*Splice* hat wohl mit ähnlichen Problemen wie *Black Swan* zu kämpfen: Der Film hat eine Story, die vielleicht keine konkrete Aussage hat, sich aber mit komplexen, menschlichen Problemen auseinandersetzt. Zur Umsetzung dieser Story hat man sich der erforderlichen Mittel und Special-Effects bedient, ohne dabei eine bestimmte Zielgruppe befriedigen zu wollen. Schon hagelt es Vorwürfe, es handle sich um einen misslungenen Genre-Mix, wobei anderen Filmen gern vorgeworfen wird, sie seien zu leicht etikettierbar und somit klischeehaft.
Wenn man unbedingt in Genres denken möchte, geht *Splice* in Richtung Sozialdrama, Science-Fiction und Horror, nach Priorität geordnet. Die Story ist nicht nur vielschichtig, sondern wird auch hervorragend inszeniert und von den ebenso hervorragenden Schauspielern perfekt getragen. Ich hatte im Abspann ein Aha-Erlebnis, als Guillermo del Toro als Produzent aufgeführt wurde, denn die Atmosphäre, besonders in den düsteren Labor-Szenen, hat mich an *Pans Labyrinth* erinnert.
Das sensible Thema Genforschung wird hier schockierend direkt und (menschlich) realistisch dargestellt, was anscheinend nicht jedermanns Geschmack ist, aber der Film will auch gar nicht geschmackvoll sein und ist nicht unbedingt für einen Popcorn-Abend gedacht.
Man kann sich generell über die Vorhersehbarkeit des Plots streiten, die einzelnen Szenen waren zumindest für mich sehr ungewöhnlich und Nägel zerkauend spannend. Einziger Wermutstropfen ist das Finale, denn der Film wird zwar konsequent, aber irgendwie nicht gut aufgelöst und flacht merklich ab. *Splice* ist ein sehr sehenswerter Film, kommt aber insgesamt an viele bessere Filme wie den erwähnten *Black Swan* nicht heran, auch wenn der Vergleich vielleicht etwas hinkt.
Die schlechten Rezensionen sind mir besonders bei diesem Film ein Ärgernis, denn auch wenn hier und da eine Erwartung enttäuscht wurde oder sich jemand schockiert gefühlt hat, muss der Film nicht als dilettantisches Gegrütze dargestellt werden. *Splice* hat schon rein formal Block-Buster-Qualitäten und geht inhaltlich darüber hinaus.