ganz klar geworden.
Zusätzlich gewürzt wird die Thematik im Verlaufe der Kapitel mit Aussagen die sinngemäß folgendes wiedergeben: Im Falle dass man doch einmal einen Verlust erleidet, solle man sich mit dem Gedanke trösten, dass das Geld nicht weg ist, sondern es nur ein anderer hat.
Dann geht's einem nach einer verlorenen Wette aber trotzdem nicht viel besser.
Erwähnenswert ist auch eine beschriebene Methode, bei der man 1% Gewinn macht. Dieser soll allerdings dann auch wirklich sicher sein.
Auch dort konnte man nur theoretisch eine absolute Sicherheit feststellen, die in der Praxis meiner Ansicht nach aber nicht realistisch ist.
FAZIT:----------------------------------------------------------------
Abschließend kann ich dieses Buch nur äußerst eingeschränkt weiterempfehlen.
Absolute Wettanfänger mögen vielleicht einige Hilfestellungen zum allgemeinen Wettvorgehen finden.
Jemand der etwas mehr Informationen über die Vorgehensweise bei der Wettbörse Betfair.de braucht, als es die Betfair-Infobroschüre liefert(die man übrigens kostenlos zugesendet bekommt), sollte hier ebenfalls zugreifen.
Die meisten Leute, die sich eingehend mit der Materie beschäftigt haben, werden aber über das Buch und die darin erwähnten Beispiele überwiegend schmunzeln.
Und meine kritische Einstellung gegenüber Büchern über das Sportwetten bleibt bestehen! Denn warum sollte jemand eine funktionierende selbst entwickelte Strategie in Form eines Buches veröffentlichen? Es kann meines Erachtens nur zwei Gründe geben:
1. Man möchte dass möglichst viele andere in diese Lücke stoßen, was darauf hinausläuft, dass die Strategie zerstört wird. Denn wo viel Getümmel ist, da ist auch schon bald keine Lücke mehr(Also auch keine erfolgreiche Strategie mehr).
2. Man möchte ein zweifelhafte Strategie verkaufen um damit auf Umwegen Geld zu verdienen.
Welche Methode auf dem Buchmarkt der Sportwetten bevorzugt verwendet wird, bleibt zum Glück immer noch dem aufmerksamen und kritisch hinterfragenden Menschenverstand überlassen.