Ich trage die Brynjewäsche seit Jahren Sommer wie Winter. Erstmals gesehen hatte ich diese Netzunterhemden vor mehr als 40 Jahren bei meinem Onkel aus Norwegen. Ein Hemd lag dann bei mir jahrzehntelang im Schrank; im Sommer trug ich keine Unterhemden und im Winter hatte ich Angst mit dem Netzunterhemd zu frieren.
Dabei ist das Prinzip uralt - es wurde von den Wickingern entdeckt, sie trugen damals Fischernetze unter der Kleidung. Im letzten Weltkrieg wurde Netzunterwäsche wieder entdeckt und die Funktionsweise fand sogar Berücksichtigung im Lehrbuch zur Einzelkämpferausbildung bei der Bundeswehr (VOLZ, Heinz: Überleben. Walhalla und Praetoria Verlag, Regensburg 1974;Sn 78 ff.)
Durch die Maschen des Netzes liegt unmittelbar auf der Haut nur die vom Körper selbst erwärmte Luft, die eine Isolierschicht bildet. So bewegt man sich immer von der eigenen Körperwärme umgeben. Die Meraklonfasern nehmen keine Feuchtigkeit auf; sobald man schwitzt geht der Wasserdampf über auf die nächste, darüber getragene Schicht, die wiederum nicht auf der eigenen Haut aufliegt und somit dem Körper keine Wärme durch Verdunstungskälte entziehen kann.
Das Prinzip funktioniert nur, wenn über der Brynje-Wäsche mindestens eine weitere Schicht getragen wird! Diese sollte dann die Feuchtigkeit möglichst wieder an eine weitere darüber getragene Schicht abgeben oder eben im Sommer an die Umgebungsluft. Sinnvollerweise verwendet man dafür Funktonshemden, Fleece oder Wolle. Baumwolle hingegen saugt Feuchtigkeit auf und bewirkt Verdunstungskälte ("Death-Cloth")
Brynje bietet an sich eine Vielzahl von Unterwäscheprodukten, Jacken und Mützen; leider waren diese bislang in Deutschland nicht sehr leicht erhältlich.
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