Die britische Serie "Spooks" wird gerne mit "24" aus den USA verglichen. Sicher ein Vergleich, der sich in einigen Punkten anbietet. So geht es bei beiden Serien um Agenten, die Terroranschläge im eigenen Land verhindern müssen. Auch können beide Serien mit gebrochenen Helden und einem besonderen Look aufwarten. Da hören aber auch schon die Gemeinsamkeiten auf. Auch wenn "Spooks" mit Tom einen Hauptdarsteller hat, ist es doch eine Serie um ein Agententeam im MI5. So bekommt besonders Zoe in der dritten Folge mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Aber auch Tessa, eine eindeutige Nebenfigur, hat einige interessante Auftritte in den einzelnen Folgen.
Diese sind schnell geschnitten, ohne allzu hektisch zu sein - trotz Splitscreen. Der Stil ist kühl und manchmal etwas distanziert, Wärme kommt praktisch nie auf. All dies passt zum beschriebene Alltag der Hauptfiguren, die in einer ständigen Mischung aus Alltag, Lüge und extremen Stress leben.
Humor kommt in der Serie wenig zum Tragen, meist kann man dies in Form von dem von Hugh Laurie brillant verkörperten MI6 Agenten genießen, der hochnäsig auf den Kollegen vom MI5 herab sieht.
Ein Problem der Serie ist sicher, dass die deutschen Folgen gekürzt sind, im Schnitt wohl um zehn Minuten. So kommt es, dass man die einzelnen Figuren nicht wirklich fassen kann. Als Beispiel seien hier Zoe und Toms Freundin Ellis genannt. Während Zoe zwar eindeutig ein gebrochener, wenn nicht gar kaputter, Charakter ist, erfährt man hier nicht wirklich, weswegen. Ellis dagegen wirkt einfach nur wie eine furchtbare Zicke und die reinste Belastung im Alltag. Warum Tom sie liebt und so um seine Beziehung kämpft, ist unklar.
Auch hat man häufig bei den Auflösungen das Gefühl, dass entweder stark gekürzt wurde oder "Spooks" hier völlig anitklimatisch erzählt, was besonders in der vierten Folge zum Tragen kommt und hier geradezu verärgert.
Dabei ist "Spooks" alles andere als beschönigend. Leute werden verprügelt, gequält, umgebracht - auch Sympathieträger. In diesen Punkten ist die Serie wirklich hart und verträgt die FSK-16-Freigabe durchaus.
Das Bild der DVD ist guter Fernsehstandard, der Ton mit Dolby Ditigal 2.0 ordentlich, wenn auch nicht berauschend. Auf den beiden DVDs liegen die englische und deutsche Tonspur vor, dafür gibt es keine Untertitel.
Als kleine Wiedergutmachung verfügt die erste Staffel allerdings über Bonusfeatures. Dabei sind Interviews mit der Crew, die etwas über den Entstehungsprozess der Serie verraten und warum es unter anderem keine Credits zu sehen gibt. Bei den Deleted Scenes kann man eine Ahnung davon bekommen, dass man doch einiges an Charakterisierung durch die Kürzungen verpasst hat. Diese Teile liegen nur in der englischen Fassung mit deutschen Untertiteln vor.
Trotz kleiner Schwächen ist "Spooks" eine unterhaltsame und äußerst spannende britische Agentenserie.