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Sport: Motor und Impulssystem für Emanzipation und Diskriminierung [Gebundene Ausgabe]

Andrei Markovits
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

11. April 2011
Sport ist ein sozialer Mikrokosmos, ein Abbild der Gesellschaft und ihrer Geschichte. Der amerikanische Politikwissenschaftler Andrei S. Markovits durchmisst das weite Feld des Sports in seinen wichtigsten historischen und soziologischen Dimensionen und verpackt in seinem Diskurs spannende bis provokante Einsichten. Zunächst liefert er einen Abriss über die Entstehung des modernen Sports und erklärt stichhaltig, warum dieser in den beiden frühesten liberalen Demokratien des Westens, Großbritannien und den USA, seinen Ausgang genommen hat. Es waren besondere strukturelle Faktoren, soziale Konstellationen und kulturelle Elemente jener Gesellschaften, die dieser Entwicklung Vorschub geleistet haben. Weiters präsentiert Markovits sein Konzept der "hegemonialen Sportkulturen" und skizziert die vielfältigen Wechselbeziehungen des Sports mit den gegenwärtig wichtigsten Kollektivbegriffen in den Sozialwissenschaften Klasse, Gender und Ethnie. Markovits legt die gleichsam schizophrene Dynamik des Sports frei, der nicht nur integrativ und emanzipatorisch wirkt, sondern auch gesellschaftliche Konflikte manifestiert beziehungsweise neue Keile durch soziale Gefüge treiben kann.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 63 Seiten
  • Verlag: Picus Verlag; Auflage: 1., Aufl. (11. April 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3854525540
  • ISBN-13: 978-3854525547
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 966.182 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Andrei S. Markovits, geboren 1948 in Temesvar, wanderte 1967 über Wien in die USA aus. Er studierte Ökonomie, Soziologie und Politikwissenschaft. Er unterrichtete an zahlreichen namhaften amerikanischen Universitäten und war Gastprofessor in Deutschland, der Schweiz, Israel und Österreich. Seit 1999 unterrichtet er an der University of Michigan. Seine zahlreichen Veröffentlichungen zu politischen und soziologischen Themen sind in fünfzehn Sprachen erschienen.

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5.0 von 5 Sternen Herausragend! 14. Juni 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Schon seit vielen Jahren gehört der amerikanische Soziologe und Politikwissenschaftler Andrei S. Markovits zu den renommiertesten Autoren, die sich wissenschaftlich mit dem Phänomen Sport in all seinen Facetten auseinander setzen. Der an der University of Michigan in Ann Arbor lehrende Markovits ist hierbei bis heute einer der wesentlichen Impulsgeber für neue Diskussionen, Forschungsfelder und Projekte geblieben. Zu seinen wichtigsten Werken in diesem spezifischen Bereich seiner wissenschaftlichen Untersuchungen gehören die in deutscher Sprache vorliegenden Bücher "Im Abseits: Fußball in der amerikanischen Sportkultur" (2002, zusammen mit Steven L. Hellermann) und "Querpass: Sport und Politik in Europa und den USA" (2007, mit Lars Rensmann) sowie das 2010 erschienene "Gaming the World: How Sports Are Reshaping Global Politics and Culture" (ebenfalls mit Lars Rensmann).

Im nun vorliegenden Band "Sport: Motor und Impulssystem für Emanzipation und Diskriminierung" gibt Markovits in geraffter Form Einblick in das ambivalente Wesen des Sports, der auf der einen Seite vielfältige Aufstiegschancen bietet und Brücken bauen kann, andererseits aber nach wie vor vielfach ein Instrument von Exklusion und Marginalisierung darstellt. Die Folie für Markovits' Analyse bildet hierbei stets sein Konzept der hegemonialen Sportkulturen, also der in einem bestimmten geographisch-nationalen Kontext vorherrschenden "Sportsprachen": Fußball in Deutschland, Cricket in Indien oder Football, Baseball, Basketball und, in etwas geringerem Maße, Eishockey in den USA. Markovits untersucht anhand zahlreicher exemplarischer Fallbeispiele die integrative bzw. ausgrenzende Kraft des Sports in den drei Kategorien Klasse, Ethnie und Gender.

Sport als Vehikel des sozialen Aufstiegs gewinnt erst nach seiner Professionalisierung an wirklicher Bedeutung. Die strikte Einhaltung des Amateurgedankens, beispielsweiße im Cricket oder im Tennis, verschließt diese Sportarten systematisch für die Menschen, die sich ihren täglichen Lebensunterhalt hart verdienen müssen und über wenig Freizeit verfügen. Erst die Möglichkeit, durch die erfolgreiche Ausübung des Sports auch Geld zu verdienen und somit ökonomische Teilhabe zu erhalten, öffnet diese Sphäre für zuvor diskriminierte, sozial marginalisierte Schichten. Die Professionalisierung des Sports trägt, wie Markovits überzeugend darlegt, also direkt zu seiner Demokratisierung bei.

Wohl in keinem Bereich sind das emanzipatorische Potential und die Integrationskraft des Sports offen sichtbarer als in der Frage der ethnischen Pluralisierung. Die Bedeutung eines Jackie Robinson (Baseball), eines Jim Brown (Football) oder eines Bill Russell (Basketball) für die afroamerikanischen Bürger in den Vereinigten Staaten ist kaum zu überschätzen und geht selbstverständlich weit über deren sportliche Leistungen hinaus. Hier wurden und werden Sportler laut Markovits zu "Agenten des sozialen Wandels" in einem noch immer nicht abgeschlossenen Prozess der Emanzipation breiter Bevölkerungsgruppen in den USA und darüber hinaus. Gleichwohl sind Rassismus und Diskriminierung trotz aller Fortschritte noch immer wesentliche gesellschaftliche Herausforderungen, welche leider auch nach wie vor im Sport bedeutsam sind.

Noch statischer stellt sich das Bild in der dritten großen Analyseachse dar. Die integrative Kraft des Sports ist im Bereich Gender an scheinbar unverrückbare Grenzen gestoßen, welche zudem kaum in Frage gestellt werden. So fordern, wie Markovits in unnachahmlicher Art darlegt, selbst Feministinnen nicht, "dass die Rolle des Quarterbacks bei den Green Bay Packers, die Position des Point Guards bei den Los Angeles Lakers oder die des Center Fielders der New York Yankees von einer Frau bekleidet werden sollte oder dass Frauen die Viererkette von Bayern München oder die Mittelfeldachse bei Inter Mailand besetzen sollten". Natürlich sind die positiven Entwicklungen der letzten Jahrzehnte im Bereich des Frauensports immens und verdienen es, gewürdigt zu werden. Es ist aber durchaus fraglich, ob die gegenwärtig vielfach angewandte Praxis der "Gender Apartheid" eines "Separate but equal"-Systems (wie Markovits in einer treffenden Allegorie beschreibt) dauerhaft Bestand haben kann und sollte.

Insgesamt legt Andrei S. Markovits wieder ein herausragendes Werk vor, was wissenschaftlichen Anspruch mit ausgezeichneter Lesbarkeit und einem nicht zu unterschätzendem Unterhaltungswert verknüpft. Es ist trotz seines vergleichsweise schmalen Umfangs allen Sportinteressierten (und nicht nur ihnen) nachdrücklich empfohlen.
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Format:Gebundene Ausgabe
Dieses in seinem Umfang relativ überschaubare Buch basiert auf einer Vorlesung von Andrei S. Markovits, die er im Mai 2010 im Wiener Rathaus gehalten hat. Der Titel ist Programm: Von den Vorläufern des Sports, über seine Professionalisierung im Zuge der liberalen Demokratisierung, bis hin zu hochaktuellen Themen wie der schwer nachzuvollziehenden, immer noch dominanten Geschlechter-Apartheid der Sportwelt werden eine große Zahl äußerst interessanter Themen behandelt. Warum haben sich in verschiedenen Teilen der Welt verschiedene Sportarten durchgesetzt? Welche Rolle spielen Klasse, Ethnie und Geschlecht hinsichtlich exkludierender und inkludierender Wirkungen des Sports in der Gesellschaft? Es ist besonders bemerkenswert, dass trotz des limitierten Umfangs all diese Themen extrem informativ und unterhaltsam erklärt werden. Für mich ist dieses Buch die perfekte Einführung in die sozialwissenschaftliche Welt des Sports durch Andrei S. Markovits, der beste mir bekannte Autor und Wissenschaftler auf diesem Gebiet.

Vorsicht: Wer dieses Buch liest gerät mit hoher Wahrscheinlichkeit in Gefahr, mehr wissen, und die anderen Sportbücher von Andrei S. Markovits geradezu verschlingen zu wollen: "Gaming the World, "Im Abseits", "Querpass" und "Gaming the World" sind drei absolute Meisterwerke!
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