Split/Second erfindet das Rad sicherlich nicht neu und das will es vielleicht auch gar nicht. Mehr noch will es ganz unkompliziert unterhalten: Es ist schnell, bunt, effektgeladen, kurzweilig und amüsant. So wie Split/Second im groben Rahmen einer Fernsehserie präsentiert wird, der dem Schrotthaufen- und Sensations-Voyeur beste Action-Kost liefert, will es auch gespielt werden. Denn gezockt in Episoden kann das Spiel mit seiner einfachen, aber bestechenden Spielmechanik gefallen. Auf Dauer gespielt wird es trotz unterschiedlicher Spielmodi sicherlich zu monoton, die eben nicht besonders vielen Strecken immer wieder zu spielen und immer wieder die gleichen Events zu triggern. Durchaus für zwischendurch gefällt Split-Second, wenn man so richtig Lust hat, es kurzweilig krachen zu lassen: Brücken einzureißen, Trucks in die Luft zu jagen, Raketen auszuweichen und die Kontrahenten mit ganzen Schiffen und Kühltürmen zu plätten. Eingerahmt in eine durchweg flüssige Optik mit knallbunten Lichteffekten, flotten Fantasie-Autos und wirklich gelungenen direktionalen Soundeffekten liefert es ein stimmiges audiovisuelles Gesamtpaket.
Schrott-Orgien hat bereits Burnout meisterhaft zelebriert und schnell ist auch ein Colin DIRT oder Formel 1, vielleicht ist auch Blur im Multiplayer noch eine Spur spaßiger. Und allesamt wirken sie seriöser und edler als das dezent prollig wirkende Split/Second mit seinen Episoden-Teasern, und der schnell geschnittenen Kabumm-Inszenierung. Was aber am wichtigsten ist: Split/Second liefert gut gemachte Unterhaltung, ist solide gefertigt, kurzweilig und letztlich bekommt man ordentlich was für sein Geld. Wer die schnelle Action-Nummer sucht, wird hier garantiert fündig.