Kurzbeschreibung
Über den Autor
Auszug
Allen Gegnern des Sports, hauptsächlich den sogenannten Gebildeten unter ihnen, wird man stets mit starker Wirkung Dichter, oder noch besser die Klassiker unter den Dichtern, als Sportfreunde entgegenstellen können. Das zieht - und sieht man unsere großen Dichter genauer an, so ist fast keiner unter ihnen, der nicht irgendwo und irgendwie einen Sportzweig besungen hätte, sei es nun Ringen, Boxen, Laufen, Fußballern, Fischen, Reiten, Schiffahren usw. Ich erinnere nur an Klopstocks Ode auf das Schlittschuhlaufen, an Goethes Verse auf das Wandern, Fischen, Reiten, an Bürgers Reiterlieder und viele andere mehr. Daß aber Schiller in ganz hervorragendem Maße ein Verherrlicher des Sports war, das wissen selbst bedeutende Schillerforscher nicht, und doch ist dem so. Man muß nur Schiller richtig lesen können, und staunend erkennt der sportliche Literat, wie dieser Große es verstand, unseren Sport in allen Tönen zu besingen.
Schwimmer! Lest den »Taucher« (1797)! Einmal, zweimal! Ist je das Tauchen prächtigen, plastischer, sachkundiger beschrieben worden? Schade, daß es damals schon Preisjäger gab, sonst hätte der tüchtige Schwimmerjüngling, der anscheinend nicht hart genug trainiert war, nicht sein Leben gelassen. Und noch mehr schade, daß, wie leider heute immer noch, auch schon dazumal die Unsitte herrschte, einen Becher, das Symbol des Suffes, als Ehrenpreis einem Sportsmann zu geben. Vielleicht wollte jedoch Schiller andeuten, daß beim Schwimmen ab und zu »geschluckt« werden muß.
Ein weites Feld sportlich-literarischer Neugedanken tut sich hier den Schillerforschern auf. Der große schwäbische Dichter hat aber auch viel für die Leichtathletik übrig gehabt, ganz besonders muß es ihm der Waldlauf mit Hindernissen angetan haben. Wald- und Hindernisläufer! ... .