Da brat mir doch einer 'nen Storch. Die Stimme kommt mir doch bekannt vor. Diese Art zu singen, diese wunderbaren Melodien, diese schmeichelnde Gitarre...
Das war mein erster Eindruck, als ich -Spoons- von Wallis Bird hörte. Einfach mitten reingeschaltet, keine Ansage, keine Ahnung. Ich war felsenfest davon überzeugt eine Ani DiFranco Scheibe zu hören, die ich noch nicht kannte. Doch weit gefehlt. Im großen Sammelsurium der Singer-Songwriterinnen, das in den letzten Jahren scheinbar aus allen Nähten platzt, gibt es wieder etwas Neues. Die irische Sängerin Wallis Bird kommt unscheinbar und still daher. Nichtsdestotrotz ist ihr Album eines der schönsten des Genres. Der Vergleich mit Ani DiFranco ist dabei kein Vorwurf des Plagiats sondern eine Ehre, die nur wenigen Künstlern zu Teil wird. Wer die ruhigen, wunderbar arrangierten Songs der kleinen blonden Sängerin hört, dem gehen sie nicht mehr aus dem Ohr. Ein echter Gewinn für jede CD-Sammlung. Dazu ein wahrer Lichtblick im Heer der jungen Sängerinnen, die man uns heutzutage als große Künstlerinnen verkaufen will, mit inszeniertem Background, gutem Aussehen und zumeist nicht all zu viel vorhandener Stimme. Also: Wallis Bird eingelegt und mitgesungen. Dabei vielleicht doch ein kleiner Gedanke an die gute alte Ani. Anspieltipps: The Circle und Counting to sleep.